Das US‑Wachstum hat sich im zweiten Quartal 2026 abgeschwächt (+1,5 % BIP), aber die Binnenwirtschaft bleibt stark: Konsum, Unternehmensinvestitionen und die Nachfrage privater Käufer ziehen kräftig an. Belastend wirken höhere Importe, Lagerabbau und geopolitische Unsicherheit.
1. BIP-Wachstum schwächt sich ab
- Das inflationsbereinigte BIP steigt im Q2 2026 nur um annualisierte 1,5 %.
- Verlangsamung gegenüber Jahresbeginn, u. a. wegen Importanstieg.
2. Konsum bleibt sehr stark
- Konsumausgaben steigen 3,2 %, stärker als erwartet.
- Besonders hohe Ausgaben für:
- langlebige Güter (Möbel, Autos)
- Freizeit, Gastronomie, Unterkunft
- Sportveranstaltungen (+23,4 % im Juni, wegen FIFA‑WM)
3. Unternehmensinvestitionen boomen
- Investitionen steigen 8,4 %.
- Treiber:
- massiver AI‑Investitionsschub (Meta, Microsoft u. a.)
- starke Nachfrage nach Industrie‑ und Transportausrüstung
- Informationsverarbeitung & Software weiterhin robust
4. Starke Binnennachfrage
- „Final sales to private domestic purchasers“: +3,9 % → stärkster Wert seit Anfang 2023
- Diese Kennzahl zeigt die echte Inlandsnachfrage, ohne Exporte, Lager, Staat.
5. Externe Faktoren belasten
- Nettoexporte ziehen das BIP um 1 Prozentpunkt nach unten.
- Gründe:
- Vorziehen von Importen vor neuen Zöllen
- hoher Investitionstakt
- Lagerabbau belastet zusätzlich (–0,67 Prozentpunkte).
6. Geopolitische Lage & Inflation
- Iran‑Krieg belastet Stimmung und Preise.
- Gegenläufig: sinkende Benzinpreise am Quartalsende, hohe Steuererstattungen, starke Rabattaktionen.
- PCE‑Inflation fällt im Juni –0,1 %, Kerninflation unter Erwartung.
7. Fed & Politik
- Fed belässt Zinsen unverändert; drei Mitglieder wollten erhöhen.
- Fed‑Chef Warsh lobt die „beeindruckende“ Widerstandskraft der Wirtschaft.
- Neue Trump‑Zölle und Nahost‑Konflikt erhöhen Unsicherheit.
8. Wohnungsmarkt & Staat
- Wohnungsbau trägt erstmals seit 2024 leicht positiv zum Wachstum bei.
- Hohe Hypothekenzinsen bremsen weiterhin.
- Staatliche Ausgaben sinken wegen Verkäufen aus der Ölreserve; Verteidigungsausgaben steigen.
9. Konsumentenlage: stark, aber fragil
- Unternehmen berichten von weiterhin robusten Konsumenten.
- Aber:
- steigende Benzinpreise im Juli
- Sparquote fällt auf niedrigsten Stand seit 2022
- Steuererstattungen laufen aus
- Einkommen wächst langsamer → Puffer für weiteres starkes Wachstum schrumpft.
10. Ausblick
- Konsum dürfte sich im zweiten Halbjahr stabilisieren, aber nicht weiter beschleunigen.
- Risiken:
- geopolitische Spannungen
- Zölle
- Preisdruck bei Energie
- nachlassende finanzielle Puffer der Haushalte