Trump droht Europa mit Strafzöllen im Streit um Grönland

1. Auslöser
US-Präsident Donald Trump hat im Januar 2026 angekündigt, neue Strafzölle gegen mehrere europäische Länder zu verhängen. Hintergrund ist der Konflikt um Grönland, das völkerrechtlich zu Dänemark gehört, aber für die USA strategisch und wirtschaftlich von großem Interesse ist .

2. Betroffene Länder
Von den Zöllen betroffen sind:

  • Dänemark
  • Deutschland
  • Norwegen
  • Schweden
  • Frankreich
  • Vereinigtes Königreich
  • Niederlande
  • Finnland

Trump begründet die Auswahl damit, dass diese Staaten Dänemark politisch und militärisch unterstützen und teils Soldaten nach Grönland entsandt haben .

3. Umfang der angekündigten Zölle

  • ab 1. Februar 2026: 10 % Zusatzzölle
  • ab 1. Juni 2026: Erhöhung auf 25 %, falls kein Abkommen zustande kommt

Die Zölle sollen so lange gelten, bis ein „vollständiger und kompletter Kauf Grönlands“ durch die USA erreicht ist .

4. Trumps Begründung

Trump führt mehrere Argumente an:

  • Die USA hätten Europa jahrzehntelang „subventioniert“, indem sie auf Zölle verzichtet hätten.
  • Grönland sei entscheidend für die nationale Sicherheit der USA.
  • China und Russland hätten strategisches Interesse an der Insel.
  • Dänemark sei aus seiner Sicht militärisch nicht in der Lage, Grönland ausreichend zu schützen (von ihm polemisch als „zwei Hundeschlitten“ beschrieben).

Nur die USA könnten Stabilität, Sicherheit und Schutz gewährleisten .

5. Reaktionen in Europa

  • EU: Einberufung einer außerordentlichen Krisensitzung; Prüfung möglicher Gegenmaßnahmen auf Grundlage eines seit 2023 bestehenden EU-Instruments gegen wirtschaftlichen Druck.
  • Deutschland: Unterstützung einer gemeinsamen europäischen Linie.
  • Frankreich: Klare Zurückweisung der Zollandrohungen als inakzeptabel.
  • Großbritannien: Ankündigung direkter Gespräche mit Washington; Betonung, dass Grönland Teil des dänischen Königreichs sei .

6. Lage in Grönland und Dänemark

  • In Grönland und Dänemark kam es zu Massenprotesten unter dem Motto „Grönland ist nicht zu verkaufen“.
  • Die grönländische Regierung erklärte ausdrücklich, im Zweifel bei Dänemark bleiben zu wollen.
  • Dänemark widerspricht Trumps Sicherheitsargumenten und verweist auf bereits ausgebaute Verteidigungsstrukturen (Drohnen, Kampfflugzeuge, Schiffe).
  • Zudem betont Kopenhagen, dass die USA selbst ihren militärischen Umfang auf Grönland seit dem Kalten Krieg stark reduziert hätten .

7. Kritik innerhalb der USA

Auch in den Vereinigten Staaten stößt Trumps Vorgehen auf Widerstand:

  • Demokratische und republikanische Senatoren kritisieren die Zölle als wirtschaftlich schädlich.
  • Gesetzesinitiativen sollen sowohl die Zölle als auch einen möglichen militärischen Zugriff auf Grönland blockieren.
  • Kritiker warnen vor höheren Preisen, Belastungen für die US-Wirtschaft und einer nachhaltigen Entfremdung von europäischen Verbündeten .

8. Gesamteinordnung

Die Ankündigung stellt eine deutliche Eskalation der transatlantischen Beziehungen dar:

  • Handelspolitische Maßnahmen werden gezielt als Druckmittel eingesetzt, um territoriale und geopolitische Forderungen durchzusetzen.
  • Das Vorgehen berührt zentrale Prinzipien des Völkerrechts, insbesondere die territoriale Integrität souveräner Staaten.
  • Die Zölle treffen nicht nur politische Eliten, sondern würden erhebliche wirtschaftliche Folgen für Unternehmen und Verbraucher auf beiden Seiten des Atlantiks haben.

Insgesamt zeigt der Konflikt, wie stark wirtschaftliche Macht, Sicherheitsargumente und geopolitische Interessen miteinander verknüpft werden – mit erheblichen Risiken für NATO-Zusammenhalt, EU-US-Beziehungen und die Stabilität der internationalen Ordnung.


Im Folgenden findest du eine strukturierte Zusammenfassung der im Artikel dargestellten Rohstoffprojekte in Grönland, ergänzt um eine kritische Einordnung ihres tatsächlichen Potenzials. Grundlage ist der Handelsblatt-Artikel „Diese Rohstoffprojekte gibt es – und das ist ihr Potenzial“ vom 17.01.2026 .


Überblick: Rohstoffprojekte in Grönland

1. Aktive Minen

Nalunaq (Gold, Südgrönland)

  • Betreiber: Amaroq (Kanada)
  • Produktionsstart: 2024
  • Fördermenge: ca. 6.600 Unzen Gold pro Jahr
  • Status: Inbetriebnahmephase

Bewertung:

  • Technisch machbar, aber geringe Produktionsmenge
  • Frühere Betriebsphasen (2004–2008, 2009–2013) scheiterten an hohen Kosten
  • Wirtschaftlichkeit aktuell nur wegen des hohen Goldpreises gegeben

Kritisch:
Die Mine hat eher symbolische als strategische Bedeutung. Für globale Rohstoffmärkte ist die Fördermenge marginal.

Anorthosite Mining (Industriemineral)

  • Standort: ca. 130 km südlich von Nuuk
  • Rohstoff: Anorthosit (z. B. für Glasfasern)
  • Betreiber: grönländisches Unternehmen

Bewertung:

  • Kein kritischer Rohstoff
  • Niedriges Produktionsniveau
  • Regionale wirtschaftliche Bedeutung

Kritisch:
Industriepolitisch kaum relevant, weder für EU noch für USA.

2. Aussichtsreiche und strategisch relevante Projekte

Malmbjerg-Vorkommen (Molybdän, Ostgrönland)

  • Betreiber: Greenland Resources (Kanada)
  • Rohstoff: Molybdän (EU-weit als kritisch eingestuft)
  • Geplante Förderung: ca. 14.880 Tonnen/Jahr
  • Investitionsvolumen: rund 700 Mio. Euro
  • Status:
    • Abbaulizenz seit Sommer 2025
    • EU-Förderung im Rahmen des Critical Raw Materials Act

Bedeutung:

  • Könnte etwa 25 % des EU-Bedarfs decken
  • Hohe geopolitische Relevanz (Reduktion der China-Abhängigkeit)

Probleme:

  • Lage zwischen zwei Gletschern
  • Notwendigkeit einer Straße über bewegliches Eis
  • Extrem hohe Infrastrukturkosten

Kritische Einschätzung:
Strategisch hochattraktiv, aber technisch und wirtschaftlich eines der riskantesten Großprojekte Europas.

Kvanefjeld (Seltene Erden + Uran)

  • Südgrönland
  • Gilt als fünftgrößtes Seltenerd-Vorkommen weltweit
  • Erzgehalt: ca. 1,4 % (deutlich unter internationalem Durchschnitt)
  • Betreiber: Energy Transition Materials (Australien)

Zentrale Probleme:

  1. Niedriger Erzgehalt → hoher Energiebedarf
  2. Hoher Urananteil → politisches Verbot

Seit 2021:

  • Uranhaltige Lagerstätten nicht genehmigungsfähig
  • Rechtsstreit zwischen Unternehmen und grönländischer Regierung

Kritisch:
Geologisch bedeutend, politisch blockiert.
Kurz- bis mittelfristig praktisch nicht realisierbar.

Kringlerne / Tanbreez-Projekt (Schwere Seltene Erden)

  • Teil des Ilimmaasaq-Komplexes
  • Großaktionär: Critical Metals Corp. (USA)
  • Beworbener Erzgehalt: bis zu 27 % (unter Experten umstritten)

Einschätzung der Experten:

  • Weltweit größtes Vorkommen schwerer seltener Erden möglich
  • Datenbasis jedoch schwach (wenige Bohrungen)
  • Gut dokumentierter Erzgehalt nur ca. 0,38 %

Probleme:

  • Extreme Abgeschiedenheit
  • Sehr hohe Kosten für Energie und Transport
  • Unklare Wirtschaftlichkeit

Kritisch:
Großes geopolitisches Narrativ, aber bislang keine belastbare industrielle Grundlage.

Skaergaard-Intrusion (Platin, Palladium, Gold)

  • Ostgrönland
  • Sehr großes Flächenvorkommen

Probleme:

  • Geringe Erzgehalte
  • Sinkende Nachfrage nach Platinmetallen durch Elektromobilität
  • Fehlende Infrastruktur

Bewertung:
Nach Einschätzung der Experten nicht wirtschaftlich abbaubar.

Amitsoq (Grafit)

  • Historische Mine (frühes 20. Jahrhundert)
  • Betreiber: Greenroc Strategic Materials
  • Abbaulizenz: Ende 2025
  • Finanzierung: dänischer Staatsfonds (EIFO)
  • EU-Strategieprojekt

Bedeutung:

  • Grafit ist zentrales Batteriemineral
  • China kontrolliert rund 80–90 % der globalen Wertschöpfung

Bewertung:
Eines der realistischsten Zukunftsprojekte, politisch stark unterstützt.

Citronen-Fjord (Zink und Blei, Nordgrönland)

  • ca. 2,3 Mio. Tonnen Zink
  • ca. 200.000 Tonnen Blei

Hauptproblem:

  • Fjord fast ganzjährig vereist

Bewertung:
Trotz großer Lagerstätte wirtschaftlich nicht nutzbar.

Titanvorkommen (Nordgrönland)

  • Betreiber: 80 Mile Plc. (UK)
  • Rohstoff: Titan (Luftfahrt, Militär)

Status:

  • Abbaulizenz vorhanden
  • Aktuell auf Investorensuche

Kritisch:
Potenzial vorhanden, aber bislang rein theoretisch.

3. Stillgelegte und ehemalige Minen

Black Angel (Zink, Blei, Silber)

  • Betrieb: 1973–1990
  • Mögliche Restförderung technisch denkbar
  • Wirtschaftlich derzeit nicht rentabel

Weitere historische Rohstoffe:

  • Kupfer
  • Grafit
  • Kohle
  • Kryolith
  • Marmor

Gesamtbewertung

Rohstoffpotenzial

  • Grönland besitzt 43 von 50 als kritisch eingestuften Mineralien
  • Geologisch außergewöhnlich reich

Zentrale Einschränkungen

  1. Extreme klimatische Bedingungen
  2. Fehlende Infrastruktur (Straßen, Häfen, Energie)
  3. Sehr hohe Investitionskosten
  4. Politische Restriktionen (v. a. Uran)
  5. Teilweise geringe Erzgehalte

Strategische Realität

  • Nur wenige Projekte sind kurz- bis mittelfristig realistisch:
    • Malmbjerg (Molybdän)
    • Amitsoq (Grafit)
    • eingeschränkt Nalunaq (Gold)

Der Großteil der Projekte ist:

  • entweder politisch blockiert,
  • wirtschaftlich nicht tragfähig
  • oder technologisch hochriskant.

Fazit

Grönland ist kein kurzfristiger Rohstofflieferant für den Westen, sondern:

  • ein langfristiges strategisches Rohstoffreservoir
  • mit hoher geopolitischer Bedeutung,
  • aber enormen praktischen Hürden.

Die Diskrepanz zwischen geologischem Reichtum und realer Förderbarkeit ist das zentrale Ergebnis des Artikels.


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