Baer­bocks Amts­zeit an der Spit­ze der UN-Gene­ral­ver­samm­lung endet im Sep­tem­ber

Die Amts­zeit von Anna­le­na Baer­bock als Prä­si­den­tin der UN-Gene­ral­ver­samm­lung geht im Sep­tem­ber zu Ende. Ihre Nach­fol­ge wird Kha­lil­ur Rah­man antre­ten, der Außen­mi­nis­ter von Ban­gla­desch. Die 193 Mit­glied­staa­ten der Ver­ein­ten Natio­nen wähl­ten Rah­man zum Prä­si­den­ten der 81. Sit­zungs­pe­ri­ode der Gene­ral­ver­samm­lung. In der gehei­men Abstim­mung setz­te er sich mit 99 zu 91 Stim­men gegen Andre­as S. Kakou­ris aus Zypern durch.

Mit dem Wech­sel endet Baer­bocks ein­jäh­ri­ge Amts­zeit an der Spit­ze des wich­tigs­ten Bera­tungs­gre­mi­ums der Ver­ein­ten Natio­nen. Das Amt ist poli­tisch sicht­bar, ver­fügt jedoch nicht über exe­ku­ti­ve Befug­nis­se. Der Prä­si­dent oder die Prä­si­den­tin lei­tet die Sit­zun­gen der Gene­ral­ver­samm­lung, struk­tu­riert Debat­ten und kann Schwer­punk­te in der mul­ti­la­te­ra­len Agen­da set­zen. Ent­schei­dun­gen der Voll­ver­samm­lung ent­fal­ten in der Regel kei­ne bin­den­de Wir­kung wie Beschlüs­se des Sicher­heits­rats, besit­zen aber erheb­li­ches diplo­ma­ti­sches Gewicht.

Rah­man über­nimmt das Amt in einer Pha­se, in der die Ver­ein­ten Natio­nen unter erheb­li­chem Druck ste­hen. Krie­ge, huma­ni­tä­re Kri­sen, Rück­schrit­te bei Men­schen­rech­ten, sto­cken­de Fort­schrit­te bei nach­hal­ti­ger Ent­wick­lung und finan­zi­el­le Eng­päs­se prä­gen die Arbeit der Orga­ni­sa­ti­on. UN-Gene­ral­se­kre­tär Antó­nio Guter­res wür­dig­te Rah­man nach des­sen Wahl als erfah­re­nen Diplo­ma­ten und ver­wies auf die Bedeu­tung insti­tu­tio­nel­ler Refor­men für die Ver­ein­ten Natio­nen.

Für Baer­bock mar­kiert die Amts­über­ga­be zugleich das Ende einer unge­wöhn­lich sicht­ba­ren Prä­si­dent­schaft. Das Amt der Prä­si­den­tin der Gene­ral­ver­samm­lung ist zwar for­mal von natio­na­len Regie­rungs­funk­tio­nen getrennt und tra­di­tio­nell auf Ver­mitt­lung, Sit­zungs­lei­tung und diplo­ma­ti­sche Koor­di­na­ti­on ange­legt. Gleich­wohl stand Baer­bocks Amts­zeit auf­grund ihrer frü­he­ren Rol­le als deut­sche Außen­mi­nis­te­rin und ihres poli­ti­schen Pro­fils stär­ker im öffent­li­chen Fokus als vie­le ihrer Vor­gän­ger.

Rah­mans Prä­si­dent­schaft fällt in ein beson­ders sen­si­bles Jahr des UN-Kalen­ders. Neben der regu­lä­ren Gene­ral­de­bat­te und den Bera­tun­gen über Ent­wick­lung, Frie­den und Sicher­heit steht auch die Nach­fol­ge von Gene­ral­se­kre­tär Antó­nio Guter­res an. Des­sen zwei­te Amts­zeit endet am 31. Dezem­ber 2026. Der Prä­si­dent der Gene­ral­ver­samm­lung spielt in die­sem Ver­fah­ren kei­ne allein­ent­schei­den­de Rol­le, ist aber insti­tu­tio­nell in den Pro­zess ein­ge­bun­den und kann zur Trans­pa­renz und poli­ti­schen Rah­mung der Aus­wahl bei­tra­gen.

Die Wahl Rah­mans war auch des­halb bemer­kens­wert, weil das Amt übli­cher­wei­se im regio­na­len Tur­nus ver­ge­ben wird und Kan­di­da­tu­ren häu­fig im Kon­sens erfol­gen. Die 81. Sit­zungs­pe­ri­ode steht der Grup­pe Asi­en-Pazi­fik zu. Mit der Kampf­ab­stim­mung gegen den zypri­schen Kan­di­da­ten Kakou­ris wur­de jedoch sicht­bar, dass auch for­mal reprä­sen­ta­ti­ve UN-Ämter zuneh­mend Gegen­stand diplo­ma­ti­scher Kon­kur­renz sind. Rah­man soll sein Amt mit Beginn der neu­en Sit­zungs­pe­ri­ode im Sep­tem­ber über­neh­men.

Was Baer­bock nach dem Ende ihrer Amts­zeit im Sep­tem­ber 2026 machen wird, ist bis­lang offen. Eine Anschluss­funk­ti­on wur­de öffent­lich nicht bekannt gege­ben.


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