Am Samstag, den 8. August 2026, prägten bedeutende politische Entscheidungen im US-Senat sowie wichtige Wirtschaftsdaten das Weltgeschehen, während sich Washington auf die Sommerpause vorbereitete.
Politische Durchbrüche im US-Senat
In den frühen Morgenstunden des Samstags schloss der US-Senat vor der August-Pause mehrere kritische Dossiers ab:
- Bestätigung von Todd Blanche: Mit einer knappen Mehrheit von 50 zu 49 Stimmen wurde Todd Blanche als der 88. US-Justizminister bestätigt. Die Abstimmung verlief weitgehend entlang der Parteilinien, wobei die republikanischen Senatorinnen Susan Collins und Lisa Murkowski gegen ihn stimmten, während der scheidende Senator Bill Cassidy den Ausschlag für Blanche gab. Blanche, ein ehemaliger Verteidigungsanwalt von Präsident Trump, steht nun vor der Herausforderung, ein Ministerium zu leiten, dessen Unabhängigkeit von Kritikern in Frage gestellt wird.
- Vermeidung eines Regierungsstillstands: Der Senat verabschiedete mit 90 zu 6 Stimmen ein überparteiliches Übergangsbudget (Continuing Resolution), das die Finanzierung der Regierung bis zum 11. Dezember sicherstellt. Damit wurde die unmittelbare Gefahr eines „Shutdowns“ Ende September abgewendet.
- Russland-Sanktionen: Zu Ehren des verstorbenen Senators Lindsey Graham wurde ein neues Sanktionsgesetz verabschiedet, das Strafzölle auf russische Energieimporte und Sanktionen gegen Käufer von russischem Öl und Gas (wie China und Indien) vorsieht.
Überraschende Wirtschaftsdaten und Unternehmensnachrichten
Der Arbeitsmarkt und die Finanzwelt lieferten am Wochenende Diskussionsstoff:
- Enttäuschender Arbeitsmarktbericht: Der Arbeitsmarktbericht für Juli zeigte eine unerwartete Schwäche. Während ein Zuwachs von 80.000 Stellen erwartet wurde, gingen tatsächlich 23.000 Arbeitsplätze verloren. Die Arbeitslosenquote sank zwar leicht auf 4,1 %, Experten führen dies jedoch auf die „falschen Gründe“ zurück, da immer mehr Menschen die Erwerbsbevölkerung verlassen. Besonders der Bildungssektor und die Gastronomie waren von Verlusten betroffen.
- Rekordgewinne bei Berkshire Hathaway: Das Konglomerat unter der Leitung von CEO Greg Abel meldete für das zweite Quartal einen operativen Gewinn von 12,98 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung von 16 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Trotz großer Akquisitionen, wie dem Hausbauer Taylor Morrison, verfügt das Unternehmen weiterhin über einen riesigen Cash-Berg von rund 365 Milliarden US-Dollar.
Internationale Krisen und Konflikte
An der außenpolitischen Front blieben die Spannungen hoch:
- Konflikt mit dem Iran: In Verhandlungen über die Straße von Hormus zeichnete sich noch keine endgültige Lösung ab. Während der Iran über den Oman signalisierte, den Schiffsverkehr regeln zu wollen, gibt es Berichte über Forderungen nach Durchfahrtsgebühren, was die USA strikt ablehnen. Zudem gibt es interne Berichte über einen besorgniserregenden Mangel an US-Munitionsvorräten (wie Patriot-Raketen), was die militärische Strategie gegen den Iran verkompliziert.
- Migrationskrise in Ceuta: In der spanischen Exklave Ceuta kam es zu einem massiven Ansturm von etwa 70.000 Migranten aus Marokko innerhalb von nur 48 Stunden. Fast 100 Menschen kamen bei dem Versuch ums Leben, die Grenze schwimmend zu umrunden.
Weitere Entwicklungen in den USA
- Druck auf die Federal Reserve: Die Trump-Administration verstärkt den Druck auf Fed-Gouverneurin Lisa Cook. Das Weiße Haus forderte sie in einem Schreiben auf, bis zum 26. August zu Vorwürfen des angeblichen Hypothekenbetrugs Stellung zu nehmen, was als Angriff auf die Unabhängigkeit der Zentralbank gewertet wird.
- Bauverbot im Weißen Haus: Ein Berufungsgericht entschied, dass Präsident Trump den Bau eines 400 Millionen US-Dollar teuren Ballsaals im Weißen Haus ohne Zustimmung des Kongresses stoppen muss.
- Golf-Sport: Die Rivalität zwischen der PGA Tour und der von Saudi-Arabien finanzierten LIV Golf hielt an. Berichten zufolge sucht LIV Golf nach einem neuen Finanzinvestor (BK Partners), um den Betrieb langfristig zu sichern, da die ursprünglichen massiven Cash-Infusionen aus Saudi-Arabien versiegen könnten.
Man beschäftigt sich mit amerikanischer Politik nicht aus Amerika-Faszination, sondern aus deutschem Eigeninteresse.
