Merz’ Bör­sen­fan­ta­sie: Euro­pa will flie­gen, stol­pert aber über eige­ne Füße

Stell dir vor du sitzt im Bun­des­tag und hörst den Kanz­ler Fried­rich Merz mit leuch­ten­den Augen von einer gro­ßen euro­päi­schen Bör­se schwär­men die wie eine Super­kraft gegen die Wall Street antre­ten soll und Fir­men wie BioNTech end­lich zu Hau­se hal­ten wür­de damit unser Geld und unse­re Ideen nicht immer über den Atlan­tik abwan­dern. Das klingt erst mal, wie ein Traum aus dem Wirt­schafts­buch das man als Kind liest, wo alle zusam­men­ar­bei­ten und Euro­pa end­lich mal die Ober­hand gewinnt und wir uns nicht mehr ärgern müs­sen, dass unse­re Stars in New York glän­zen, wäh­rend Frank­furt und Paris sich die Köp­fe ein­schla­gen. Aber war­te mal kurz kommst du aus dem Schwär­men und siehst die Rea­li­tät die wie ein kal­ter Eimer Was­ser ins Gesicht klatscht, weil die­se Idee schon seit Jah­ren in EU-Kor­ri­do­ren rum­geis­tert ohne dass je was draus gewor­den ist und Merz jetzt ein­fach so tut als wäre er der Ers­te der das Rad neu erfin­det.

Der Mann hat recht wenn er sagt dass unser Kapi­tal­markt zer­split­tert ist wie ein Puz­zle das man in 27 Tei­le zer­legt hat obwohl wir mehr Leu­te haben als die Amis und Kana­di­er zusam­men und Fir­men wie Lin­de oder Bir­ken­stock des­we­gen lie­ber in den USA shop­pen gehen wo alles grö­ßer schnel­ler und lukra­ti­ver ist. Doch statt uns zu fra­gen war­um das so ist und ob’s nicht an der end­lo­sen Regu­lie­rung liegt die Ban­ken lähmt und Unter­neh­men in den Wahn­sinn treibt wirft Merz ein­fach eine neue Mega­Bör­se auf den Tisch die natür­lich sofort an den natio­na­len Eitel­kei­ten schei­tert weil Frank­furt die EZB hat Paris die ESMA und kei­ner will sei­nen Thron räu­men. Es ist fast zum Lachen oder bes­ser zum Wei­nen wie er da steht und von Dere­gu­lie­rung faselt die er selbst in Brüs­sel durch­set­zen soll wäh­rend die Kom­mis­si­on und die Auf­sichts­be­hör­den wei­ter an ihren Papier­ber­gen bas­teln und Ergeb­nis­se erst nächs­tes Jahr kom­men sol­len wenn über­haupt.

Am Ende des Tages fühlt man sich betro­gen von sol­chen Reden die groß klin­gen und nichts ver­än­dern weil sie die ech­ten Pro­ble­me umschif­fen wie die büro­kra­ti­sche Müh­le die Euro­pa erstickt oder die Angst vor Risi­ko die uns alle lähmt und statt­des­sen nur neue Kon­fe­ren­zen ver­spre­chen die in end­lo­sen Debat­ten ver­san­den. Merz du Guter du meinst es viel­leicht ernst aber das hier ist kei­ne Hol­ly­wood Geschich­te wo der Held mit einer Idee die Welt ret­tet das ist Euro­pa wo gute Absich­ten in Kom­pro­mis­sen ertrin­ken und wir wie­der mal zuschau­en wie die Wall Street lacht wäh­rend wir träu­men.


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