Der New York Times zufolge erwägt Fed‑Chef Kevin Warsh, die Anzahl der regulären geldpolitischen Sitzungen der US‑Notenbank zu reduzieren. Das wäre ein deutlicher Bruch mit der bisherigen Praxis und kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Warshs Kommunikationsstil bereits für Irritationen an den Finanzmärkten sorgt.
Warum das wichtig ist
- Weniger Sitzungen könnten die Transparenz der Geldpolitik weiter verringern.
- Investoren kritisieren Warshs Bestreben, weniger Hinweise zur zukünftigen Zinspolitik zu geben.
- Die Fed steht unter Druck, Inflation stärker zu bekämpfen, während Warsh gleichzeitig die Zahl der Pressekonferenzen reduzieren möchte.
Aktuelle Lage im FOMC
- Derzeit finden acht zweitägige Sitzungen pro Jahr statt.
- Warsh brachte die Idee einer Reduktion bei der jüngsten FOMC‑Sitzung ein.
- Die Fed ließ die Zinsen zuletzt mit 9‑3 Stimmen unverändert, verweigerte aber zusätzliche Erläuterungen – was die Märkte verunsicherte.
Weitere geplante Änderungen
- Warsh hat fünf Taskforces eingerichtet, die mögliche Reformen der Geldpolitik prüfen sollen (Kommunikation, Daten, Bilanz usw.).
- Er erwägt weniger Pressekonferenzen nach Entscheidungen.
- Bei seiner Bestätigung im Senat sagte er, vier Sitzungen pro Jahr seien gesetzliches Minimum, aber „nicht genug“.
Formale Regeln & Terminlage
- Die Fed hat bereits Termine für 2026 und 2027 veröffentlicht, allerdings nur „vorläufig“.
- Laut FOMC‑Regeln muss es mindestens vier Sitzungen pro Jahr geben; zusätzliche Treffen können jederzeit einberufen werden.
- In Krisenzeiten gab es auch außerplanmäßige Sitzungen, z. B. während der Covid‑Pandemie.