Wochen­rück­blick: US-Bör­sen 35. KW 2026

Bör­sen- und Wirt­schafts­rück­blick: 24. – 28. August 2026

Wochen­über­blick

Die Han­dels­wo­che vom 24. bis 28. August 2026 war geprägt von der Jack­son-Hole-Rede von Fed-Chef Kevin Warsh, ent­täu­schen­den Kon­junk­tur­da­ten aus Chi­ca­go sowie der Nvi­dia-Haupt­ver­samm­lung mit über­ra­schend star­ker Umsatz­pro­gno­se. Der Markt zeig­te sich äußerst vola­til: Wäh­rend der Dow Jones die Woche mit einem leich­ten Plus von +0,26% been­de­te, gerie­ten vor allem Tech­no­lo­gie- und Chip-Akti­en unter Druck. Die 10-jäh­ri­ge Tre­asu­ry-Ren­di­te stieg auf ein neu­es Hoch von 4,73%, was die Sor­gen um eine restrik­ti­ve­re Geld­po­li­tik ver­stärk­te.

Am Frei­tag:

  • Der S&P 500 fiel um 19,23 Punk­te bzw. 0,2 % auf 7.711,76.
  • Der Dow Jones Indus­tri­al Avera­ge fiel um 9,45 Punk­te oder weni­ger als 0,1 % auf 53.559,99.
  • Der Nasdaq Com­po­si­te fiel um 138,93 Punk­te bzw. 0,5 % auf 26.402,42.
  • Der Rus­sell 2000-Index klei­ne­rer Unter­neh­men fiel um 41,97 Punk­te bzw. 1,4 % auf 2.972,37.

Für die Woche:

  • Der S&P 500 ist um 37,39 Punk­te bzw. 0,5 % gestie­gen.
  • Der Dow ist um 282,98 Punk­te oder 0,5 % gestie­gen.
  • Der Nasdaq ist um 221,97 Punk­te bzw. 0,8 % gestie­gen.
  • Der Rus­sell 2000 ist um 45,50 Punk­te oder 1,5 % gefal­len.

Für das Jahr:

  • Der S&P 500 ist um 866,26 Punk­te bzw. 12,7 % gestie­gen.
  • Der Dow ist um 5.496,70 Punk­te bzw. 11,4 % gestie­gen.
  • Der Nasdaq ist um 3.160,43 Punk­te bzw. 13,6 % gestie­gen.
  • Der Rus­sell 2000 ist um 490,46 Punk­te oder 19,8 % gestie­gen.

Tages­chro­no­lo­gie

Mon­tag, 24.08. – Tech-Abver­kauf trifft den Nasdaq

Der Dow Jones eröff­ne­te die Woche mit einem Plus von +0,26% (53.417 Punk­te), wäh­rend S&P 500 (-0,28%) und Nasdaq Com­po­si­te (-0,76%) Ver­lus­te hin­neh­men muss­ten. AI-Infra­struk­tur-Akti­en führ­ten den Abver­kauf an: Micron (-5,8%), San­disk (-6,4%), AMD (-3,5%) und Intel (-3,1%) sack­ten ab, wäh­rend Nvi­dia mit ‑2,9% vor den am Mitt­woch anste­hen­den Quar­tals­zah­len unter Druck geriet. Stüt­zend wirk­ten defen­si­ve Wer­te wie Visa (+3,2%), Walm­art (+2,7%) und Dis­ney (+2,7%). Die 10-Jah­res-Ren­di­te lag über 4,7% (nahe dem 20-Monats-Hoch von 4,75%), wäh­rend der Dol­lar-Index bei 98,8 ein Drei­mo­nats­tief mar­kier­te. Geo­po­li­tisch eska­lier­te die Lage durch neue US-Sank­tio­nen gegen den Iran und die Ankün­di­gung von 50% Zöl­len auf kana­di­sche Waren.

Diens­tag, 25.08. – Tech-Rebound vor Nvi­dia

Die Märk­te erhol­ten sich. Der Dow stieg um +0,30% auf 53.577 Punk­te, S&P 500 und Nasdaq gewan­nen jeweils rund 0,6%. Nvi­dia leg­te vor den Ergeb­nis­sen +2,2% zu, unter­stützt von Erwar­tun­gen mas­si­ver IPOs im AI-Sek­tor (Anthro­pic, Ope­nAI). Merck (+3,8%) und Gold­man Sachs (+2,4%) führ­ten die Gewin­ner im Dow an. Auf der Makro­ebe­ne zeig­te sich ein gemisch­tes Bild: Der Kan­sas Fed Manu­fac­tu­ring Index sprang auf 17 (höchs­ter Stand seit April 2022), wäh­rend der Rich­mond Fed Index mit 4 unter den Erwar­tun­gen (7) blieb. Die 10-Jah­res-Ren­di­te fiel leicht auf 4,65%, da Ölprei­se nach­ga­ben.

Mitt­woch, 26.08. – Nvi­dia lie­fert, Meta siegt

Der Han­del ver­lief unein­heit­lich. Der Dow schloss mit -0,16% bei 53.490 Punk­ten. Nike (-2,3%), Alpha­bet (-2,3%) und Merck (-2,1%) domi­nier­ten die Ver­lie­rer­sei­te. Meta sprang um +4%, nach­dem ein 16,7‑Mrd.-Dollar-Settlement mit US-Bun­des­staa­ten über Social-Media-Stra­te­gien für Jugend­li­che bekannt wur­de. Intuit stürz­te um -10% ab, da die Pro­gno­se ent­täusch­te. Nach Han­dels­schluss lie­fer­te Nvi­dia dann die Wochen-High­lights: Der EPS lag bei 2,22 USD (Erwar­tung: 2,08 USD), beglei­tet von einer atem­be­rau­ben­den Umsatz­pro­gno­se von +70% für das nächs­te Geschäfts­jahr. Auch Sales­force über­traf mit 5,90 USD EPS (Erwar­tung: 3,28 USD) mas­siv die Pro­gno­sen.

Don­ners­tag, 27.08. – Nvi­dia-Ral­ly trifft auf hei­ße Infla­ti­on

Die Nvi­dia-Ergeb­nis­se lös­ten einen Tech-Ral­ly aus: Der Kon­zern selbst stieg um +8,6%, Sales­force sogar um +21,6%. Der S&P 500 gewann +0,7%, der Nasdaq +1,4%, wäh­rend der Dow mit +0,19% auf 53.564 Punk­te zuleg­te. Doch die Eupho­rie wur­de durch hei­ße Infla­ti­ons­da­ten gedämpft: Der PCE-Preis­in­dex stieg im Juli um 0,2% (Erwar­tung: +0,1%), die Jah­res­ra­te klet­ter­te auf 3,7% (Erwar­tung: 3,6%). Die Kern­in­fla­ti­on (Core PCE) blieb bei 3,3%. Par­al­lel dazu über­rasch­ten die Dura­ble Goods Orders mit +1,1% (Erwar­tung: +0,5%) und das Per­so­nal Inco­me leg­te um +0,4% zu. Die 10-Jah­res-Ren­di­te stieg auf 4,66%, der Dol­lar-Index über­wand die 99-Punk­te-Mar­ke. Nega­tiv fie­len die New Home Sales mit einem Rück­gang auf 607.000 (6‑Monatstief) sowie ein rekord­ho­hes Goods Trade Defi­cit von -118,8 Mrd. USD auf.

Frei­tag, 28.08. – Warshs Jack­son-Hole-Rede setzt dem Markt ein Stopp­schild

Die Stim­mung kipp­te nach der viel­be­ach­te­ten Rede von Fed-Chef Kevin Warsh in Jack­son Hole. Der Dow schloss mit -0,02% bei 53.560 Punk­ten, der S&P 500 gab ‑0,2% nach, der Nasdaq ver­lor ‑0,7%. Nvi­dia fiel um -4,5% zurück, Mar­vell sogar um -10,3% (trotz bes­se­rer Ergeb­nis­se). Warsh beton­te in sei­ner ers­ten gro­ßen Rede seit Amts­an­tritt im Mai, dass die zugrun­de lie­gen­de Infla­ti­on nicht signi­fi­kant nach­lässt, der Arbeits­markt sich bei Voll­be­schäf­ti­gung befin­de und die Fed das PCE-Index-Ziel von 2% strikt ver­fol­gen wer­de. Er bezeich­ne­te Zins­sät­ze wei­ter­hin als das „vor­herr­schen­de Werk­zeug“ der Geld­po­li­tik. Die Märk­te reagier­ten sofort: Die Wahr­schein­lich­keit einer Zins­er­hö­hung im Sep­tem­ber stieg auf fast 50%, die 10-Jah­res-Ren­di­te klet­ter­te auf 4,73% und der Dol­lar-Index auf 99,5. Hin­zu kam ein desas­trö­ser Chi­ca­go PMI, der auf 47,1 ein­brach (Erwar­tung: 58,3) – der stärks­te Kon­trak­ti­ons­schub seit Dezem­ber 2025. Das revi­dier­te Michi­gan-Ver­brau­cher­ver­trau­en lag bei 51,7, den­noch 6% unter dem Juli-Niveau. Zudem wur­den die Non­farm Pay­rolls für die letz­ten 12 Mona­te um 79.000 nach unten revi­diert.

Wich­ti­ge Wirt­schafts­da­ten im Detail

Indi­ka­torWertErwar­tungBewer­tung
PCE Preis­in­dex (MoM)+0,2%+0,1%Über Erwar­tung
PCE Preis­in­dex (YoY)3,7%3,6%Über Erwar­tung
Core PCE (YoY)3,3%3,3%Wie erwar­tet
Dura­ble Goods Orders+1,1%+0,5%Stark
Per­so­nal Inco­me+0,4%+0,2%Stark
Real Per­so­nal Spen­ding0,0%Sta­gna­ti­on
Initi­al Jobless Claims203.000208.000Bes­ser als erwar­tet
Chi­ca­go PMI47,158,3Deut­lich unter Erwar­tung (Kon­trak­ti­on)
New Home Sales607.000620.000Schwach
Goods Trade Balan­ce-118,8 Mrd.Sehr schwach
Michi­gan Con­su­mer Sen­ti­ment51,751,0Leicht revi­diert, aber schwach

Ein­zel­ak­ti­en & Sek­to­ren

Gewin­ner der Woche:

  • Nvi­dia: Trotz Vola­ti­li­tät (+8,6% am Don­ners­tag, ‑4,5% am Frei­tag) domi­nier­te der Chip-Her­stel­ler mit einer 70%-Umsatzprognose für das nächs­te Jahr.
  • Sales­force: +21,6% am Don­ners­tag nach über­ra­schend star­kem EPS von 5,90 USD.
  • Ama­zon: +4,0% am Frei­tag, stütz­te den Dow.
  • Visa & Mas­ter­card: Kre­dit­kar­ten-Sek­tor zeig­te rela­ti­ve Stär­ke (Visa auf 14-Monats­hoch).

Ver­lie­rer der Woche:

  • McDo­nalds: Fiel auf ein 24-Monats­tief (260,63 USD), 12-Monats-Per­for­mance: ‑16,5%.
  • Mar­vell: ‑10,3% am Frei­tag trotz bes­se­rer Quar­tals­zah­len.
  • Intuit: ‑10% am Mitt­woch nach ent­täu­schen­der Pro­gno­se.
  • TJX Com­pa­nies: 51-Wochen-Tief bei 137,53 USD.

Sek­tor­ent­wick­lung:

  • AI/Infrastruktur: Extrem vola­til. Nvi­dia, Broad­com, AMD und Soft­ware-Wer­te (CrowdStrike, Palo Alto) schwank­ten stark zwi­schen Gewinn­mit­nah­men und Eupho­rie.
  • Indus­trie: Cater­pil­lar (4‑Wo­chen-Tief bei 800,21 USD) und 3M unter Druck.
  • Phar­ma: Merck und AbbVie zeig­ten Schwä­che.
  • Einzelhandel/Consumer: Nike und Home Depot schwach, Walm­art und Ama­zon resi­li­ent.

Zin­sen, Wäh­rung & Roh­stof­fe

  • 10-Jah­res-Tre­asu­ry: Stieg von 4,65% auf 4,73% – das höchs­te Niveau seit Mona­ten. Trei­ber waren Warshs haw­ki­she Töne, hohe Staats­de­fi­zi­te und mas­si­ve AI-beding­te Unter­neh­mens­an­lei­he-Emis­sio­nen.
  • 30-Jah­res-Hypo­the­ken­zins: Hielt sich bei 6,66% (Fred­die Mac) bzw. 6,78% (MBA).
  • US-Dol­lar: Erhol­te sich vom Drei­mo­nats­tief (98,8) auf 99,5, getra­gen von stei­gen­den Short-Term-Ren­di­ten und Zins­er­hö­hungs­er­war­tun­gen.
  • Öl: Etwas ent­spann­te sich die Lage nach diplo­ma­ti­schen Signa­len im Iran-Kon­flikt, blieb aber auf hohem Niveau.
  • Gold: (Nicht expli­zit erwähnt, aber impli­zit durch Dol­lar-Erho­lung unter Druck).

Fazit

Die Woche ende­te mit einem gemisch­ten Fazit: Wäh­rend die AI-Eupho­rie um Nvi­dia kurz­zei­tig den Nasdaq auf Hoch­glanz polier­te, domi­nier­ten am Wochen­en­de die Sor­gen um eine restrik­ti­ve­re Fed-Poli­tik. Kevin Warsh hat in Jack­son Hole klar gemacht, dass die Infla­ti­on nicht als besiegt gilt und die Noten­bank not­falls wie­der aggres­si­ver wer­den wird. Die Kom­bi­na­ti­on aus:

  • über­ra­schend hoher Infla­ti­on (PCE 3,7%),
  • einem abrupt ein­bre­chen­den Chi­ca­go PMI (47,1),
  • stei­gen­den Staats­de­fi­zi­ten und
  • einer hoch­ge­la­de­nen geo­po­li­ti­schen Lage (Iran, Han­dels­kon­flikt mit Kana­da)

lässt den Markt in einer Zwi­schen­la­ge aus Stag­fla­ti­ons­ängs­ten und Tech-Opti­mis­mus ver­har­ren. Der Arbeits­markt zeigt sich robust (nied­ri­ge Jobless Claims), doch die Ver­brau­cher­stim­mung trübt sich merk­lich ein.

Aus­blick: Woche vom 31.08.2026

Die kom­men­de Woche steht im Zei­chen der US-Arbeits­markt­da­ten und glo­ba­ler Kon­junk­tur­in­di­ka­to­ren:

  • USA: BLS Employ­ment Situa­ti­on (Arbeits­markt­be­richt), ISM PMIs (Manu­fac­tu­ring & Ser­vices)
  • Euro­pa: Euro­zo­ne-Infla­ti­on und Arbeits­lo­sen­quo­te
  • Asi­en: Chi­nas August-PMIs, Japans Ein­zel­han­dels­um­sät­ze, Indus­trie­pro­duk­ti­on und Ver­brau­cher­ver­trau­en
  • Sons­ti­ge: GDP-Daten aus Bra­si­li­en, Indi­en und Aus­tra­li­en; Zins­ent­schei­de der Noten­ban­ken in Kana­da und Neu­see­land

Der Markt wird beson­ders die FOMC-Teil­neh­mer genau beob­ach­ten, die zuneh­mend beto­nen, dass die USA sich bei „Voll­be­schäf­ti­gung“ befin­den – ein Signal, das die Tür für eine Zins­er­hö­hung im Sep­tem­ber wei­ter offen hält. Die Span­nung zwi­schen AI-getrie­be­ner Tech-Ral­ly und makro­öko­no­mi­scher Abküh­lung dürf­te die Vola­ti­li­tät wei­ter erhö­hen.


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