1. Aktienmarkt Schweiz: Fester Wochenstart trotz ruhigem Handel Der Schweizer Aktienmarkt zeigte sich am Montag freundlich und setzte seinen Aufwärtstrend nach dem Rücksetzer vom Freitag fort. Der SMI (Swiss Market Index) stieg um 0,27 % auf 12’875,08 Punkte, während der SPI (Swiss Performance Index) um 0,23 % auf 17’078,41 Punkte zulegte. Der SLI (Swiss Leader Index) verzeichnete ein moderateres Plus von 0,19 %.
Die Stimmung blieb positiv, gestützt durch robuste Unternehmensgewinne, tiefe Zinsen und eine anhaltende Hoffnung auf eine Deeskalation des Ukraine-Krieges. Da die US-Märkte aufgrund des Presidents‘ Day geschlossen blieben, fehlten jedoch bedeutende Impulse von der Wall Street.

2. SMI-Gewinner und -Verlierer
- Gewinner: Zyklische Werte wie ABB (+1,3 %) sowie defensive Schwergewichte wie Lonza (+1,1 %) und Versicherer wie Swiss Life (+1,2 %), Swiss Re (+0,7 %) und Zurich Insurance (+0,8 %) führten den Markt an.
- Verlierer: Sandoz (-3,7 %) führte die Liste der schwachen Titel an, gefolgt von Sonova (-1,2 %), das unter einer Herabstufung durch HSBC litt. Auch SGS (-0,8 %), Sika (-0,8 %) und Givaudan (-0,4 %) gaben nach.

3. Internationale Indizes
- Der DAX setzte seine Rekordjagd fort und schloss 1,26 % höher bei 22’797,71 Punkten.
- Der EURO STOXX 50 erreichte mit einem Plus von 0,53 % ein neues Allzeithoch bei 5’522,67 Punkten.
4. Währungs- und Anleihemärkte
- Der EUR/CHF-Kurs blieb stabil bei 0,9439 (+0,00 %).
- Der USD/CHF-Kurs stieg leicht um 0,20 % auf 0,9008.
- Die 10-jährige Bundesobligation in der Schweiz legte stark um 16,46 % auf 0,4740 % zu.
5. Rohstoffmärkte
- Der Ölpreis (Brent) stieg um 0,50 % auf 75,03 USD, was auf eine gestiegene Nachfrage und geopolitische Unsicherheiten hindeutet.
- Gold setzte seinen Aufwärtstrend mit einem Anstieg von 0,50 % auf 2’898,10 USD fort.
6. Kryptowährungen Der Bitcoin-Kurs sank um 0,65 % auf 85’983,70 CHF, während Ethereum mit einem Plus von 2,56 % auf 2’460,20 CHF einer der stärksten Performer war. Solana (-5,16 %) und XRP (-4,04 %) mussten größere Verluste hinnehmen.
7. Makroökonomische Entwicklungen
- Das Schweizer BIP wuchs im vierten Quartal 2024 um 0,4 %, was über den Erwartungen lag. Dennoch blieb das Gesamtwachstum für 2024 mit 0,8 % deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt von 1,8 %.
- Die Inflation in der Schweiz zeigte ein gemischtes Bild: Während die Gesamtrate auf 0,4 % sank, stieg die Kerninflation auf 0,9 %, was auf anhaltenden Preisdruck in bestimmten Sektoren hindeutet.
8. Unternehmensnachrichten
- Swisscom kündigte eine Lohnerhöhung von 1,3 % für rund 9’500 Mitarbeitende ab April an.
- Bühler konnte trotz eines Umsatzrückgangs die Profitabilität steigern und blickt optimistisch auf 2025.
- Swiss Airlines plant eine Wachstumsverlangsamung, um die Servicequalität zu verbessern.
Fazit:
Der Schweizer Markt blieb stabil und verzeichnete moderate Gewinne, während internationale Indizes wie der DAX und der EURO STOXX 50 deutlich zulegen konnten. Die Währungen blieben weitgehend unverändert, während Rohstoffe und Anleihen leicht anzogen. Bitcoin und einige Altcoins mussten Verluste hinnehmen. Die Schweizer Wirtschaft zeigte sich im vierten Quartal widerstandsfähig, obwohl das Jahreswachstum hinter den langfristigen Trends zurückblieb.
Asylstatistik 2024 – Schweiz
Rückgang der Asylgesuche
Im Jahr 2024 wurden in der Schweiz 27 740 Asylgesuche gestellt, was einem Rückgang von 8,2 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Besonders auffällig war der Rückgang der Migration aus der Türkei (-39,8 %). Hauptherkunftsland blieb Afghanistan mit 8627 Gesuchen, wovon rund 3300 auf eine Praxisänderung für afghanische Frauen mit bestehendem Aufenthaltsstatus zurückzuführen waren. Insgesamt kamen 20 480 Gesuche von neu eingereisten Asylsuchenden.

Migrationstrends
- Die Asylmigration aus der Türkei, Afghanistan und Syrien nach Europa nahm ab.
- Die Migration über das zentrale Mittelmeer ging um 60 % zurück.
- Westafrikanische Asylgesuche nahmen um rund 500 zu.
- Viele Migranten bevorzugten weiterhin Deutschland, Frankreich oder Großbritannien als Ziel.
- Der Ukrainekrieg beeinflusste die Asylmigration in die Schweiz nicht direkt, verstärkte jedoch den wirtschaftlichen Druck in Herkunftsländern.
Bearbeitung von Asylgesuchen
- 34 585 Asylgesuche wurden erstinstanzlich entschieden (+29,7 % gegenüber 2023).
- Die Asylgewährungsquote stieg auf 34,2 % (2023: 25,7 %).
- 10 390 Personen erhielten Asyl, 6459 wurden vorläufig aufgenommen.
- Die Zahl der hängigen Asylgesuche sank um 23,4 % auf 11 921.
Resettlement-Programm pausiert
Das Resettlement-Programm blieb aufgrund der hohen Belastung im Asylbereich weiterhin ausgesetzt.
Ausreisen und Rückführungen
- 8526 Personen verließen die Schweiz (freiwillig oder kontrolliert) – 34,4 % weniger als 2023.
- 2247 Personen wurden zwangsweise rückgeführt (+11,8 %).
- 12 596 Personen reisten unkontrolliert aus (+5,6 %).
Dublin-Verfahren und Rückübernahmeabkommen
- 2491 Personen wurden 2024 im Rahmen des Dublin-Systems an andere europäische Staaten überstellt, während die Schweiz 869 Personen aufnahm.
- Trotz Italiens Weigerung, Dublin-Überstellungen zu akzeptieren, konnte die Schweiz dreimal mehr Personen überstellen als aufnehmen.
- Zusätzlich wurden 427 Personen über bilaterale Rückübernahmeabkommen überstellt.
Schutzstatus S für Ukrainer
- 16 616 Schutzsuchende beantragten 2024 den Schutzstatus S (-27,8 %).
- Ende 2024 hatten 68 070 Personen diesen Status.
- Der Schutzstatus S bleibt mindestens bis zum 4. März 2026 bestehen.
Ausblick 2025
Das Staatssekretariat für Migration (SEM) rechnet 2025 mit etwa 24 000 neuen Asyl- und 17 000 Schutzgesuchen. Die Entwicklung hängt wesentlich von der Migration aus der Türkei, Nordafrika und visumsbefreiten Staaten sowie der Rückführungspolitik in Europas Nachbarstaaten ab.