Ver­lus­te Begren­zen!

Ver­lus­te Begren­zen – War­um es für Ihren Erfolg als Inves­tor ent­schei­dend ist

Das Begren­zen von Ver­lus­ten ist eine der wich­tigs­ten Fähig­kei­ten, die ein erfolg­rei­cher Inves­tor beherr­schen muss. Die alte Bör­sen­weis­heit „Gewin­ne lau­fen las­sen, Ver­lus­te begren­zen“ mag sim­pel klin­gen, doch ihre Umset­zung erfor­dert eine prä­zi­se Stra­te­gie, tie­fes Ver­ständ­nis der Markt­me­cha­nis­men und vor allem psy­cho­lo­gi­sche Stär­ke. Es ist essen­zi­ell zu ver­ste­hen, war­um Ver­lus­te zu einem der gefähr­lichs­ten Geg­ner eines jeden Anle­gers wer­den kön­nen. Ein ent­schei­den­der Fak­tor ist die Mathe­ma­tik hin­ter Ver­lus­ten: Je grö­ßer der Ver­lust, des­to expo­nen­ti­ell höher muss der Gewinn sein, um das ursprüng­li­che Niveau wie­der zu errei­chen. Ein Ver­lust von 10 % benö­tigt einen Gewinn von 11 %, um kom­pen­siert zu wer­den. Doch bereits bei 50 % Ver­lust wird ein 100 %-iger Kurs­an­stieg nötig, um den Aus­gangs­wert wie­der­her­zu­stel­len. Dies zeigt, wie schnell der Rück­weg zum Aus­gangs­punkt mit stei­gen­den Ver­lus­ten immer schwie­ri­ger wird. Inves­to­ren, die Ver­lus­te nicht begren­zen, set­zen ihr Kapi­tal damit einem ungleich höhe­ren Risi­ko aus.

Der psy­cho­lo­gi­sche Aspekt ist eben­so bedeu­tend. Vie­le Anle­ger nei­gen dazu, an Ver­lust­po­si­tio­nen fest­zu­hal­ten, weil sie emo­tio­nal an ihrer ursprüng­li­chen Ana­ly­se hän­gen oder die Hoff­nung nicht auf­ge­ben wol­len, dass sich der Kurs wie­der erholt. Die­ser Denk­feh­ler, der als Ver­lust­aver­si­on bekannt ist, führt dazu, dass Posi­tio­nen über­mä­ßig lan­ge gehal­ten wer­den, was Kapi­tal blo­ckiert und die Chan­ce auf pro­fi­ta­ble­re Inves­ti­tio­nen ver­hin­dert. Ein wei­te­res Pro­blem ist die soge­nann­te Anker­heu­ris­tik. Anle­ger ori­en­tie­ren sich oft an ihrem ursprüng­li­chen Kauf­preis und sehen ihn als Ziel­mar­ke an, anstatt sich an den rea­len Markt­ge­ge­ben­hei­ten zu ori­en­tie­ren. Dabei wird über­se­hen, dass die Bör­se kei­ne Rück­sicht auf die per­sön­li­che Ein­schät­zung nimmt.

Die wich­tigs­te Maß­nah­me, um Ver­lus­te zu begren­zen, ist das Set­zen klar defi­nier­ter Stop-Loss-Mar­ken. Dies kann auto­ma­ti­siert durch eine Order auf Basis von Kurs­ver­lus­ten erfol­gen, wie zum Bei­spiel einem Stop-Loss von 5 % bis 10 %. Eine sol­che Regel hilft, die emo­tio­na­le Kom­po­nen­te aus der Ent­schei­dung zu eli­mi­nie­ren und ermög­licht eine dis­zi­pli­nier­te Vor­ge­hens­wei­se. Doch das Stop-Loss-Manage­ment soll­te dyna­misch gestal­tet sein: Ein sta­ti­scher Stop-Loss kann bei vola­ti­len Märk­ten zu unnö­ti­gen Ver­käu­fen füh­ren. Statt­des­sen bie­tet es sich an, einen Trai­ling-Stop-Loss zu ver­wen­den, der sich bei stei­gen­den Kur­sen anpasst und Gewin­ne absi­chert, ohne den Wachs­tums­pro­zess früh­zei­tig zu unter­bre­chen.

Ein häu­fig unter­schätz­ter Aspekt des Ver­lust­be­gren­zens ist die regel­mä­ßi­ge Über­prü­fung der ursprüng­li­chen Invest­ment­the­se. Märk­te und Unter­neh­men sind dyna­misch, und was bei der Ana­ly­se sinn­voll erschien, kann sich durch äuße­re Umstän­de ändern. Anle­ger soll­ten nicht nur den Kurs, son­dern auch fun­da­men­ta­le Daten wie Gewinn­ent­wick­lung, Markt­stel­lung und zukünf­ti­ge Wachs­tums­per­spek­ti­ven betrach­ten. Ein Unter­neh­men, des­sen Geschäfts­zah­len sich nach­hal­tig ver­schlech­tern, bie­tet wenig Grund, auf eine Erho­lung zu hof­fen. Fle­xi­bi­li­tät und die Fähig­keit, Fehl­ent­schei­dun­gen zu kor­ri­gie­ren, sind hier­bei ent­schei­dend.

Ein wei­te­rer Punkt ist das Port­fo­lio­ma­nage­ment. Ver­lus­te bei Ein­zel­po­si­tio­nen kön­nen durch eine brei­te Diver­si­fi­ka­ti­on abge­fe­dert wer­den. Doch Diver­si­fi­ka­ti­on allein ist kein All­heil­mit­tel, wenn Ver­lus­te nicht aktiv begrenzt wer­den. Ein aus­ge­wo­ge­nes Ver­hält­nis zwi­schen Risi­ko und Ren­di­te bei jeder ein­zel­nen Posi­ti­on soll­te ange­strebt wer­den. Das bedeu­tet auch, die Gewich­tung von ris­kan­ten Posi­tio­nen im Port­fo­lio zu redu­zie­ren und Gewin­ne regel­mä­ßig umzu­schich­ten.

Abschlie­ßend ist die Akzep­tanz von Feh­lern ein fun­da­men­ta­ler Bestand­teil der Ver­lust­be­gren­zung. Feh­ler zu erken­nen und zu han­deln, bevor sie sich ver­stär­ken, ist kei­ne Schwä­che, son­dern eine Stär­ke, die vie­le Inves­to­ren erst ler­nen müs­sen. Ver­lus­te gehö­ren zur Rea­li­tät an der Bör­se und sind ein natür­li­cher Teil jedes Invest­ment­pro­zes­ses. Der Unter­schied zwi­schen Erfolg und Miss­erfolg liegt jedoch dar­in, wie die­se Ver­lus­te gehand­habt wer­den. Die bes­ten Inves­to­ren der Welt zeich­nen sich nicht dadurch aus, dass sie kei­ne Feh­ler machen, son­dern durch ihre Fähig­keit, früh­zei­tig die Reiß­lei­ne zu zie­hen und ihr Kapi­tal gezielt in bes­ser per­for­men­de Assets umzu­schich­ten. In einer Welt, in der jeder Kurs­ver­lust expo­nen­ti­el­le Aus­wir­kun­gen auf den Gesamt­erfolg haben kann, ist das kon­se­quen­te Begren­zen von Ver­lus­ten die wich­tigs­te Regel für nach­hal­ti­gen Erfolg.

Ver­lust in %Benö­tig­ter Gewinn in %
5 %5,26 %
10 %11,11 %
20 %25,00 %
30 %42,86 %
40 %66,67 %
50 %100,00 %
60 %150,00 %
70 %233,33 %
80 %400,00 %
90 %900,00 %

Der Chart macht anschau­lich, wie dras­tisch der Gewinn stei­gen muss, um hohe Ver­lus­te zu kom­pen­sie­ren, was auf die mathe­ma­ti­sche Grund­la­ge der pro­zen­tua­len Ver­lust-/Ge­winn­rech­nung zurück­zu­füh­ren ist.

Die Kur­ve zeigt, dass bei gerin­ge­ren Ver­lus­ten (bis etwa 20 %) der benö­tig­te Gewinn mode­rat ansteigt. Mit zuneh­men­dem Ver­lust steigt der benö­tig­te Gewinn jedoch stark an, was die nicht-linea­re Bezie­hung ver­deut­licht. Bei­spiels­wei­se:

  • Bei einem Ver­lust von 90 % ist ein Gewinn von 900 % not­wen­dig.
  • Ein Ver­lust von 50 % erfor­dert einen Gewinn von 100 %.

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Disclaimer: Dieser Beitrag dient lediglich zu allgemeinen Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Bitte konsultieren Sie vor jeder Anlageentscheidung einen unabhängigen Finanzberater