Geneh­mi­gung von Anla­gen zur Spal­tung von Kern­brenn­stof­fen

Die AfD‑Abgeordneten stel­len der Bun­des­re­gie­rung eine Klei­ne Anfra­ge zur Geneh­mi­gung von Anla­gen zur Spal­tung von Kern­brenn­stof­fen, ins­be­son­de­re zu nicht-elek­tri­schen Nut­zungs­for­men (z. B. Wär­me, Was­ser­stoff, mecha­ni­sche Ener­gie).
Die Bun­des­re­gie­rung ant­wor­tet über das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Umwelt, Kli­ma­schutz, Natur­schutz und nuklea­re Sicher­heit.

Zen­tra­le Rechts­grund­la­ge

§ 7 Absatz 1 Satz 2 Atom­ge­setz (AtG)
→ Ver­bie­tet die Geneh­mi­gung von Leis­tungs­re­ak­to­ren zur gewerb­li­chen Erzeu­gung von Elek­tri­zi­tät.

Für alle ande­ren Anla­gen zur Spal­tung von Kern­brenn­stof­fen gilt:
Geneh­mi­gung grund­sätz­lich mög­lich, sofern alle Sicher­heits­an­for­de­run­gen erfüllt sind.

Kern­punk­te der Regie­rungs­ant­wort

1. Geneh­mi­gungs­ver­bot gilt aus­schließ­lich für die gewerb­li­che Strom­erzeu­gung

  • Das AtG unter­sagt nur Anla­gen, die Elek­tri­zi­tät als wirt­schaft­li­ches Pro­dukt erzeu­gen.
  • Für ande­re Ener­gie­for­men (Wär­me, Dampf, mecha­ni­sche Ener­gie, Was­ser­stoff, Koh­len­was­ser­stof­fe, Druck­luft, Strah­lung, spalt­ba­re Stof­fe) besteht kein aus­drück­li­ches Ver­bot.
  • ABER: Jede Anla­ge unter­liegt stren­gen Anfor­de­run­gen der Gefah­ren­ab­wehr und Risi­ko­vor­sor­ge.

2. Alle neun Ein­zel­fra­gen (1–9) wer­den gemein­sam beant­wor­tet

  • Für jede genann­te Ener­gie­form gilt:
    Geneh­mi­gung mög­lich, sofern Sicher­heits­an­for­de­run­gen erfüllt wer­den.
  • Der Zweck des AtG bleibt maß­geb­lich: Schutz von Leben, Gesund­heit und Sach­gü­tern.

3. Kein Schwel­len­wert für „Elek­tri­zi­täts­an­teil“

  • Fra­ge: Ab wel­chem Anteil an erzeug­ter Elek­tri­zi­tät gilt eine Anla­ge als Strom­erzeu­gungs­an­la­ge?
  • Ant­wort: Das Gesetz kennt kei­ne Pro­zent­gren­ze.
    → Schon jede gewerb­li­che Strom­erzeu­gung führt zum Geneh­mi­gungs­ver­bot.

4. Eigen­ver­sor­gung gilt eben­falls als „gewerb­lich“

  • Auch wenn ein Reak­tor nur einen Indus­trie­kom­plex intern mit Strom ver­sorgt:
    → Dies senkt Kos­ten und erhöht Gewinn → gewerb­li­che Nut­zung.
    → Damit greift das Geneh­mi­gungs­ver­bot für Strom­erzeu­gung.

Kurz­fa­zit

  • Nur die gewerb­li­che Elek­tri­zi­täts­er­zeu­gung durch Kern­spal­tung ist ver­bo­ten.
  • Alle ande­ren Nut­zungs­for­men von Kern­ener­gie kön­nen geneh­migt wer­den, sofern höchs­te Sicher­heits­stan­dards ein­ge­hal­ten wer­den.
  • Eine Anla­ge gilt bereits dann als „gewerb­li­che Strom­erzeu­gung“, wenn der erzeug­te Strom intern genutzt wird und wirt­schaft­li­che Vor­tei­le bringt.
  • Es gibt kei­ne Min­dest­schwel­le für den Elek­tri­zi­täts­an­teil.

Quel­le: Bun­des­tags­druck­sa­che 21/6141.

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