SpaceX könnte noch im September deutlich stärker im Nasdaq-100 gewichtet werden. Für den Aktienkurs ist das vor allem deshalb relevant, weil eine höhere Indexgewichtung automatisch zusätzliche Nachfrage von ETFs und anderen passiven Fonds erzeugt, die den Nasdaq-100 möglichst exakt nachbilden. Angesichts der enormen Summen, die an den Index gekoppelt sind, könnten dadurch Käufe in Milliardenhöhe ausgelöst werden.
Nach aktuellen Simulationsdaten von Nasdaq Global Index Watch könnte die Gewichtung von SpaceX im Nasdaq-100 von derzeit rund 1,28 Prozent auf etwa 2,82 Prozent steigen. Die endgültige Gewichtung steht zwar noch nicht fest, doch bereits die Größenordnung zeigt, wie bedeutend die mögliche Anpassung ausfallen könnte. SpaceX würde damit innerhalb des Index erheblich an Bedeutung gewinnen.
Der Hintergrund der Veränderung liegt weniger in einer kurzfristigen Neubewertung des Unternehmens als vielmehr in der Indexmethodik. Nach dem Börsengang war zunächst nur ein vergleichsweise begrenzter Teil der SpaceX-Aktien frei handelbar. Mit dem Auslaufen weiterer Lock-up-Fristen hat sich der sogenannte Free Float inzwischen erhöht. Dadurch stehen mehr Aktien dem öffentlichen Markt zur Verfügung und können bei der Berechnung der Indexgewichtung berücksichtigt werden. Ein höherer frei handelbarer Aktienanteil kann deshalb unmittelbar zu einer höheren Gewichtung im Nasdaq-100 führen.
Die Auswirkungen einer solchen Anpassung können beträchtlich sein. Schätzungsweise rund 1,7 Billionen US-Dollar an Anlagevermögen orientieren sich direkt oder indirekt am Nasdaq-100. Passive Fonds müssen ihre Portfolios entsprechend der Indexzusammensetzung anpassen. Steigt der Anteil von SpaceX im Index, müssen diese Fonds zusätzliche Aktien kaufen, um die neue Gewichtung abzubilden.
Bereits bei früheren Berechnungen, die von einer Erhöhung des SpaceX-Anteils auf rund 2,25 Prozent ausgingen, wurden mögliche Nettozuflüsse von etwa 15,5 Milliarden US-Dollar in die Aktie geschätzt. Sollte die tatsächliche Gewichtung tatsächlich in Richtung 2,82 Prozent steigen, könnte der notwendige Anpassungsbedarf entsprechend noch größer ausfallen. Die konkrete Summe hängt allerdings unter anderem von der endgültigen Indexberechnung, dem verwalteten Vermögen der jeweiligen Produkte und deren Replikationsmethode ab.
Die anstehende Neugewichtung gewinnt zusätzlich an Bedeutung, weil Indexanpassungen häufig innerhalb eines relativ kurzen Zeitfensters umgesetzt werden. Für den September 2026 ist die reguläre Anpassung nach Handelsschluss am 18. September vorgesehen und soll zum Handelsbeginn am 21. September wirksam werden. Rund um diesen Termin könnte das Handelsvolumen der SpaceX-Aktie daher deutlich ansteigen.
Für Anleger entsteht daraus ein ungewöhnlicher technischer Kurstreiber. Anders als bei Nachfrage, die auf verbesserten Geschäftszahlen, neuen Produkten oder höheren Gewinnerwartungen basiert, wären die zusätzlichen Käufe der Indexfonds weitgehend mechanischer Natur. Passive Anleger entscheiden nicht aktiv, ob die SpaceX-Aktie zum jeweiligen Kurs attraktiv erscheint. Sie müssen ihre Position erhöhen, weil der Index ihnen diese Gewichtung vorgibt.
Ein steigendes Indexgewicht bedeutet allerdings nicht automatisch, dass der Aktienkurs im gleichen Umfang zulegen muss. Professionelle Marktteilnehmer versuchen solche Änderungen häufig frühzeitig zu antizipieren, sodass ein Teil der erwarteten Nachfrage bereits vor dem offiziellen Anpassungstermin eingepreist sein kann. Gleichzeitig erhöht der wachsende Free Float das Angebot an handelbaren Aktien. Verkäufe früher Investoren oder Mitarbeiter nach Ablauf von Sperrfristen könnten damit einen Teil der zusätzlichen Nachfrage auffangen.
Dennoch stellt die mögliche Verdopplung der Nasdaq-100-Gewichtung einen erheblichen Kapitalmarktfaktor für SpaceX dar. Sollte sich die derzeit simulierte Gewichtung bestätigen, würden Milliardenbeträge innerhalb kurzer Zeit neu verteilt. Damit rückt neben der operativen Entwicklung des Raumfahrtkonzerns zunehmend auch die technische Struktur des Aktienmarktes in den Mittelpunkt. Für SpaceX könnte die kommende Indexanpassung deshalb zu einem der wichtigsten kurzfristigen Kurstreiber im September werden.