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Am 12. Februar 2026 erlebte der US-Aktienmarkt einen deutlichen Ausverkauf, der insbesondere durch eine massive Schwäche im Technologiesektor und wachsende Ängste vor den Auswirkungen künstlicher Intelligenz (KI) getrieben wurde. Die wichtigsten Benchmarks schlossen nahe ihrer Tagestiefs: Der Nasdaq 100 verzeichnete mit einem Minus von 2,04 % die stärksten Verluste, gefolgt vom S&P 500 (-1,57 %) und dem Dow Jones Industrial Average (-1,34 %).
Die „Magnificent Seven“ und der Tech-Abverkauf
Der Marktrückgang wurde maßgeblich von den Megacap-Technologiewerten, den sogenannten „Magnificent Seven“, angeführt, die den breiten Markt nach unten zogen. Besonders Apple verlor mehr als 5 %, während andere Giganten wie Amazon, Meta und Tesla jeweils um mehr als 2 % nachgaben. Nvidia und Alphabet verzeichneten ebenfalls Verluste.
Ein entscheidender Auslöser für die schlechte Stimmung im Sektor war Cisco Systems. Die Aktie stürzte um mehr als 12 % ab, nachdem das Unternehmen einen schwachen Ausblick auf die Gewinnmargen gegeben hatte. Als Grund wurden steigende Preise für Speicherchips (DRAM) genannt, was bei Anlegern die Sorge schürte, dass höhere Hardwarekosten die Rentabilität der gesamten KI-Infrastruktur belasten könnten.
Ausweitung des „AI Scare Trades“ auf die Logistik
Ein bemerkenswertes Merkmal dieses Handelstages war, dass sich die Angst vor KI-bedingten Disruptionen (der sogenannte „Scare Trade“) auf Branchen außerhalb der Softwareentwicklung ausweitete. Insbesondere Logistik- und Transportunternehmen gerieten unter massiven Verkaufsdruck, da Investoren die Bedrohung der künftigen Ertragskraft durch KI-gesteuerte Automatisierung fürchteten.
- Landstar Systems brach um mehr als 15 % ein.
- C.H. Robinson Worldwide verlor über 14 %.
- Expeditors International sank um mehr als 13 %.
Konjunkturdaten und die Flucht in Staatsanleihen
Die Marktteilnehmer agierten zudem vorsichtig im Vorfeld der Veröffentlichung des Verbraucherpreisindex (VPI) für Januar. Analysten erwarten zwar eine Verlangsamung der Kerninflation auf den niedrigsten Stand seit Anfang 2021, doch die Unsicherheit bleibt hoch. Aktuelle Daten zum Arbeitsmarkt und Immobilienmarkt stützten das Bild einer sich leicht abkühlenden Wirtschaft:
- Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fielen mit 227.000 etwas höher aus als erwartet (Prognose: 223.000).
- Die Verkäufe bestehender Häuser im Januar sanken um 8,4 % auf ein 16-Monats-Tief von 3,91 Millionen Einheiten.
Diese Daten führten zu einer Flucht in die Sicherheit von Staatsanleihen, wodurch die Rendite der 10-jährigen T-Notes auf ein 2,25-Monats-Tief von 4,10 % sank.
Ölmarkt und Geopolitik: Fokus auf Venezuela
Während die Aktienmärkte schwächelten, stand der Ölmarkt unter dem Eindruck diplomatischer Entwicklungen. Der US-Energieminister Chris Wright besuchte Venezuela – der ranghöchste Besuch seit der Gefangennahme von Nicolas Maduro. Wright betonte das Ziel, die venezolanische Ölproduktion durch „Öldiplomatie“ und Investitionen (insbesondere durch Chevron) wieder anzukurbeln und den Einfluss von Rivalen wie China und Russland zurückzudrängen. Es wird erwartet, dass die Produktion in Venezuela im ersten Jahr um 30 bis 40 % wachsen könnte.
Weitere nennenswerte Einzelwerte und Krypto
- Gewinner: Cognex Corp schoss nach starken Quartalszahlen um über 37 % nach oben. Equinix legte um mehr als 10 % zu, und McDonald’s konnte sich mit einem Plus von 2 % gegen den Markttrend behaupten, unterstützt durch erfolgreiche Marketingkampagnen wie das „Grinch-Menü“.
- Verlierer: ICON Plc brach um fast 40 % ein, nachdem eine interne Untersuchung wegen Unregelmäßigkeiten in der Rechnungslegung eingeleitet wurde.
- Kryptowährungen: Bitcoin fiel um mehr als 3,5 % auf etwa 65.000 USD zurück, was auch kryptobezogene Aktien wie Coinbase (-7 % im regulären Handel) belastete.
Ausblick nach Börsenschluss
In den nachbörslichen Handelsstunden sorgte DraftKings für Enttäuschung; die Aktie fiel um über 10 %, nachdem die Umsatzprognose für 2026 hinter den Erwartungen zurückgeblieben war und Konkurrenz durch Prognosemärkte (wie Robinhood) befürchtet wurde. Im Gegensatz dazu sprangen die Aktien von Rivian nachbörslich um mehr als 10 % nach oben.
