Tagesrückblick Schweiz: 10.03.2025

Analyse des Schweizer Finanzmarkts am 10. März 2025

Der Schweizer Finanzmarkt startete schwach in die neue Woche. Der Swiss Market Index (SMI) schloss mit einem Minus von 0,48 % bei 13’013,45 Punkten und konnte sich nur knapp über der psychologisch wichtigen Marke von 13’000 Punkten halten. Der Swiss Performance Index (SPI) fiel um 0,56 % auf 17’142,95 Punkte, während der Swiss Leader Index (SLI) um 0,81 % auf 2’101,64 Punkte nachgab. Diese Entwicklung spiegelt eine allgemeine Marktverunsicherung wider, die von mehreren Faktoren beeinflusst wurde.

SMI 5-Tage

Einflussfaktoren auf den Markt

  • Schwaches Verbrauchervertrauen: Der Konsumentenstimmungsindex fiel im Februar auf -34 Punkte (Januar: -29, Konsens: -28). Dies signalisiert ein zunehmendes Misstrauen gegenüber der Wirtschaftslage, was sich auf den Konsum und Investitionen auswirken könnte.
  • Geopolitische Unsicherheiten: Die anhaltenden wirtschaftlichen Spannungen, insbesondere die US-Zollpolitik unter Präsident Donald Trump, sorgen für Nervosität an den Märkten. Die Befürchtung einer möglichen Rezession in den USA verstärkte den Abwärtsdruck.
  • Deflation in China: Sorgen um eine mögliche Deflation in China belasteten die globalen Märkte zusätzlich.
  • Gewinnmitnahmen: Nach der jüngsten Rallye kam es bei mehreren Titeln zu Gewinnmitnahmen.

Unternehmenswerte: Gewinner und Verlierer

Die Schweizer Schwergewichte hielten sich relativ stabil und verhinderten größere Verluste:

  • Nestlé (+0,9 % auf 90,50 CHF) profitierte von einer starken Marktstellung und positiven Unternehmensnachrichten.
  • Novartis (+0,5 %) und Roche (+0,1 %) zeigten sich robust, wobei Roche von der US-Zulassung für das Biosimilar Omlyclo profitierte.
  • Swisscom (+2,0 %), Givaudan (+1,5 %) und Zurich (+1,2 %) zählten ebenfalls zu den stabilen Werten.

Auf der Verliererseite standen:

  • Sandoz (-6,0 %) litt unter einem pessimistischen Analystenkommentar von Morgan Stanley, der Risiken für das Biosimilars-Geschäft sieht.
  • Richemont (-3,9 %), Lonza (-3,8 %) und UBS (-3,6 %) wurden durch Gewinnmitnahmen und negative Analysteneinschätzungen belastet.
  • Logitech (-2,6 %) musste eine Kurszielsenkung der Deutschen Bank verkraften.

Zyklische Werte wie ABB (-2,1 %) und Sika (-1,2 %) standen ebenfalls unter Druck, nachdem sie zuvor von positiven Konjunkturaussichten in Deutschland profitiert hatten.

Ein Lichtblick war Kühne+Nagel (+4,7 %), das von steigenden Frachtpreisen aufgrund geopolitischer Spannungen (Huthi-Angriffe im Roten Meer) profitierte.

SMI

Internationale Indizes und Währungen

  • Euro Stoxx 50: Starker Rückgang um -1,57 % auf 5’382,51 Punkte, beeinflusst durch Unsicherheiten in der Eurozone.
  • DAX: Deutlich im Minus mit -1,75 % auf 22’607,15 Punkte.
  • EUR/CHF: Leichter Anstieg auf 0,9544 (+0,18 %), was auf eine erhöhte Nachfrage nach dem Schweizer Franken als sicheren Hafen hinweist.
  • USD/CHF: Der US-Dollar verlor gegen den Franken und stand bei 0,8814 (+0,38 %). Dies spiegelt das gestiegene Vertrauen in den Franken und die Unsicherheiten um die US-Wirtschaft wider.

Zinsen und Rohstoffe

  • Bundesanleihen: Die Rendite der 10-jährigen Schweizer Bundesobligation fiel auf 0,6400 (-2,14 %), was eine Flucht in sichere Anlagen signalisiert.
  • Ölpreis (Brent): Rückgang auf 69,64 USD (-1,04 %), was auf die globalen Wachstumssorgen und Nachfragerückgänge hindeutet.
  • Gold: Leichte Schwäche mit -0,54 % auf 2’896,07 USD, trotz geopolitischer Spannungen.
  • Bitcoin: Starker Rückgang um -4,03 % auf 79’044,10 USD, was auf erhöhte Risikobereitschaft oder Gewinnmitnahmen hindeutet.

Fazit und Ausblick

Der Schweizer Markt zeigte sich widerstandsfähiger als andere europäische Märkte, wurde aber dennoch von globalen Unsicherheiten belastet. Besonders das sinkende Verbrauchervertrauen und die Sorgen um eine US-Rezession dämpften die Stimmung. Defensive Werte wie Nestlé und Swisscom stützten den Markt, während zyklische und wachstumsabhängige Titel wie Sandoz und Richemont Verluste verzeichneten.

Für den weiteren Verlauf bleibt die Sitzung der Schweizer Nationalbank (SNB) am 20. März im Fokus, da eine Zinssenkung von 25 Basispunkten erwartet wird, um die schwächelnde Wirtschaft zu stützen. Zudem wird die Berichtssaison in den kommenden Tagen neue Impulse liefern.


Konsumentenstimmung über dem Niveau vor einem Jahr

Im Februar 2025 liegt der Index der Konsumentenstimmung bei −34 Punkten. Das sind 9 Punkte mehr als im Februar 2024. Über dem Niveau von Februar 2024 liegen die Teilindizes Vergangene finanzielle Lage, Erwartete finanzielle Lage und Zeitpunkt für grössere Anschaffungen. Tiefer als vor Jahresfrist notiert der Teilindex Erwartete Wirtschaftsentwicklung.

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Die Konsumentenstimmung hat sich im Februar 2025 im Vergleich zum Februar 2024 verbessert, liegt aber weiterhin auf einem negativen Niveau. Der Index der Konsumentenstimmung ist um 9 Punkte gestiegen, was darauf hindeutet, dass sich die Einschätzungen der Haushalte zur wirtschaftlichen Lage leicht verbessert haben.

Besonders auffällig ist die positive Entwicklung bei der vergangenen und erwarteten finanziellen Lage der Haushalte, ebenso wie beim Zeitpunkt für größere Anschaffungen. Diese Indikatoren deuten darauf hin, dass die Konsumenten optimistischer hinsichtlich ihrer eigenen finanziellen Situation sind und möglicherweise wieder eher bereit sind, größere Ausgaben zu tätigen.

Allerdings zeigt der Index für die erwartete Wirtschaftsentwicklung einen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Dies bedeutet, dass die Haushalte trotz einer leichten Verbesserung ihrer eigenen finanziellen Lage skeptischer gegenüber der allgemeinen Wirtschaftslage sind. Mögliche Gründe könnten Unsicherheiten auf dem Arbeitsmarkt, Inflationsängste oder geopolitische Faktoren sein.

Insgesamt lässt sich sagen, dass die Konsumentenstimmung zwar über dem Niveau des Vorjahres liegt, aber weiterhin gedämpft ist. Das Konsumklima bleibt fragil, und es wird entscheidend sein, ob sich dieser positive Trend in den kommenden Monaten fortsetzt.


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