“Abschwä­chung” des deut­schen Arbeits­markts

Im Juni waren rund 45,54 Mil­lio­nen Men­schen erwerbs­tä­tig. Sai­son­be­rei­nigt sank die Zahl gegen­über Mai um 23.000 bezie­hungs­wei­se 0,1 Pro­zent. Gegen­über Juni 2025 ging die Erwerbs­tä­tig­keit sogar um 223.000 Per­so­nen bezie­hungs­wei­se 0,5 Pro­zent zurück. Damit setz­te sich der seit Anfang 2025 erkenn­ba­re Abwärts­trend fort.

Im Juli stieg die sai­son­be­rei­nig­te Arbeits­lo­sen­zahl um 6.000 Per­so­nen. Die Arbeits­lo­sen­quo­te erhöh­te sich von 6,3 auf 6,4 Pro­zent. Nicht sai­son­be­rei­nigt waren 3,007 Mil­lio­nen Men­schen arbeits­los, 27.700 mehr als im Vor­mo­nat. Die Ent­wick­lung fiel damit etwas schwä­cher aus als von Volks­wir­ten erwar­tet.

Auch die brei­te­re Unter­be­schäf­ti­gung lag mit 3,645 Mil­lio­nen Per­so­nen um 28.000 über dem Vor­jah­res­wert. Die Bun­des­agen­tur für Arbeit sieht neben sai­so­na­len Effek­ten wei­ter­hin eine ins­ge­samt schwa­che Arbeits­markt­ent­wick­lung.

Fazit: Beschäf­ti­gung nimmt ab, Arbeits­lo­sig­keit steigt leicht. Die Daten spre­chen für eine anhal­ten­de kon­junk­tu­rel­le Schwä­che am deut­schen Arbeits­markt.


1. Arbeits­markt im Juli 2026

Die Arbeits­lo­sig­keit ist im Juli vor allem jah­res­zeit­lich bedingt gestie­gen, zeigt aber auch eine leich­te kon­junk­tu­rel­le Erhö­hung.

  • Arbeits­lo­sig­keit: 3,01 Mio. Arbeits­lo­se (+71.000 zum Vor­mo­nat; sai­son­be­rei­nigt +6.000). Die Quo­te liegt bei 6,4 %.
  • Unter­be­schäf­ti­gung (ohne Kurz­ar­beit): 3,65 Mio., sai­son­be­rei­nigt sta­gnie­rend.
  • Beson­der­heit: Der Anstieg fällt im Rechts­kreis SGB III (Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung, +57.000) deut­lich stär­ker aus als im SGB II (Grund­si­che­rung, +15.000).

Kon­junk­tur und Beschäf­ti­gung:

  • Das BIP wuchs im 2. Quar­tal 2026 nur leicht um 0,2 %; das Geschäfts­kli­ma bleibt schwach.
  • Die Erwerbs­tä­tig­keit sinkt wei­ter (Juni: 45,71 Mio., ‑225.000 zum Vor­jahr).
  • Die sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Beschäf­ti­gung geht zurück (Mai: 34,83 Mio., sai­son­be­rei­nigt ‑12.000 zum Vor­mo­nat). Beson­ders betrof­fen sind das Ver­ar­bei­ten­de Gewer­be (-170.000 zum Vor­jahr) und die Metall-/Elek­tro­in­dus­trie. Wachs­tum gibt es nur in staats­na­hen Berei­chen wie Gesund­heit (+67.000) und Pfle­ge (+63.000).
  • Kurz­ar­beit: Nur noch 126.000 Beschäf­tig­te in kon­junk­tu­rel­ler Kurz­ar­beit (deut­li­cher Rück­gang zum Vor­jahr, aber immer noch leicht erhöht).

Arbeits­kräf­te­nach­fra­ge:

  • Der Bestand gemel­de­ter Stel­len liegt bei 653.000 (+25.000 zum Vor­jahr), sta­gniert sai­son­be­rei­nigt aber wei­test­ge­hend. Die Nach­fra­ge bleibt im lang­jäh­ri­gen Ver­gleich nied­rig.

2. Sozia­le Siche­rung bei Arbeits­lo­sig­keit

  • Ins­ge­samt bezo­gen im Juli rund 4,82 Mio. Men­schen im erwerbs­fä­hi­gen Alter Leis­tun­gen nach SGB III oder SGB II.
  • Arbeits­lo­sen­geld (SGB III): 1,11 Mio. Bezie­her (+107.000 zum Vor­jahr) – ein deut­li­cher Anstieg, der die kon­junk­tu­rel­le Schwä­che wider­spie­gelt.
  • Grund­si­che­rung (SGB II): 3,78 Mio. erwerbs­fä­hi­ge Leis­tungs­be­rech­tig­te (-121.000 zum Vor­jahr). Die Zahl sinkt also wei­ter leicht.
  • Die Chan­cen, Arbeits­lo­sig­keit durch eine Beschäf­ti­gung zu been­den, lie­gen mit einer Abgangs­chan­ce von 5,65 % auf einem his­to­risch nied­ri­gen Niveau.

3. Aus­bil­dungs­markt 2025/26

Die Lage am Aus­bil­dungs­markt bleibt für Bewer­be­rin­nen und Bewer­ber schwie­rig.

  • Gemel­de­te Stel­len (Okt. 2025 – Juli 2026): 437.000 (-35.000 / ‑7 % zum Vor­jahr).
  • Gemel­de­te Bewer­ber: 418.000 (+4.000 / +1 % zum Vor­jahr).
  • Die Bewer­ber-Stel­len-Rela­ti­on hat sich wei­ter ver­schlech­tert: Auf 100 betrieb­li­che Aus­bil­dungs­stel­len kom­men rech­ne­risch 97 Bewer­ber (Vor­jahr: 89).
  • Unbe­setz­te Stel­len: 162.000 (-13 % zum Vor­jahr).
  • Unver­sorg­te Bewer­ber: 147.000 (+5 % zum Vor­jahr). Ins­ge­samt suchen noch 187.000 jun­ge Men­schen eine Aus­bil­dung.

4. Arbeits­markt­po­li­ti­sche Instru­men­te

  • Im Juli nah­men 711.000 Per­so­nen an einer geför­der­ten Maß­nah­me teil – deut­lich mehr als im Vor­jahr (+73.000).
  • Die Akti­vie­rungs­quo­te lag bei 16,1 % (+1,5 Pro­zent­punk­te).
  • Schwer­punk­te:
  • SGB III: Vor allem beruf­li­che Wei­ter­bil­dung (50 %) und Berufs­wahl/-aus­bil­dung (20 %).
  • SGB II: Schwer­punkt Akti­vie­rung und beruf­li­che Ein­glie­de­rung (52 %) sowie beschäf­ti­gungs­schaf­fen­de Maß­nah­men (23 %).

Fazit

Der deut­sche Arbeits­markt bleibt von der schwa­chen Kon­junk­tur geprägt. Wäh­rend die Arbeits­lo­sig­keit leicht steigt und die Beschäf­ti­gung ins­be­son­de­re im ver­ar­bei­ten­den Gewer­be schrumpft, bleibt die Arbeits­kräf­te­nach­fra­ge nied­rig. Der Aus­bil­dungs­markt zeigt eine ungüns­ti­ge Ent­wick­lung mit weni­ger Stel­len­an­ge­bo­ten bei gleich­zei­tig mehr Bewer­bern. Die sozia­len Siche­rungs­sys­te­me ver­zeich­nen einen deut­li­chen Anstieg der Arbeits­lo­sen­geld-Bezie­her, wäh­rend die Zahl der Grund­si­che­rungs­be­zie­her leicht zurück­geht.


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