Definition und Bedeutung
Der Total Shareholder Return (TSR) ist eine zentrale Kennzahl zur Messung der Rendite, die ein Anleger aus einer Investition in Aktien erzielt. TSR berücksichtigt sowohl die Kurssteigerung einer Aktie als auch Dividendenzahlungen und drückt die Gesamtperformance einer Investition als Prozentsatz aus.
TSR ist insbesondere für langfristig orientierte Investoren von Bedeutung, da er nicht nur die reine Kursentwicklung betrachtet, sondern auch Ausschüttungen wie Dividenden, Sonderausschüttungen oder Aktienrückkäufe einbezieht. Dadurch gibt TSR ein ganzheitlicheres Bild der finanziellen Wertschöpfung für die Aktionäre wieder.
Formel zur Berechnung des TSR
Die Berechnung des TSR erfolgt mit folgender Formel:
[math]TSR= \frac{(Aktueller Aktienkurs – Kaufkurs) + Erhaltene Dividenden}{Kaufkurs} \times 100[/math]
Hierbei gilt:
- Aktueller Aktienkurs: Marktpreis der Aktie zum betrachteten Zeitpunkt.
- Kaufkurs: Ursprünglicher Kaufpreis der Aktie.
- Erhaltene Dividenden: Gesamte Dividendenzahlungen während der Haltedauer.
Beispielrechnung
Ein Anleger kauft 100 Aktien eines Unternehmens für 20 EUR pro Aktie. Nach zwei Jahren steigt der Kurs auf 24 EUR, und das Unternehmen hat in diesem Zeitraum 4,50 EUR Dividenden pro Aktie ausgeschüttet.
[math]TSR = \frac{(24 – 20) + 4,50}{20} \times 100 [/math]
[math]TSR = \frac{4 + 4,50}{20} \times 100 = 42,5\%[/math]
Das bedeutet, dass die Gesamtverzinsung der Investition über zwei Jahre 42,5 % beträgt.
Vorteile und Nachteile des TSR
Vorteile:
✔ Einfache Berechnung: TSR lässt sich mit einer klaren Formel leicht ermitteln.
✔ Ganzheitliche Betrachtung: Neben Kurssteigerungen werden auch Dividenden berücksichtigt.
✔ Vergleichbarkeit: TSR ermöglicht eine einfache Gegenüberstellung mit anderen Unternehmen oder Marktbenchmarks.
✔ Langfristige Perspektive: Besonders nützlich für Anleger, die Wert auf eine nachhaltige Wertentwicklung legen.
Nachteile:
✖ Vergangenheit statt Zukunft: TSR basiert auf historischen Daten und erlaubt keine Prognosen über künftige Entwicklungen.
✖ Marktabhängigkeit: Starke Kursschwankungen können das TSR erheblich beeinflussen.
✖ Kein Bezug zur Investitionshöhe: Kleine Investitionen mit hohen Renditen können einen besseren TSR aufweisen als große Investitionen mit höheren absoluten Erträgen.
✖ Berücksichtigt nicht die Kapitalkosten: Das TSR misst die Rendite, jedoch nicht die Kosten der Kapitalbeschaffung.
TSR im praktischen Einsatz
TSR als Maßstab für Unternehmensbewertung
In der Unternehmensbewertung spielt TSR eine zentrale Rolle, da er als Indikator für die Aktionärsrendite dient. Unternehmen mit einem hohen TSR gelten als besonders attraktiv für Investoren, da sie nicht nur Kursgewinne generieren, sondern auch stabile Dividendenzahlungen bieten.
Vergleich mit anderen Performance-Kennzahlen
- TSR vs. Aktienkurssteigerung: Während die reine Kurssteigerung nur die Veränderung des Aktienpreises misst, gibt TSR ein vollständiges Bild der Rendite.
- TSR vs. Eigenkapitalrendite (ROE): TSR misst die Rendite aus Aktionärssicht, während die Eigenkapitalrendite den Gewinn im Verhältnis zum eingesetzten Eigenkapital darstellt.
- TSR vs. Dividendenrendite: Die Dividendenrendite betrachtet nur die Ausschüttungen, während TSR auch Kursveränderungen einbezieht.
Fazit
Der Total Shareholder Return (TSR) ist eine entscheidende Kennzahl zur Bewertung der Aktienperformance. Er bietet Investoren eine ganzheitliche Sicht auf ihre Rendite, indem er sowohl Kurssteigerungen als auch Dividenden berücksichtigt. Trotz einiger Einschränkungen gilt TSR als eine der wichtigsten Metriken zur Erfolgsmessung von Aktieninvestitionen. Anleger sollten jedoch beachten, dass TSR vergangene Renditen widerspiegelt und keine verlässliche Aussage über die zukünftige Entwicklung einer Aktie trifft.