Pari­tä­ti­sche Armuts­be­richt 2026

Der Pari­tä­ti­sche Armuts­be­richt 2026 beschreibt eine deut­li­che Ver­schär­fung der Armuts­la­ge in Deutsch­land. Kern­be­fund: Die Armuts­quo­te steigt 2025 auf 16,1 Pro­zent; damit leben 13,3 Mil­lio­nen Men­schen in rela­ti­ver Ein­kom­mens­ar­mut. Das ist der höchs­te Wert im betrach­te­ten Zeit­raum seit 2020.

Beson­ders betrof­fen sind:

Grup­peArmuts­quo­te 2025
Allein­le­ben­de30,3 %
Allein­er­zie­hen­de28,9 %
Jun­ge Erwach­se­ne 18 bis unter 25 Jah­re24,8 %
Men­schen ab 65 Jah­ren19,5 %
Frau­en ab 65 Jah­ren21,3 %
Arbeits­lo­se65,5 %
Men­schen mit nied­ri­gem Bil­dungs­ab­schluss29,1 %
Men­schen ohne deut­sche Staats­an­ge­hö­rig­keit32,6 %

Regio­nal zeigt der Bericht star­ke Unter­schie­de: Bay­ern hat mit 12,6 Pro­zent die nied­rigs­te Armuts­quo­te, Bre­men mit 27,5 Pro­zent die höchs­te. Auch Sach­sen-Anhalt liegt mit 21,3 Pro­zent deut­lich über dem Durch­schnitt.

Ein wich­ti­ger Punkt des Berichts ist, dass Armut nicht nur Arbeits­lo­se betrifft. Zwar ist deren Armuts­ri­si­ko beson­ders hoch, aber unter den armuts­be­trof­fe­nen Men­schen befin­den sich auch vie­le Erwerbs­tä­ti­ge, Rent­ner, Kin­der, Stu­die­ren­de, pfle­gen­de Ange­hö­ri­ge und Men­schen in Fami­li­en­ar­beit. Der Bericht warnt daher vor einer zu engen Deu­tung nach dem Mot­to „Armut ist vor allem Arbeits­lo­sig­keit“.

Neben Ein­kom­mens­ar­mut unter­sucht der Bericht mate­ri­el­le und sozia­le Ent­beh­rung. Rund 4,6 Mil­lio­nen Men­schen leben in erheb­li­cher mate­ri­el­ler Ent­beh­rung, dar­un­ter etwa 1 Mil­li­on Min­der­jäh­ri­ge und 650.000 Alters­rent­ner. Gemeint ist etwa, dass Men­schen sich uner­war­te­te Aus­ga­ben, aus­rei­chen­des Hei­zen, Urlaub, neue Klei­dung, sozia­le Akti­vi­tä­ten oder regel­mä­ßi­ge voll­wer­ti­ge Mahl­zei­ten nicht leis­ten kön­nen.

Poli­tisch kri­ti­siert der Bericht geplan­te oder dis­ku­tier­te Kür­zun­gen im Sozi­al­be­reich, etwa beim Wohn­geld oder Unter­halts­vor­schuss. Die­se wür­den aus Sicht des Pari­tä­ti­schen gera­de Grup­pen tref­fen, die ohne­hin beson­ders armuts­ge­fähr­det sind: älte­re Men­schen, Allein­er­zie­hen­de und Men­schen mit nied­ri­gen Ein­kom­men.

Die vor­ge­schla­ge­nen Gegen­maß­nah­men sind vor allem: bes­se­re Löh­ne, armuts­fes­te Sozi­al­leis­tun­gen, bes­se­re sozia­le Absi­che­rung, bezahl­ba­res Woh­nen und eine star­ke sozia­le Infra­struk­tur. Der Bericht argu­men­tiert, dass rei­ne Arbeits­markt­po­li­tik nicht aus­reicht, weil gro­ße Tei­le der Armuts­be­trof­fe­nen damit nicht erreicht wer­den.

Kri­tisch ein­zu­ord­nen ist: Der Bericht arbei­tet mit rela­ti­ver Ein­kom­mens­ar­mut, also mit Ein­kom­men im Ver­hält­nis zum gesell­schaft­li­chen Medi­an. Das ist sinn­voll, um Teil­ha­be­chan­cen zu mes­sen, sagt aber nicht auto­ma­tisch etwas über abso­lu­te Not­la­gen aus. Zugleich ergänzt der Bericht die­se Per­spek­ti­ve durch Depri­va­ti­ons­da­ten, was die sozia­le Rea­li­tät greif­ba­rer macht. Die poli­ti­sche Stoß­rich­tung ist klar sozi­al­po­li­tisch-inter­ven­tio­nis­tisch; die Zah­len­ba­sis stammt jedoch über­wie­gend aus MZ-SILC-/EU-SILC-Daten und ist als empi­ri­sche Grund­la­ge belast­bar.


Wie hilf­reich war die­ser Bei­trag?

Kli­cke auf die Ster­ne um zu bewer­ten!

Durch­schnitt­li­che Bewer­tung 0 / 5. Anzahl Bewer­tun­gen: 0

Bis­her kei­ne Bewer­tun­gen! Sei der Ers­te, der die­sen Bei­trag bewer­tet.

Es tut uns leid, dass der Bei­trag für dich nicht hilf­reich war!

Las­se uns die­sen Bei­trag ver­bes­sern!

Wie kön­nen wir die­sen Bei­trag ver­bes­sern?

Disclaimer: Dieser Beitrag dient lediglich zu allgemeinen Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Bitte konsultieren Sie vor jeder Anlageentscheidung einen unabhängigen Finanzberater