1. Zentrale Faktenlage
- Absatz- und Auslieferungsrückgang:
Tesla hat im Jahr 2025 weltweit rund 1,64 Mio. Fahrzeuge ausgeliefert – ein Rückgang von ca. 8,5–8,6 % gegenüber dem Vorjahr. Es ist das zweite Jahr in Folge mit sinkenden Auslieferungen . - Schwaches Schlussquartal:
Im vierten Quartal 2025 brach die Nachfrage besonders stark ein. Die Auslieferungen sanken um 15,6 % auf etwa 418.000 Fahrzeuge und lagen sogar unter den bereits gesenkten Analystenerwartungen . - Verlust der Marktführerschaft:
Tesla wurde erstmals vom chinesischen Konkurrenten BYD überholt. BYD setzte 2,26 Mio. reine Elektroautos ab (+ ca. 28 %) und ist damit neuer Weltmarktführer bei E-Autos .
2. Ursachen für Teslas Schwäche
2.1 Wegfall staatlicher Förderung in den USA
- Die 7500-Dollar-Steuergutschrift für Elektroautos lief Ende September 2025 unter Präsident Trump aus.
- Dies führte zu einem Vorzieheffekt im dritten Quartal (Rekordauslieferungen) und anschließend zu einem deutlichen Nachfrageeinbruch .
2.2 Produkt- und Modellpolitik
- Tesla leidet unter einer vergleichsweise alten Modellpalette.
- Der Umbau der Produktionslinien für das überarbeitete Model Y bremste zeitweise die Produktion.
- Neue, günstigere „Standard“-Varianten stabilisieren zwar die Stückzahlen, setzen aber die Margen unter Druck (Gewinn Q3/2025: –37 %) .
2.3 Image- und Führungsfaktoren
- Elon Musks politisches Engagement (Beraterrolle für Trump, Unterstützung rechtspopulistischer Akteure) hat laut mehreren Artikeln Teile der Kundschaft entfremdet, insbesondere in Europa .
3. Regionale Entwicklungen
- Europa:
Teslas Verkäufe in der EU sanken in den ersten elf Monaten 2025 um fast 39 %, während der gesamte E-Automarkt dort um 28 % wuchs. Das deutet auf einen relativen Bedeutungsverlust hin . - China:
BYD ist dort klar überlegen, profitiert von Preisvorteilen und bietet Assistenzsysteme serienmäßig an. Tesla fehlt in China teilweise noch die vollständige Zulassung für Assistenzsysteme .
4. Strategischer Ausblick laut Tesla
- Elon Musk betont, Tesla befinde sich im strategischen Umbruch:
- Weg vom reinen Autobauer,
- hin zu autonomen Robotaxis und humanoiden Robotern.
- Kritisch: Tesla ist in diesen Bereichen nicht Marktführer (Waymo betreibt bereits tausende fahrerlose Fahrzeuge), was die Vision riskant erscheinen lässt .
- Trotz operativer Probleme bleibt der Aktienkurs hoch, was auf große Vorschusslorbeeren der Anleger hindeutet.
5. Kritische Gesamtbewertung
- Strukturelles Problem statt Einmaleffekt:
Der Förderstopp erklärt den Einbruch nur teilweise. Die wiederholten Rückgänge deuten auf tieferliegende Wettbewerbsnachteile hin (Preis, Modellvielfalt, Technik). - BYD als ernsthafter Systemkonkurrent:
BYD wächst schneller, breiter und günstiger – trotz eigener Margenprobleme. Teslas Rückstand dürfte sich laut Analysten weiter vergrößern. - Strategische Wette mit hohem Risiko:
Der Fokus auf Robotaxis und KI-Visionen kann langfristig sinnvoll sein, trägt aber kurzfristig nicht die Umsätze, während das Kerngeschäft schwächelt. - Diskrepanz zwischen Börse und Realität:
Die hohe Bewertung steht in deutlichem Spannungsverhältnis zu sinkenden Verkaufszahlen und Gewinnen.
Kurzfazit
Tesla verliert 2025 an Dynamik, Marktanteilen und Vertrauen im klassischen E-Auto-Geschäft. Der Konzern setzt auf technologische Zukunftsvisionen, während Wettbewerber – allen voran BYD – das hier und jetzt des Marktes dominieren.
