Asi­ens Bör­sen am Mor­gen – 03.08.2026

Bör­sen­nach­rich­ten aus dem asia­tisch-pazi­fi­schen Raum

Der heu­ti­ge Tag ist von einer Viel­zahl bedeu­ten­der Ent­wick­lun­gen in den Berei­chen Welt­wirt­schaft, Geo­po­li­tik und Umwelt geprägt, wobei ins­be­son­de­re die kon­junk­tu­rel­le Lage in Chi­na, koor­di­nier­te Wäh­rungs­in­ter­ven­tio­nen und Ent­span­nungs­zei­chen im Nahen Osten im Fokus ste­hen.

Chi­nas Wirt­schaft unter Druck: Indus­trie und Land­wirt­schaft

Chi­nas Kon­junk­tur­mo­tor zeigt deut­li­che Ermü­dungs­er­schei­nun­gen. Der pri­va­te Rating­Dog Ein­kaufs­ma­na­ger­index (PMI) für das ver­ar­bei­ten­de Gewer­be fiel im Juli auf 50,9 Punk­te, den nied­rigs­ten Stand seit vier Mona­ten. Noch deut­li­cher war der Rück­gang bei den offi­zi­el­len Zah­len, die mit 49,2 Punk­ten eine uner­war­te­te Kon­trak­ti­on signa­li­sier­ten – der ers­te Rück­gang der Fabrik­ak­ti­vi­tät seit Febru­ar. Als Grün­de wer­den eine schwa­che Bin­nen­nach­fra­ge, sin­ken­de Haus­prei­se und extre­me Wet­ter­be­din­gun­gen ange­führt.

Zusätz­lich zur indus­tri­el­len Schwä­che sieht sich Chi­nas Agrar­sek­tor mas­si­ven Risi­ken aus­ge­setzt. Eine extre­me Hit­ze­wel­le mit Tem­pe­ra­tu­ren von bis zu 50 °C bedroht die Ern­ten von Mais, Reis und Baum­wol­le in den nörd­li­chen und öst­li­chen Regio­nen des Lan­des. Wäh­rend der Nor­den unter Hit­ze lei­det, dro­hen in den süd­li­chen Pro­vin­zen nach hef­ti­gen Regen­fäl­len Ern­te­aus­fäl­le durch Krank­hei­ten wie den Reis­brand. Die chi­ne­si­sche Zen­tral­bank (PBoC) reagier­te mit dem Ver­spre­chen, die Real­wirt­schaft wei­ter­hin durch eine mode­ra­te Locke­rung der Geld­po­li­tik und die Sicher­stel­lung aus­rei­chen­der Liqui­di­tät zu unter­stüt­zen.

Wäh­rungs­märk­te: Koor­di­nier­te Inter­ven­ti­on für den Yen

Ein zen­tra­les The­ma an den Devi­sen­märk­ten ist die koor­di­nier­te Inter­ven­ti­on der USA und Japans zur Stüt­zung des Yen, der zuvor auf ein 40-Jah­res-Tief gefal­len war. Der Yen leg­te dar­auf­hin deut­lich zu und stieg am Mon­tag­mor­gen auf etwa 155 pro Dol­lar. Bemer­kens­wert ist dabei die Stra­te­gie der USA: Um den US-Dol­lar nicht direkt zu schwä­chen und ihre eige­ne „Poli­tik des star­ken Dol­lars“ bei­zu­be­hal­ten, nutz­te das US-Finanz­mi­nis­te­ri­um Berich­ten zufol­ge Euro-Bestän­de, um Yen zu kau­fen.

Trotz die­ser mas­si­ven Ein­grif­fe äußer­ten Stra­te­gen von JPMor­gan Zwei­fel an der lang­fris­ti­gen Wir­kung, da die flüs­si­gen Mit­tel des US-Finanz­mi­nis­te­ri­ums für sol­che Ope­ra­tio­nen begrenzt sei­en. Japan bestä­tig­te zudem, dass es künf­tig die Repo-Fazi­li­tät der Fede­ral Reser­ve (FIMA) nut­zen wer­de, um Liqui­di­tät zu beschaf­fen, ohne US-Staats­an­lei­hen direkt ver­kau­fen zu müs­sen, was den US-Anlei­hen­markt sta­bi­li­sie­ren soll.

Geo­po­li­ti­sche Ent­span­nung und Ölpreis­sturz

Die glo­ba­len Ener­gie­märk­te ver­zeich­ne­ten einen deut­li­chen Rück­gang, nach­dem US-Prä­si­dent Donald Trump einen geplan­ten Angriff auf den Iran abge­sagt hat­te, um Ver­hand­lun­gen über ein neu­es Atom­ab­kom­men zu ermög­li­chen. Infol­ge­des­sen stürz­ten die Ölprei­se für Brent-Roh­öl um über 6 % auf etwa 82,41 Dol­lar ab. Die Hoff­nung auf eine Wie­der­eröff­nung der Stra­ße von Hor­mus und eine fried­li­che Lösung des Kon­flikts beru­hig­te die Märk­te.

Markt­tur­bu­len­zen in Süd­ko­rea und Japan

Nach Rekord­ge­win­nen am ver­gan­ge­nen Frei­tag kam es an der süd­ko­rea­ni­schen Bör­se zu mas­si­ven Gewinn­mit­nah­men. Der Kos­pi-Index fiel zeit­wei­se um über 5 %, wobei die Schwer­ge­wich­te Sam­sung Elec­tro­nics und SK Hynix Ver­lus­te von jeweils rund 9 % hin­neh­men muss­ten. Prä­si­dent Lee Jae Myung gerät unter poli­ti­schen Druck, da die von der Regie­rung ein­ge­führ­ten hoch­ris­kan­ten gehe­bel­ten ETFs (Exch­an­ge Traded Funds) für die extre­me Vola­ti­li­tät mit­ver­ant­wort­lich gemacht wer­den. Den­noch gibt es posi­ti­ve Signa­le aus der Real­wirt­schaft: Die süd­ko­rea­ni­sche Fabrik­ak­ti­vi­tät expan­dier­te im Juli dank einer star­ken Export­nach­fra­ge so deut­lich wie seit Jah­ren nicht mehr.

In Japan zeig­te sich ein ähn­li­ches Bild: Wäh­rend die Indus­trie­pro­duk­ti­on im Juli ein 12-Jah­res-Hoch erreich­te, gaben die Akti­en­in­di­zes Nik­kei 225 und Topix nach. Ein stär­ke­rer Yen belas­te­te die Export­aus­sich­ten japa­ni­scher Unter­neh­men. Toyo­ta wird vor­aus­sicht­lich den fünf­ten ope­ra­ti­ven Gewinn­rück­gang in Fol­ge ver­mel­den, was auch auf die Fol­gen eines schwe­ren Erd­be­bens in Süd­ja­pan in der ver­gan­ge­nen Woche zurück­ge­führt wird.

Wei­te­re regio­na­le Ent­wick­lun­gen

  • Indi­en: Die Zen­tral­bank (RBI) wird vor­aus­sicht­lich die Zins­sät­ze trotz glo­ba­ler Erhö­hun­gen unver­än­dert las­sen. Gleich­zei­tig kühlt sich der IPO-Boom in Indi­en ab, da Unter­neh­men auf­grund schwä­che­rer Markt­be­din­gun­gen ihre Ziel­be­wer­tun­gen sen­ken oder Bör­sen­gän­ge ver­schie­ben.
  • Süd­ost­asi­en: Die Fabrik­ak­ti­vi­tät in der Regi­on erhol­te sich von einem 11-Monats-Tief, ange­führt von Thai­land und Viet­nam. Viet­nam ver­zeich­ne­te jedoch den ach­ten monat­li­chen Han­dels­bi­lanz­de­fi­zit in Fol­ge.
  • Aus­tra­li­en: Das Land kämpft mit einem rapi­den Aus­bruch der Vogel­grip­pe (H5) bei Wild­vö­geln, wobei sich die Infek­tio­nen inner­halb einer Woche ver­drei­facht haben. Zudem begann in Syd­ney der Pro­zess gegen den pro­mi­nen­ten Radio­mo­de­ra­tor Alan Jones wegen mut­maß­li­cher sexu­el­ler Über­grif­fe.
  • Arbeits­markt: Ange­sichts des Man­gels an Ein­stiegs­jobs in der Hei­mat suchen immer mehr jun­ge Süd­ko­rea­ner Arbeit in Japan, wo Unter­neh­men hän­de­rin­gend nach Fach­kräf­ten suchen.

Über­sicht der wich­tigs­ten asia­tisch-pazi­fi­schen Markt­in­di­zes (Stand: 06:15 Uhr MEZ)

IndexLetz­ter KursTages­än­de­rung% Ände­rung
Nik­kei 22563.633,94−728,08−1,13 %
TOPIX3.949,07−54,23−1,35 %
SSE Com­po­si­te Index3.809,65−22,62−0,59 %
CSI 3004.554,62−33,58−0,73 %
Hang Seng Index25.895,44+11,01+0,04 %
Hang Seng Chi­na Enter­pri­ses Index8.622,93+10,78+0,13 %
KOSPI6.279,78−315,67−4,79 %
BSE Sen­sex78.624,15+529,51+0,68 %
Nif­ty 5024.552,55+168,95+0,69 %
Tai­wan Capi­ta­liza­ti­on Weigh­ted Index43.476,77+357,02+0,83 %
S&P/ASX 2008.964,00−12,80−0,14 %
NZX 50 Index13.738,52+39,24+0,29 %
S&P Asia 5010.768,98+862,19+8,70 %


*Bei den ange­zeig­ten Kur­sen han­delt es sich um Moment­auf­nah­men, da der Bör­sen­han­del zum Zeit­punkt der Erstel­lung die­ses Bei­trags noch läuft.

Han­dels­zei­ten der wich­tigs­ten asia­ti­schen Bör­sen

Japan – Tokyo Stock Exch­an­ge (Nik­kei 225)

  • Orts­zeit (JST): 9:00 – 11:30 Uhr und 12:30 – 15:00 Uhr
  • MEZ: 1:00 – 3:30 Uhr und 4:30 – 7:00 Uhr
  • MESZ: 0:00 – 2:30 Uhr und 3:30 – 6:00 Uhr
  • Mit­tags­pau­se: 11:30 – 12:30 Uhr Orts­zeit

Hong Kong – Hong Kong Stock Exch­an­ge (Hang Seng)

  • Orts­zeit (HKT): 9:30 – 12:00 Uhr und 13:00 – 16:00 Uhr
  • MEZ: 2:30 – 5:00 Uhr und 6:00 – 9:00 Uhr
  • MESZ: 3:30 – 6:00 Uhr und 7:00 – 10:00 Uhr
  • Mit­tags­pau­se: 12:00 – 13:00 Uhr Orts­zeit

Chi­na – Shang­hai Stock Exch­an­ge (SSE Com­po­si­te)

  • Orts­zeit (CST): 9:30 – 11:30 Uhr und 13:00 – 15:00 Uhr
  • MEZ: 2:30 – 4:30 Uhr und 6:00 – 8:00 Uhr
  • MESZ: 3:30 – 5:30 Uhr und 7:00 – 9:00 Uhr
  • Mit­tags­pau­se: 11:30 – 13:00 Uhr Orts­zeit

Süd­ko­rea – Korea Exch­an­ge (KOSPI)

  • Orts­zeit (KST): 9:00 – 15:20 Uhr
  • MEZ: 1:00 – 7:20 Uhr
  • MESZ: 0:00 – 6:20 Uhr
  • Kei­ne Mit­tags­pau­se

Indi­en – Bom­bay Stock Exch­an­ge (BSE Sen­sex)

  • Orts­zeit (IST): 9:15 – 15:30 Uhr
  • MEZ: 5:00 – 11:00 Uhr (Win­ter)
  • MESZ: 3:45 – 9:45 Uhr (Som­mer)
  • Kei­ne Mit­tags­pau­se

Aus­tra­li­en – ASX (S&P/ASX 200)

  • Orts­zeit (AEST): 10:00 – 16:00 Uhr
  • MEZ: 0:00 – 6:00 Uhr
  • MESZ: 23:00 – 5:00 Uhr (Vor­abend)
  • Kei­ne Mit­tags­pau­se

Sin­ga­pur – Sin­ga­po­re Exch­an­ge (SGX)

  • Orts­zeit (SGT): 9:00 – 12:00 Uhr und 13:00 – 17:00 Uhr
  • MEZ: 2:00 – 5:00 Uhr und 6:00 – 10:00 Uhr
  • MESZ: 3:00 – 6:00 Uhr und 7:00 – 11:00 Uhr

Wich­ti­ge Hin­wei­se:

Früh­han­del: Asia­ti­sche Bör­sen öff­nen bereits in den frü­hen Mor­gen­stun­den deut­scher Zeit (zwi­schen 0:00–7:00 Uhr MEZ)

Mit­tags­pau­sen: Beson­ders in Japan, Chi­na und Hong Kong gibt es aus­ge­dehn­te Mit­tags­pau­sen (1–1,5 Stun­den)

Wochen­en­de: Alle Bör­sen sind sams­tags und sonn­tags geschlos­sen

MESZ – euro­päi­sche Som­mer­zeit­um­stel­lung

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