Industrie in Deutschland: Auftragseingänge im Januar 2026 deutlich rückläufig (-11,1 %)

1. Zentrale Ergebnisse

  • Der reale Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe sank im Januar 2026 gegenüber Dezember 2025 um 11,1 % (saison- und kalenderbereinigt).
  • Ohne Großaufträge lag der Rückgang nur bei −0,4 %, was zeigt, dass der starke Rückgang vor allem durch das Ausbleiben großer Einzelaufträge erklärt wird.
  • Gegenüber Januar 2025 lag der Auftragseingang dennoch 3,7 % höher.

Der starke Rückgang im Monatsvergleich ist somit vor allem eine Korrektur nach einem außergewöhnlich hohen Niveau im Dezember 2025, als viele Großaufträge eingingen.

2. Entwicklung über mehrere Monate

  • Dezember 2025: +6,4 % zum Vormonat (nach Revision).
  • Dreimonatsvergleich (Nov 2025 – Jan 2026):
    • +7,4 % gegenüber den drei Monaten zuvor
    • +1,5 % ohne Großaufträge.

Dies deutet darauf hin, dass die mittelfristige Entwicklung stabiler ist als der starke Monatsrückgang vermuten lässt.

3. Branchenentwicklung

Besonders starke Rückgänge gab es in Bereichen mit vielen Großaufträgen:

  • Metallerzeugnisse: −39,4 %
  • Maschinenbau: −13,5 %
  • Metallerzeugung/-bearbeitung: −15,1 %

Positive Entwicklungen:

  • Automobilindustrie: +10,4 %
  • Sonstiger Fahrzeugbau (z. B. Flugzeuge, Schiffe, Züge): +9,2 %

4. Entwicklung nach Güterarten

  • Investitionsgüter: −14,1 %
  • Vorleistungsgüter: −7,9 %
  • Konsumgüter: +0,1 %

Der Rückgang konzentriert sich somit vor allem auf investitionsbezogene Industriegüter.

5. Inlands- und Auslandsnachfrage

  • Inlandsaufträge: −16,2 %
  • Auslandsaufträge: −7,1 %
    • Eurozone: −7,3 %
    • Nicht-Eurozone: −7,1 %

Der Rückgang ist also im Inland deutlich stärker als im Ausland.

6. Umsatzentwicklung

  • Umsatz im Januar 2026:
    • +1,5 % gegenüber Dezember 2025
    • +1,3 % gegenüber Januar 2025.

Trotz sinkender Aufträge stieg der Umsatz kurzfristig, vermutlich aufgrund der Abarbeitung früherer Aufträge.

7. Methodische Hinweise

  • Die Werte sind preisbereinigt (real).
  • Saison- und Kalenderbereinigung erfolgt mit dem Verfahren X13 JDemetra+.
  • Basis des Index ist 2021 = 100.

Kurze Einordnung

Der starke Rückgang der Auftragseingänge im Januar 2026 signalisiert keinen abrupten Konjunktureinbruch, sondern vor allem eine Normalisierung nach außergewöhnlich vielen Großaufträgen im Dezember 2025. Die stabileren Dreimonatswerte und steigenden Umsätze sprechen für eine relativ stabile industrielle Aktivität, auch wenn insbesondere Investitionsgüter und Inlandsnachfrage schwächeln.


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