Die Berichterstattung konzentriert sich auf die Schnittstellen von internationaler Sicherheit, technologischer Entwicklung und innenpolitischen Herausforderungen in den USA.
1. Boom und Skepsis im KI- und Halbleitersektor
Der Markt wird derzeit massiv von der Künstlichen Intelligenz (KI) angetrieben, was sich in rekordverdächtigen Investitionen und Börsengängen widerspiegelt.
- SK Hynix: Das US-Listing des südkoreanischen Speicherchipherstellers ist mehr als siebenfach überzeichnet und wird voraussichtlich über 24 Milliarden USD einbringen. Dies unterstreicht den enormen Appetit der Investoren auf KI-Infrastruktur.
- Micron Technology: Das Unternehmen hat seine geplanten Investitionen in US-Werke von 200 auf 250 Milliarden USD bis 2035 erhöht, um die beispiellose Nachfrage nach Speicherchips zu bedienen.
- Meta: Mark Zuckerberg gab bekannt, dass Meta ein KI-Cloud-Geschäft exploriert, bei dem Rechenkapazitäten an Externe vermietet werden könnten. Zudem wurde das neue Modell „Muse Spark 1.1“ vorgestellt.
- Kritik am KI-ROI: Bob Elliott von Unlimited Funds warnt jedoch vor einer potenziellen Enttäuschung. Er argumentiert, dass für die geplanten Investitionen von 5 Billionen USD bis 2030 zusätzliche Einnahmen in Billionenhöhe nötig wären, was er für unplausibel hält.
2. Eskalation zwischen den USA und dem Iran
Die geopolitische Lage im Nahen Osten hat sich drastisch verschärft, was die Märkte in Unruhe versetzt.
- Militärische Schläge: Das US-Militär führte den zweiten Tag in Folge Luftschläge gegen 90 Ziele im Iran aus, darunter Luftabwehrsysteme und Drohnenlager. Der Iran reagierte mit Angriffen auf US-Stützpunkte in Kuwait und Bahrain.
- Straße von Hormuz: Der Schiffsverkehr in der strategisch wichtigen Wasserstraße ist fast zum Stillstand gekommen. Der Iran versucht offenbar, die Kontrolle über die Passage zu erzwingen und Gebühren zu erheben, was die USA strikt ablehnen.
- Waffenstillstand am Ende: Experten bezeichnen das bestehende Memorandum of Understanding (MoU) bzw. den Waffenstillstand als „tot“ oder auf „lebenserhaltenden Maßnahmen“.
3. US-Geldpolitik und Inflationssorgen
Die Federal Reserve steht vor einer schwierigen Entscheidung, da die Inflation trotz hoher Zinsen hartnäckig bleibt.
- „Family Fight“ bei der Fed: Die Protokolle der Juni-Sitzung offenbarten eine tiefe Spaltung. Kevin Warsh beschrieb die Debatten als einen „Familienstreit“.
- Zinserhöhungen statt Senkungen: Während der Markt früher auf Zinssenkungen hoffte, preisen Investoren nun eine 25-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im Juli ein. Gründe sind der inflationäre Druck durch KI-Ausgaben und steigende Energiepreise durch den Iran-Konflikt.
- Arbeitsmarkt: Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe blieben mit 215.000 stabil, was auf einen weiterhin robusten, aber stagnierenden Arbeitsmarkt hindeutet.
4. Konsumverhalten und Unternehmenszahlen
Berichte von Konsumgüterherstellern deuten auf eine zunehmende Belastung der Verbraucher hin.
- PepsiCo: Das Unternehmen meldete einen Umsatzrückgang in Nordamerika. CEO Ramon Laguarta erklärte, dass die Verbraucher aufgrund der hohen Inflation und gestiegener Benzinpreise ihr Budget deutlich kürzen.
- Levi Strauss: Trotz solider Quartalszahlen fielen die Aktien, da der Ausblick für das Gesamtjahr weniger optimistisch ausfiel als von Investoren erhofft.
- Wohnsituation: Ein neuer Rekord zeigt die wirtschaftliche Belastung junger Erwachsener: Fast ein Fünftel der 25- bis 34-jährigen Amerikaner lebt mittlerweile wieder bei den Eltern oder Großeltern.
5. Politische Turbulenzen in den USA
Im Vorfeld der Midterm-Wahlen sorgt ein Skandal in Maine für Aufsehen.
- Graham Plattner: Der demokratische Senatskandidat für Maine hat seinen Wahlkampf suspendiert, nachdem Vorwürfe der sexuellen Nötigung öffentlich wurden. Dies bringt die Pläne der Demokraten, den Sitz von Susan Collins zu gewinnen, in ernste Gefahr, da die Partei nun in weniger als drei Wochen einen Ersatz finden muss.
Man beschäftigt sich mit amerikanischer Politik nicht aus Amerika-Faszination, sondern aus deutschem Eigeninteresse.
