US-Angriff auf Vene­zue­la: Posi­ti­on und Reak­tio­nen der Bun­des­re­gie­rung

Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf eine Klei­ne Anfra­ge zum US-Angriff auf Vene­zue­la.

1. Hin­ter­grund der Anfra­ge

Die Anfra­ge der Frak­ti­on Die Lin­ke bezieht sich auf einen mili­tä­ri­schen Angriff der USA auf Vene­zue­la Anfang Janu­ar 2026 („Ope­ra­ti­on Abso­lu­te Resol­ve“) und die Ent­füh­rung des vene­zo­la­ni­schen Prä­si­den­ten Nicolás Madu­ro. Laut Dar­stel­lung der Fra­ge­stel­ler:

  • US-Mili­tär griff vene­zo­la­ni­sches Ter­ri­to­ri­um und Schif­fe an.
  • Mehr als 200 Men­schen sol­len getö­tet wor­den sein.
  • Die USA ver­leg­ten u. a. den Flug­zeug­trä­ger USS Gerald R. Ford und etwa 15 000 Sol­da­ten in die Kari­bik.
  • Ziel sei mög­li­cher­wei­se ein Regime­wech­sel und Kon­trol­le über vene­zo­la­ni­sche Ölres­sour­cen gewe­sen.
  • Ein Gut­ach­ten der Wis­sen­schaft­li­chen Diens­te des Bun­des­ta­ges bezeich­ne­te den Angriff als völ­ker­rechts­wid­rig.

Die Anfra­ge zielt dar­auf ab zu klä­ren, wie die Bun­des­re­gie­rung den Angriff bewer­tet und wel­che poli­ti­schen Kon­se­quen­zen sie dar­aus zieht.

2. Posi­ti­on der Bun­des­re­gie­rung zum Angriff

Kei­ne direk­te recht­li­che Bewer­tung

Die Bun­des­re­gie­rung ver­mei­det eine kla­re juris­ti­sche Ein­ord­nung des US-Angriffs:

  • Sie kom­men­tiert Gut­ach­ten der Wis­sen­schaft­li­chen Diens­te grund­sätz­lich nicht.
  • Sie ver­weist statt­des­sen all­ge­mein auf die Prin­zi­pi­en der UN-Char­ta (Sou­ve­rä­ni­tät und ter­ri­to­ria­le Inte­gri­tät).
  • Deutsch­land unter­stützt eine EU-Erklä­rung vom 4. Janu­ar 2026, die zur Ein­hal­tung des Völ­ker­rechts auf­ruft.

Eine aus­drück­li­che Aus­sa­ge, dass der Angriff völ­ker­rechts­wid­rig war, erfolgt nicht.

3. Diplo­ma­ti­sche Reak­tio­nen gegen­über den USA

Die Bun­des­re­gie­rung erklärt:

  • Die Lage in Vene­zue­la sei regel­mä­ßig The­ma in Gesprä­chen mit den USA gewe­sen.
  • Inhal­te die­ser Gesprä­che sei­en ver­trau­lich.
  • Der Dia­log mit der US-Regie­rung wer­de fort­ge­setzt.

Kon­kre­te Maß­nah­men oder diplo­ma­ti­sche Initia­ti­ven wer­den nicht genannt.

4. Huma­ni­tä­re Hil­fe für Vene­zue­la

Deutsch­land betei­ligt sich an huma­ni­tä­ren Hilfs­pro­gram­men:

Bila­te­ra­le Hil­fe

  • 2025: 4,29 Mio. €
  • 2026: bereits über 5,3 Mio. € zuge­sagt

Mul­ti­la­te­ra­le Bei­trä­ge

  • UN-Not­hil­fe­fonds (CERF)
  • EU-Hilfs­pro­gram­me (EU-weit 52 Mio. € für Vene­zue­la)
  • Unter­stüt­zung von Orga­ni­sa­tio­nen wie:
  • UNICEF
  • World Food Pro­gram­me
  • Start Net­work

Deutsch­land trägt über ver­schie­de­ne Pro­gram­me indi­rekt zu Hilfs­maß­nah­men bei.

5. Aus­wir­kun­gen auf vene­zo­la­ni­sche Geflüch­te­te in Deutsch­land

Die Bun­des­re­gie­rung erklärt:

  • Asy­l­ent­schei­dun­gen erfol­gen immer im Ein­zel­fall.
  • Das Bun­des­amt für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge beob­ach­tet die Lage kon­ti­nu­ier­lich.
  • Schutz­sta­tus kann sein:
  • Asyl
  • Flücht­lings­sta­tus
  • sub­si­diä­rer Schutz
  • Abschie­bungs­ver­bot.

6. Hal­tung zu inter­na­tio­na­len Maß­nah­men

UN-Reso­lu­ti­on

Deutsch­land plant kei­ne Initia­ti­ve für eine Reso­lu­ti­on der UN-Gene­ral­ver­samm­lung, die den Angriff ver­ur­teilt.

Sank­tio­nen gegen US-Ver­ant­wort­li­che

  • Kei­ne Erkennt­nis­se über kon­kre­te Ver­ant­wort­li­che.
  • Kei­ne Dis­kus­si­on über Sank­tio­nen in der EU.

Unter­su­chung mög­li­cher Kriegs­ver­bre­chen

Es exis­tiert bereits eine UN-Fact-Fin­ding-Mis­si­on zu Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen in Vene­zue­la, deren Man­dat bis 2026 ver­län­gert wur­de.

7. Rüs­tungs­expor­te Deutsch­lands in die USA (2025)

Gesamt­wert der Geneh­mi­gun­gen:

  • 681,5 Mio. €

davon:

  • 217,4 Mio. € Kriegs­waf­fen
  • 464,1 Mio. € sons­ti­ge Rüs­tungs­gü­ter

Bei­spie­le geneh­mig­ter Kriegs­waf­fen (Aus­zug):

Kate­go­rieStück­zahl
Lenk­flug­kör­per48
Maschi­nen­pis­to­len99
Voll­au­to­ma­ti­sche Geweh­re483
Gra­nat­wer­fer42
Waf­fen­roh­re162

Wei­te­re Export­gü­ter umfas­sen u. a.:

  • Bom­ben und Flug­kör­per
  • mili­tä­ri­sche Luft­fahrt­tech­nik
  • mili­tä­ri­sche Elek­tro­nik
  • mili­tä­ri­sche Soft­ware und Tech­no­lo­gie.

8. Ein­satz deut­scher Waf­fen im Vene­zue­la-Kon­flikt

Die Bun­des­re­gie­rung erklärt:

  • Kei­ne Erkennt­nis­se, ob aus Deutsch­land expor­tier­te Waf­fen beim Angriff auf Vene­zue­la ein­ge­setzt wur­den.

9. Hal­tung zur poli­ti­schen Lage in Vene­zue­la

Deutsch­land setzt sich laut Regie­rung ein für:

  • Frei­las­sung poli­ti­scher Gefan­ge­ner
  • freie und fai­re Wah­len
  • Dia­log zwi­schen Regie­rung und Oppo­si­ti­on

Dies geschieht auf:

  • bila­te­ra­ler Ebe­ne
  • EU-Ebe­ne
  • Ebe­ne der Ver­ein­ten Natio­nen.

10. Kri­ti­sche Ein­ord­nung der Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung

Auf­fäl­li­ge Punk­te

  1. Aus­wei­chen­de recht­li­che Bewer­tung
  • Trotz eines Gut­ach­tens des Bun­des­ta­ges ver­mei­det die Regie­rung eine kla­re Aus­sa­ge zur Völ­ker­rechts­wid­rig­keit.
  1. Begrenz­te poli­ti­sche Kon­se­quen­zen
  • Kei­ne Sank­tio­nen
  • kei­ne UN-Initia­ti­ve
  • kei­ne kon­kre­ten diplo­ma­ti­schen Maß­nah­men.
  1. Fort­ge­setz­te Rüs­tungs­expor­te
  • Deutsch­land geneh­mig­te gleich­zei­tig umfang­rei­che Waf­fen­ex­por­te in die USA.
  1. Tren­nung von Vene­zue­la-Poli­tik
  • Kri­tik an Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen der vene­zo­la­ni­schen Regie­rung bleibt bestehen, unab­hän­gig vom US-Angriff.

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