Deutsch­land-Pro­gno­se der Deut­schen Bun­des­bank aus dem Monats­be­richt Dezem­ber 2025

All­ge­mei­ner Aus­blick: Lang­sa­me Erho­lung
Die deut­sche Wirt­schaft befin­det sich auf einem lang­sa­men Erho­lungs­kurs. Nach einer Pha­se der Rezes­si­on und Sta­gna­ti­on (u.a. durch eine schwa­che Indus­trie und Bau­wirt­schaft) erwar­tet die Bun­des­bank eine all­mäh­li­che Bele­bung.

  • BIP-Pro­gno­se (kalen­der­be­rei­nigt):
    • 2025: +0,2 %
    • 2026: +0,6 %
    • 2027: +1,3 % (kräf­tigs­te Pha­se)
    • 2028: +1,1 %

Wich­ti­ge Trei­ber und Brem­sen

  • Wachs­tums­trei­ber: Haupt­stüt­zen sind der pri­va­te Kon­sum (dank stark stei­gen­der Löh­ne und sin­ken­der Infla­ti­on) sowie eine expan­si­ve Finanz­po­li­tik. Zusätz­li­che Staats­aus­ga­ben für Ver­tei­di­gung und Infra­struk­tur sol­len das Wachs­tum stüt­zen.
  • Brems­fak­to­ren: Die Expor­te erho­len sich nur schlep­pend auf­grund einer ver­schlech­ter­ten Wett­be­werbs­po­si­ti­on, einer schwa­chen Welt­wirt­schaft und Han­dels­kon­flik­ten (insb. US-Zöl­le). Zudem brem­sen der demo­gra­fi­sche Wan­del (Arbeits­kräf­te­man­gel) und hohe Büro­kra­tiel­as­ten das Poten­zi­al­wachs­tum, das nur auf ca. 0,4 % pro Jahr geschätzt wird.

Infla­ti­on und Prei­se
Die Infla­ti­ons­ra­te ist rück­läu­fig, sinkt aber lang­sa­mer als bis­her erwar­tet, da das kräf­ti­ge Lohn­wachs­tum vor allem die Dienst­leis­tungs­prei­se treibt.

  • HVPI-Pro­gno­se:
    • 2025: 2,3 %
    • 2026: 2,2 %
    • 2027 & 2028: ca. 2,0 %
  • Ein Unsi­cher­heits­fak­tor für 2028 ist die Umstel­lung auf das euro­päi­sche Emis­si­ons­han­dels­sys­tem II (EU-ETS II), was die Ener­gie­prei­se beein­flus­sen könn­te.

Öffent­li­che Finan­zen: Stei­gen­de Defi­zi­te
Die Staats­fi­nan­zen ver­schlech­tern sich im Pro­gno­se­zeit­raum deut­lich.

  • Die Defi­zit­quo­te steigt von 2,5 % (2025) auf 4,8 % (2028) an.
  • Die Schul­den­quo­te wächst auf 68 %.
  • Grün­de hier­für sind Mehr­aus­ga­ben für Ver­tei­di­gung, Infra­struk­tur, stei­gen­de Zins­las­ten sowie stark wach­sen­de Sozi­al­aus­ga­ben (Ren­te, Pfle­ge), denen nur teil­wei­se höhe­re Bei­trä­ge gegen­über­ste­hen.

Arbeits­markt und Löh­ne

  • Der Arbeits­markt bleibt trotz schwa­cher Kon­junk­tur robust, aller­dings herrscht ein gra­vie­ren­der Fach­kräf­te­man­gel.
  • Die Arbeits­lo­sig­keit wird ab 2027 spür­bar sin­ken, erreicht aber nicht mehr das Vor­kri­sen­ni­veau.
  • Die Löh­ne (Effek­tiv­ver­diens­te) stei­gen kräf­tig (2025: +4,7 %), was die Kauf­kraft stärkt, aber auch die Lohn­stück­kos­ten und damit den Preis­druck für Unter­neh­men erhöht.

Risi­ken
Die Pro­gno­se ist mit hohen Unsi­cher­hei­ten behaf­tet.

  • Abwärts­ri­si­ken für Wachs­tum: Eska­la­ti­on von Han­dels­kon­flik­ten (z.B. Zöl­le USA/China), geo­po­li­ti­sche Span­nun­gen, noch stär­ke­re Belas­tun­gen durch Demo­gra­fie.
  • Auf­wärts­ri­si­ken für Infla­ti­on: Höhe­re Lohn­ab­schlüs­se oder Ver­zö­ge­run­gen bei der CO₂-Preis-Sta­bi­li­sie­rung.

Son­der­the­ma: Infra­struk­tur
Die Bun­des­bank ana­ly­siert, dass zusätz­li­che staat­li­che Infra­struk­tur­in­ves­ti­tio­nen das Pro­duk­ti­ons­po­ten­zi­al zwar posi­tiv beein­flus­sen, die Effek­te bis 2028 jedoch über­schau­bar blei­ben und sich erst lang­fris­tig (bis 2035) stär­ker bemerk­bar machen könn­ten.


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