USA, das Aller­letz­te vom 25.07.2026

1. Donald Trump und das White House Cor­re­spond­ents’ Din­ner

Prä­si­dent Trump trat bei einer ver­klei­ner­ten Ver­si­on des jähr­li­chen White House Cor­re­spond­ents’ Din­ner auf, nach­dem die ursprüng­li­che Ver­an­stal­tung drei Mona­te zuvor auf­grund eines Schüt­zen abge­bro­chen wer­den muss­te.

  • Kri­tik und Ambi­tio­nen: In sei­ner Rede griff Trump poli­ti­sche Geg­ner und die „Fake News Media“ scharf an, beton­te jedoch gleich­zei­tig einen gewis­sen Respekt vor dem Jour­na­lis­mus. Für Auf­se­hen sorg­te sei­ne – ver­mut­lich scherz­haft gemein­te – Äuße­rung, eine vier­te Amts­zeit anzu­stre­ben, was laut Exper­ten als bewuss­ter Pro­vo­ka­ti­ons­ver­such gegen­über der Pres­se und ein Spiel mit der Ver­fas­sung gewer­tet wur­de.
  • Atmo­sphä­re: Das Tref­fen fand in einem klei­ne­ren Rah­men mit weni­ger als 700 statt der übli­chen 2.600 Gäs­te statt, was die Stim­mung deut­lich inti­mer und für den Prä­si­den­ten unge­wohn­ter mach­te, da er vor einem über­wie­gend kri­ti­schen Jour­na­lis­ten-Publi­kum sprach.

2. Eska­la­ti­on im Nahen Osten und glo­ba­le Ener­gie­ri­si­ken

Die Span­nun­gen in der Regi­on haben sich mas­siv ver­schärft, ins­be­son­de­re durch die Angrif­fe der Hou­t­hi-Rebel­len.

  • Hou­t­hi-Angrif­fe: Die Hout­his gaben an, Zie­le in Sau­di-Ara­bi­en mit Rake­ten ange­grif­fen zu haben, nach­dem eine sau­di-geführ­te Koali­ti­on Mili­tär­ope­ra­tio­nen im Roten Meer durch­ge­führt hat­te. Die­se Eska­la­ti­on ver­stärkt den Druck auf die regio­na­len Ener­gie­strö­me erheb­lich.
  • Ölmarkt unter Druck: Der Ölpreis für Brent-Roh­öl stieg zeit­wei­se auf etwa 100 USD pro Bar­rel. Exper­ten war­nen vor einer wei­te­ren Vola­ti­li­tät, da glo­ba­le Bestän­de, ein­schließ­lich der stra­te­gi­schen Reser­ven der USA, auf einem his­to­ri­schen Tief­stand sind.
  • Iran-Kon­flikt: Prä­si­dent Trump bezeich­ne­te die USA als „locked and loa­ded“ (gela­den und ent­si­chert) für mög­li­che Schlä­ge gegen den Iran, beton­te jedoch gleich­zei­tig, dass im Hin­ter­grund diplo­ma­ti­sche Gesprä­che über ein mög­li­ches Abkom­men statt­fin­den.

3. Neue glo­ba­le Zöl­le und Han­dels­strei­tig­kei­ten

Die Trump-Admi­nis­tra­ti­on hat eine neue Run­de glo­ba­ler Zöl­le in Kraft gesetzt, die auf dem Trade Act von 1974 (Sec­tion 301) basie­ren.

  • Umfang: Die Zöl­le lie­gen zwi­schen 10 % und 12,5 % und betref­fen etwa 60 Natio­nen, die fast alle US-Impor­te lie­fern.
  • Recht­li­che Her­aus­for­de­run­gen: Meh­re­re Klein­un­ter­neh­men haben bereits Kla­gen ein­ge­reicht, da sie die Nut­zung von Sec­tion 301 als unrecht­mä­ßig anse­hen, um zuvor vom Supre­me Court ver­wor­fe­ne Zöl­le zu erset­zen. Zudem droh­te Trump Kana­da mit einem 50-pro­zen­ti­gen Zoll und Mexi­ko mit Zöl­len auf­grund kon­ta­mi­nier­ter Salat-Expor­te.

4. KI-Wett­lauf und tech­no­lo­gi­sche Ent­wick­lun­gen

Ein zen­tra­les The­ma ist die glo­ba­le Vor­herr­schaft im Bereich der Künst­li­chen Intel­li­genz (KI).

  • Jen­sen Huang (NVIDIA): In einem Exklu­siv­in­ter­view beton­te der NVIDIA-CEO die Bedeu­tung einer inklu­si­ven KI und wies dar­auf hin, dass Chi­na mas­siv in die Aus­bil­dung von KI-For­schern inves­tiert und mög­li­cher­wei­se mehr Talen­te pro­du­ziert als der Rest der Welt.
  • Süd­ko­rea-Inves­ti­tio­nen: NVIDIA koope­riert mit der süd­ko­rea­ni­schen SK Group, um Rechen­zen­tren mit einer Kapa­zi­tät von zwei Giga­watt auf­zu­bau­en. Zudem erhielt Sam­sung einen Auf­trag über mehr als 200 Mil­li­ar­den USD zur Chip­her­stel­lung für Broad­com.
  • Ver­tei­di­gungs­tech­no­lo­gie: Andu­ril Indus­tries arbei­tet an der Mas­sen­pro­duk­ti­on kos­ten­güns­ti­ger Marsch­flug­kör­per (Bar­ra­cu­da-Sys­te­me), um auf die ver­än­der­te Kriegs­füh­rung durch Droh­nen und KI zu reagie­ren.

5. Ukrai­ne-Krieg und stra­te­gi­sche Neu­aus­rich­tung

Der Kon­flikt in der Ukrai­ne ent­wi­ckelt sich zuneh­mend zu einem Luft- und Abnut­zungs­krieg.

  • Angrif­fe auf Infra­struk­tur: Bei­de Sei­ten grei­fen ver­stärkt Ener­gie­an­la­gen an. Die Ukrai­ne hat Berich­ten zufol­ge etwa ein Vier­tel der rus­si­schen Raf­fi­ne­rie­ka­pa­zi­tä­ten beschä­digt.
  • Diplo­ma­tie: Prä­si­dent Selen­skyj wird nächs­te Woche im Wei­ßen Haus erwar­tet, um über den wei­te­ren Ver­lauf des Kon­flikts und mög­li­che diplo­ma­ti­sche Offen­si­ven zu bera­ten.

6. Gesund­heits­kri­sen in den USA

Die USA kämp­fen mit zwei bedeu­ten­den gesund­heit­li­chen Her­aus­for­de­run­gen:

  • Masern-Aus­bruch: Die Zahl der Masern­fäl­le ist auf 2.318 gestie­gen, den höchs­ten Stand seit 1981. Exper­ten machen sin­ken­de Impf­quo­ten dafür ver­ant­wort­lich und war­nen, dass die USA ihren Sta­tus als Land, in dem Masern als eli­mi­niert gel­ten, ver­lie­ren könn­ten.
  • Lebens­mit­tel­in­fek­tio­nen: Ein Aus­bruch von Cyclos­po­ra-Para­si­ten, der mit mexi­ka­ni­schem Salat in Ver­bin­dung gebracht wird, hat sich auf meh­re­re Bun­des­staa­ten aus­ge­wei­tet und führt zu mas­si­ven Rück­ru­fen und poli­ti­schen Span­nun­gen bezüg­lich der Lebens­mit­tel­si­cher­heit.

Sons­ti­ge Ereig­nis­se

  • SpaceX: Das Unter­neh­men star­te­te sei­ne mas­si­ve Star­ship-Rake­te erfolg­reich im ers­ten Test­flug seit dem Bör­sen­gang und setz­te dabei 20 Star­link-Satel­li­ten aus.
  • Sport: Bas­ket­ball-Star LeBron James kün­dig­te sei­nen Wech­sel zu den Phil­adel­phia 76ers an.
  • Umwelt: Mas­si­ve Wald­brän­de in Zen­tral­spa­ni­en und Frank­reich zwan­gen zur Eva­ku­ie­rung von über 60.000 (lokal teils bis zu 260.000) Men­schen.

Die Haupt­zie­le der neu­en Zöl­le der Trump-Admi­nis­tra­ti­on

1. Recht­li­che Absi­che­rung und Ersatz für auf­ge­ho­be­ne Zöl­le

Ein wesent­li­ches Ziel der aktu­el­len Maß­nah­me ist es, frü­he­re Zöl­le zu erset­zen, die vom Supre­me Court für ungül­tig erklärt wor­den waren. Die Regie­rung nutzt nun Sec­tion 301 des Trade Act von 1974, um eine neue recht­li­che Grund­la­ge für die Erhe­bung von Abga­ben zwi­schen 10 % und 12,5 % auf Impor­te von fast allen wich­ti­gen Han­dels­part­nern zu schaf­fen.

2. Bekämp­fung von Zwangs­ar­beit und unfai­ren Han­dels­prak­ti­ken

Die neu­en Zöl­le wer­den offi­zi­ell mit Vor­wür­fen der Zwangs­ar­beit begrün­det. Die Admi­nis­tra­ti­on ver­öf­fent­lich­te dazu einen umfang­rei­chen Bericht, der über 80 Län­der (ein­schließ­lich der EU) abdeckt. Laut Peter Navar­ro, einem lei­ten­den Bera­ter des Prä­si­den­ten, die­nen die­se Maß­nah­men dazu, gegen das zu vor­ge­hen, was er als „Betrug“ (chea­ting) durch Han­dels­part­ner bezeich­net, der zu chro­ni­schen Han­dels­de­fi­zi­ten führt.

3. Adres­sie­rung chi­ne­si­scher Über­ka­pa­zi­tä­ten

Ein spe­zi­fi­scher Teil der Zoll­stra­te­gie zielt auf die indus­tri­el­le Über­ka­pa­zi­tät Chi­nas ab. Durch geziel­te Sec­tion-301-Unter­su­chun­gen soll ver­hin­dert wer­den, dass der US-Markt mit sub­ven­tio­nier­ten chi­ne­si­schen Waren über­schwemmt wird, was die glo­ba­le Preis­sta­bi­li­tät und hei­mi­sche Indus­trien gefähr­den könn­te.

4. Gene­rie­rung von Staats­ein­nah­men

In einem Umfeld sich ver­schlech­tern­der Staats­fi­nan­zen die­nen die Zöl­le als bedeu­ten­de Ein­nah­me­quel­le. Schät­zun­gen zufol­ge brin­gen die Zöl­le etwa 100 Mil­li­ar­den USD pro Jahr ein. Die­ses Kapi­tal wird benö­tigt, um ande­re poli­ti­sche Vor­ha­ben wie Steu­er­sen­kun­gen oder Regie­rungs­pro­gram­me zu finan­zie­ren. Die Finanz­märk­te schei­nen die­se Zöl­le mitt­ler­wei­le als ein „not­wen­di­ges Übel“ zu akzep­tie­ren, um das Haus­halts­de­fi­zit zu stüt­zen.

5. Poli­ti­sches Druck­mit­tel und Reak­ti­on auf spe­zi­fi­sche Vor­fäl­le

Prä­si­dent Trump nutzt die Dro­hung mit Zöl­len auch als unmit­tel­ba­res diplo­ma­ti­sches Werk­zeug:

  • Kana­da: Es wur­de mit einem 50-pro­zen­ti­gen Zoll gedroht, was als Test­lauf für den indi­vi­du­el­len Druck auf Han­dels­part­ner gewer­tet wird.
  • Mexi­ko: Auf­grund eines Aus­bruchs von Cyclos­po­ra-Para­si­ten in expor­tier­tem Salat droh­te Trump mit mas­si­ven Zöl­len als Reak­ti­on auf gesund­heit­li­che Sicher­heits­män­gel.

Her­aus­for­de­run­gen und Kri­tik

Trotz die­ser Zie­le gibt es mas­si­ven Wider­stand. Klein­un­ter­neh­men haben bereits Kla­gen ein­ge­reicht, da sie die Nut­zung von Sec­tion 301 für die­sen Zweck als unrecht­mä­ßig anse­hen. Zudem gibt es Beden­ken hin­sicht­lich der Erschwing­lich­keit für Ver­brau­cher (Infla­ti­on), obwohl Regie­rungs­ver­tre­ter argu­men­tie­ren, dass die Infla­ti­on nied­ri­ger sei als zu Beginn der Amts­zeit und die Wirt­schaft die Schocks bis­her gut absor­biert habe.


Die Aus­sa­ge von Donald Trump über eine vier­te Amts­zeit sorg­te beim White House Cor­re­spond­ents’ Din­ner für erheb­li­che Dis­kus­sio­nen, da sie mathe­ma­tisch und ver­fas­sungs­recht­lich im Wider­spruch zur Rea­li­tät steht.

Trumps eige­ne Logik: “Drei Sie­ge”

Trump begrün­de­te sei­nen Plan, für eine vier­te Amts­zeit zu kan­di­die­ren, mit der Behaup­tung, er habe bereits drei­mal gewon­nen.

  • Sei­ne Rech­nung: Um auf eine vier­te Amts­zeit zu kom­men, zählt Trump den Sieg von 2016, den (von ihm behaup­te­ten, aber offi­zi­ell nicht aner­kann­ten) Sieg von 2020 sowie sei­ne aktu­el­le Prä­si­dent­schaft mit.
  • Das Ziel: Er ver­kün­de­te vor den anwe­sen­den Jour­na­lis­ten: „Ich habe drei­mal gewon­nen. Jetzt wer­de ich es wie­der tun“. Damit bezeich­ne­te er sei­ne Absicht als eine Art „Scoop“ für die anwe­sen­de Pres­se.

Die ver­fas­sungs­recht­li­che Rea­li­tät

Exper­ten wei­sen dar­auf hin, dass die­se Aus­sa­ge im Kern ein „Witz über die Ver­fas­sung“ ist.

  • Amts­zeit­be­gren­zung: Der 22. Zusatz­ar­ti­kel der US-Ver­fas­sung unter­sagt es einem Prä­si­den­ten aus­drück­lich, für eine wei­te­re Amts­zeit zu kan­di­die­ren, wenn er bereits zwei vol­le Amts­zei­ten gedient hat. Da sich Trump zum Zeit­punkt der Quel­le (Juli 2026) am Ende sei­ner zwei­ten Amts­zeit befin­det, wäre jede wei­te­re Kan­di­da­tur ille­gal.
  • Frü­he­re War­nun­gen: Trump hat­te das The­ma einer ver­län­ger­ten Prä­si­dent­schaft bereits zu Beginn sei­ner Amts­zeit öfter „erwo­gen“. Er hör­te jedoch vor­über­ge­hend damit auf, nach­dem ihn der Spre­cher des Reprä­sen­tan­ten­hau­ses, Mike John­son, expli­zit dar­auf hin­ge­wie­sen hat­te, dass ein sol­ches Vor­ha­ben ver­fas­sungs­wid­rig ist. Mason merk­te an, dass Trump die­se Tat­sa­che damals offen­bar akzep­tiert hat­te.

Ein­ord­nung durch Exper­ten: Pro­vo­ka­ti­on statt Plan

Die anwe­sen­den Jour­na­lis­ten reagier­ten laut Beob­ach­tern mit „unbe­weg­ten Mie­nen“ (straight faces), da sie ihre Auf­ga­be in der neu­tra­len Bericht­erstat­tung sehen und die Äuße­rung als bewuss­te Pro­vo­ka­ti­on wahr­nah­men.

  • Sti­che­lei gegen die Medi­en: Exper­ten bewer­ten die Rede als einen Ver­such Trumps, die Pres­se zu rei­zen. Da er vor einem für ihn eher „unfreund­li­chen“ Publi­kum aus Jour­na­lis­ten sprach, nutz­te er die­se rhe­to­ri­sche Zuspit­zung, um die Gren­zen aus­zu­lo­ten und Reak­tio­nen zu erzwin­gen.
  • Wie­der­auf­nah­me alter Rhe­to­rik: Dass er das The­ma der vier­ten Amts­zeit nun wie­der auf­greift, wird weni­ger als ernst­haf­ter poli­ti­scher Plan, son­dern als Teil sei­ner typi­schen Ral­lye-Rhe­to­rik gese­hen, die er nun auch in den inti­me­ren Rah­men des Din­ners über­trug.

Zusam­men­fas­send lässt sich sagen: Trump kommt auf die Zahl „vier“, indem er den Sieg von 2020 (trotz der Wahl­er­geb­nis­se) für sich bean­sprucht. Ver­fas­sungs­recht­lich bleibt es jedoch bei zwei bis­he­ri­gen Amts­zei­ten, womit sein Vor­ha­ben laut Exper­ten als bewuss­ter Bruch mit demo­kra­ti­schen Nor­men und als rhe­to­ri­sches Spiel­zeug zu wer­ten ist.


Man beschäf­tigt sich mit ame­ri­ka­ni­scher Poli­tik nicht aus Ame­ri­ka-Fas­zi­na­ti­on, son­dern aus deut­schem Eigen­in­ter­es­se.

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Disclaimer: Dieser Beitrag dient lediglich zu allgemeinen Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Bitte konsultieren Sie vor jeder Anlageentscheidung einen unabhängigen Finanzberater