Asi­ens Bör­sen am Mor­gen – 11.09.2026

Bör­sen­nach­rich­ten aus dem asia­tisch-pazi­fi­schen Raum

1. Ölpreis-Schock, Zins­ängs­te und glo­ba­le Markt­ver­lus­te

  • Mas­si­ver Anstieg der Roh­öl­prei­se: Die Roh­öl­prei­se zogen kräf­tig an, wobei die Sor­te Brent auf bis zu 109,97 US-Dol­lar pro Bar­rel stieg und West Texas Inter­me­dia­te (WTI) die Mar­ke von 103 US-Dol­lar über­schritt. Auf Wochen­sicht ver­zeich­ne­ten bei­de Refe­renz­sor­ten einen Zuwachs von knapp 13 %, was den stärks­ten wöchent­li­chen Anstieg seit Mit­te Juli dar­stellt.
  • Eska­la­ti­on im Nahen Osten: Haupt­ur­sa­che für die Sor­gen vor anhal­ten­den Lie­fer­un­ter­bre­chun­gen ist die geo­po­li­ti­sche Lage im Nahen Osten. Neben Gefech­ten zwi­schen den USA und dem Iran besetz­ten Iran-nahe Hou­t­hi-Rebel­len die jeme­ni­ti­sche Hafen­stadt Mocha, was den Schiffs­ver­kehr im Roten Meer sowie in der Stra­ße von Hor­mus schwer beein­träch­tigt.
  • US-Poli­tik und Die­sel-Höchst­stand: US-Prä­si­dent Donald Trump warn­te vor mög­li­chen US-Angrif­fen auf Irans Stand­ort Pick­a­xe Moun­tain nahe der Nukle­ar­an­la­ge Natanz und erklär­te, er erwar­te ein Ende des Krie­ges erst nach den US-Mid­term-Elec­tions im Novem­ber. In den USA stieg der durch­schnitt­li­che Die­sel­preis infol­ge der Unter­bre­chun­gen erst­mals über­haupt über 6 US-Dol­lar pro Gal­lo­ne.
  • Infla­ti­ons­druck und Zins­er­hö­hungs­er­war­tun­gen: Ein Anstieg des US-Erzeu­ger­preis­in­dex (PPI) um 0,4 % im August ver­stärk­te an den Märk­ten die Erwar­tung, dass die Fede­ral Reser­ve bei ihrer nächs­ten Sit­zung die Zin­sen anhe­ben wird; die Markt­preis­wahr­schein­lich­keit hier­für stieg auf über 70 %. Die Ren­di­te 10-jäh­ri­ger US-Staats­an­lei­hen näher­te sich mit 4,965 % der Mar­ke von 5 %.
  • Druck auf Akti­en­märk­te und Roh­stof­fe: Die Sor­ge vor einer welt­weit stren­ge­ren Geld­po­li­tik lös­te Kurs­ver­lus­te an den inter­na­tio­na­len Bör­sen aus. Der japa­ni­sche Nik­kei 225 fiel um 2,8 % (bzw. 2,13 %), der süd­ko­rea­ni­sche KOSPI ver­lor 2,10 %, und indi­sche Indi­zes wie der BSE Sen­sex fie­len auf Drei-Monats-Tiefs. Der Spot­preis für Gold gab nach und steu­er­te bei rund 4.324,79 US-Dol­lar pro Unze auf den drit­ten wöchent­li­chen Ver­lust in Fol­ge zu.

2. Japan: Bevor­ste­hen­der BOJ-Zins­schritt, Infla­ti­on und Devi­sen­markt

  • Geplan­te Leitz­ins­an­he­bung der Bank of Japan: Die Bank of Japan (BOJ) steht nach Infor­ma­tio­nen aus Noten­bank­krei­sen vor einer Anhe­bung ihres Leit­zin­ses um 25 Basis­punk­te auf 1,25 % bei ihrer Sit­zung am 17. und 18. Sep­tem­ber. Ein Zins­ni­veau von 1,25 % wäre der höchs­te Stand in Japan seit 31 Jah­ren.
  • Unei­nig­keit im Noten­bank­rat: BOJ-Gou­ver­neur Kazuo Ueda könn­te im Anschluss signa­li­sie­ren, dass die Zen­tral­bank bereit ist, das Straf­fungs­tem­po bei anhal­ten­dem Infla­ti­ons­druck zu beschleu­ni­gen. Im Noten­bank­rat ste­hen sich Fal­ken und Tau­ben wie Toi­chi­ro Asa­da gegen­über, wäh­rend BOJ-Rats­mit­glied Kazu­y­u­ki Masu dämp­fend erklär­te, er sehe kei­ne Anzei­chen für einen abrup­ten Infla­ti­ons­sprung, der einen grö­ße­ren Zins­schritt recht­fer­ti­gen wür­de.
  • Hohe Erzeu­ger­prei­se: Die japa­ni­schen Erzeu­ger­prei­se stie­gen im August im Jah­res­ver­gleich um 7,6 %, was den Druck auf Unter­neh­men erhöht, Kos­ten an Ver­brau­cher wei­ter­zu­ge­ben. Die Kern­ver­brau­cher­in­fla­ti­on (Kern-CPI) wird für August vor­erst sta­bil bei 1,8 % erwar­tet, da staat­li­che Sub­ven­tio­nen für Elek­tri­zi­tät und Gas den Anstieg der Import­kos­ten abfe­dern.
  • Devi­sen­markt und US-Kom­mu­ni­ka­ti­on: Japans Finanz­mi­nis­te­rin Satsuki Kata­ya­ma beton­te, dass die Regie­rung wei­ter­hin eng mit den USA zusam­men­ar­bei­ten wer­de, um geord­ne­te Wäh­rungs­märk­te zu gewähr­leis­ten. Zu Äuße­run­gen von US-Finanz­mi­nis­ter Scott Bes­sent merk­te Kata­ya­ma an, dass des­sen direk­te Markt­an­sich­ten gut zu sei­nem Hin­ter­grund in der Hedge­fonds-Bran­che pas­sen.

3. Chi­na: Auto­no­mes Fah­ren, Kapi­tal­sprit­zen und Bör­sen­gang von Enfla­me

  • Road­map für auto­no­mes Fah­ren bis 2030: Das chi­ne­si­sche Indus­trie- und Infor­ma­ti­ons­mi­nis­te­ri­um ver­öf­fent­lich­te einen Stra­te­gie­plan, der bis 2030 den groß­flä­chi­gen Ein­satz auto­nom fah­ren­der Fahr­zeu­ge auf Auto­bah­nen, Schnell­stra­ßen und aus­ge­wähl­ten Stadt­stra­ßen anstrebt. Zudem soll die Ent­wick­lung meh­re­rer chi­ne­si­scher Auto­mo­bil­her­stel­ler geför­dert wer­den, die welt­weit unter den Top 10 nach Umsatz ran­gie­ren.
  • Mil­li­ar­den-Kapi­tal­sprit­zen für Staats­ver­si­che­rer: Fünf staat­li­che chi­ne­si­sche Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaf­ten – dar­un­ter Chi­na Life Insu­rance (Group) Co, PICC Group, Chi­na Tai­ping Insu­rance Group, Chi­na Reinsu­rance (Group) Corp und der Poli­cy-Ver­si­che­rer Sino­sure – erhal­ten vom Finanz­mi­nis­te­ri­um bis zu 70 Mil­li­ar­den Yuan (10,4 Mil­li­ar­den US-Dol­lar) über Spe­zi­al­an­lei­hen. Das Kapi­tal soll die Eigen­ka­pi­tal­ba­sis stär­ken und die Puf­fer vor stren­ge­ren Sol­venz­re­geln im Jahr 2026 erhö­hen.
  • Bör­sen­de­büt von Shang­hai Enfla­me Tech­no­lo­gy: Der vom Tech­no­lo­gie­kon­zern Ten­cent unter­stütz­te KI-Chip­her­stel­ler Shang­hai Enfla­me Tech­no­lo­gy ver­zeich­ne­te bei sei­nem Bör­sen­start am STAR Mar­ket in Shang­hai einen Kurs­an­stieg von rund 200 %, nach­dem das Unter­neh­men beim Bör­sen­gang 6,12 Mil­li­ar­den Yuan ein­ge­nom­men hat­te. Ten­cent hält 17,95 % der Antei­le und zeich­ne­te 2025 für knapp 84 % der Enfla­me-Umsät­ze ver­ant­wort­lich.

4. Indi­en: Wäh­rungs­in­ter­ven­tio­nen und Debat­te über Lebens­mit­tel-Warn­hin­wei­se

  • Inter­ven­ti­on der Reser­ve Bank of India: Auf­grund des Drucks durch stei­gen­de Ölprei­se und höhe­rer US-Anlei­he­ren­di­ten gab die Indi­sche Rupie bis auf 95,79 pro US-Dol­lar nach. Um den Ver­fall der Wäh­rung abzu­fe­dern, grif­fen staat­li­che Ban­ken im Auf­trag der Reser­ve Bank of India (RBI) mit Dol­lar­ver­käu­fen am Devi­sen­markt ein.
  • Debat­te um Warn­hin­wei­se für Lebens­mit­tel: Ein Vor­stoß der indi­schen Lebens­mit­tel­be­hör­de FSSAI (Food Safe­ty and Stan­dards Aut­ho­ri­ty of India), stren­ge rote Warn­hin­wei­se für Pro­duk­te mit hohem Gehalt an Zucker, Fett oder gesät­tig­ten Fett­säu­ren ein­zu­füh­ren, hat eine Debat­te über die Abhän­gig­keit des Lan­des von bil­li­gen ver­pack­ten Lebens­mit­teln aus­ge­löst.
  • Kon­sum­ge­wohn­hei­ten und Qua­li­täts­un­ter­schie­de: Inter­na­tio­na­le Kon­zer­ne wie Nest­le (Her­stel­ler der Mag­gi-Instant­nu­deln) und Coca-Cola (mit der loka­len Mar­ke Thums Up) bedie­nen einen indi­schen Markt für ver­pack­te Lebens­mit­tel, der 2026 ein Volu­men von 137,25 Mil­li­ar­den US-Dol­lar erreich­te. Kri­ti­ker wei­sen dar­auf hin, dass Rezep­tu­ren in Indi­en oft güns­ti­ge­re Zuta­ten wie Palm­öl statt Son­nen­blu­men­öl ent­hal­ten.

5. Korea­ni­sche Halb­in­sel: US-Inves­ti­tio­nen und Bin­nen­kon­sum in Nord­ko­rea

  • Süd­ko­rea­ni­sche Inves­ti­ti­ons­ge­sprä­che mit den USA: Die süd­ko­rea­ni­sche Pre­mier­mi­nis­te­rin Han Seong-sook erklär­te, dass die Ver­hand­lun­gen über eine geplan­te 350-Mil­li­ar­den-Dol­lar-Inves­ti­ti­ons­zu­sa­ge an die USA gut vor­an­kom­men. Vor­wür­fe von US-Wirt­schafts­ver­tre­tern bezüg­lich einer Dis­kri­mi­nie­rung von US-Digi­tal­un­ter­neh­men (etwa im Zusam­men­hang mit Ermitt­lun­gen gegen Cou­pang) wies Han zurück und beton­te, dass Süd­ko­rea Unter­neh­men nicht nach ihrer Natio­na­li­tät benach­tei­li­ge.
  • Kon­sum­of­fen­si­ve in Nord­ko­rea: Unter Macht­ha­ber Kim Jong Un baut Nord­ko­rea staat­lich kon­trol­lier­te Frei­zeit- und Kon­sum­an­ge­bo­te aus. Neben Luxus-Ein­kaufs­zen­tren und den Sam­ji­yon-Hotels eröff­ne­te das Küs­ten­re­sort Won­s­an Kal­ma, das Kim zusam­men mit sei­ner Toch­ter Kim Ju Ae besuch­te. Ana­lys­ten sehen dar­in den Ver­such, pri­va­tes Ver­mö­gen in staat­li­che Kanä­le zu len­ken und inof­fi­zi­el­le Märk­te zurück­zu­drän­gen. Finan­zi­el­le Mit­tel stam­men unter ande­rem aus Kryp­to-Dieb­stäh­len und Ein­nah­men aus Trup­pen­ein­sät­zen im Ukrai­ne-Krieg für Russ­land.

6. Hong­kong, Tai­wan und Wei­te­re Mel­dun­gen

  • Haft­stra­fen für Hong­kon­ger Demo­kra­tie-Akti­vis­ten: Ein Gericht in Hong­kong ver­ur­teil­te die frü­he­ren Anfüh­rer der auf­ge­lös­ten Hong Kong Alli­ance, Lee Cheuk-yan und Chow Hang-tung, zu jeweils sie­ben Jah­ren Haft wegen Anstif­tung zur Sub­ver­si­on. Grund war ihre Rol­le bei der Orga­ni­sa­ti­on der jähr­li­chen Mahn­wa­chen zum Tian­an­men-Mas­sa­ker von 1989. Der frü­he­re Par­tei­vor­sit­zen­de Albert Ho erhielt nach einem Schuld­ein­ge­ständ­nis fünf Jah­re und zwei Mona­te Haft.
  • Film­for­füh­rung in Tai­wan sorgt für Unru­he: Eine geschlos­se­ne Vor­füh­rung des sowje­ti­schen Pro­pa­gan­da­films Smas­hing Mili­ta­rist Japan von 1945 durch die rus­si­sche Ver­tre­tung in Tai­peh lös­te bei Tai­wans Regie­rung Besorg­nis aus. Offi­zi­el­le Stel­len in Tai­wan sehen dar­in den Ver­such Russ­lands, Chi­nas Nar­ra­tiv über eine angeb­li­che Auf­rüs­tungs­ge­fahr durch Japan zu ver­stär­ken und Zwie­tracht zwi­schen Tai­wan und sei­nen Part­nern zu säen.
  • Luft­fahrt­auf­trag für Air­bus: Die Flug­ge­sell­schaft Viet­nam Air­lines schloss eine Absichts­er­klä­rung mit Air­bus über die Lie­fe­rung von fünf Lang­stre­cken­flug­zeu­gen des Typs A350-900 mit Aus­lie­fe­rung in den Jah­ren 2033 und 2034 ab.

Die rasant stei­gen­den Ölprei­se infol­ge der Roll­over-Kon­flik­te im Nahen Osten schla­gen mit vol­ler Här­te auf die asia­ti­schen Finanz­märk­te und Volks­wirt­schaf­ten durch. Import­ab­hän­gig­keit, stei­gen­de Infla­ti­ons­ängs­te und der Druck auf die hei­mi­schen Wäh­run­gen prä­gen das aktu­el­le Bild.


1. Ölpreis­ral­lye und geo­po­li­ti­sche Lage

Der glo­ba­le Ölmarkt steht unter mas­si­vem Ver­sor­gungs­druck: Die Refe­renz­sor­te Brent-Roh­öl klet­ter­te im asia­ti­schen Han­del auf bis zu 109,97 US-Dol­lar pro Bar­rel, wäh­rend die US-Sor­te WTI die Mar­ke von 103 US-Dol­lar über­schritt. Auf Wochen­sicht ver­zeich­ne­ten die Roh­öl­prei­se einen Zuwachs von knapp 13 % – den stärks­ten wöchent­li­chen Anstieg seit Mit­te Juli.

Haupt­trei­ber der Ent­wick­lung sind geo­po­li­ti­sche Eska­la­tio­nen:

  • Schiff­fahrts­blo­cka­den: Neben den Gefech­ten zwi­schen den USA und dem Iran haben Iran-nahe Hou­t­hi-Rebel­len die jeme­ni­ti­sche Hafen­stadt Mocha besetzt und bedro­hen den Tan­ker­ver­kehr am Bab el-Man­deb sowie im Roten Meer. Gleich­zei­tig bleibt der Schiffs­ver­kehr durch die Stra­ße von Hor­mus stark ein­ge­schränkt.
  • Pro­gno­sen & Poli­tik­aus­sich­ten: Markt­ana­lys­ten war­nen, dass Brent bei wei­te­ren Lie­fer­aus­fäl­len im vier­ten Quar­tal auf 121,99 US-Dol­lar stei­gen könn­te. US-Prä­si­dent Donald Trump stell­te klar, dass er vor den US-Mid­term-Elec­tions im Novem­ber nicht mit einem Ende des Iran-Krie­ges rech­net. Die wei­te­re Dau­er der Ölpreis­ral­lye hängt laut Exper­ten nun maß­geb­lich vom Kauf­ver­hal­ten Chi­nas ab, dem welt­weit größ­ten Roh­öl­im­por­teur.

2. Ein­bruch an den asia­ti­schen Akti­en­märk­ten

Die Furcht vor einer anhal­ten­den Wel­le der Infla­ti­on und einer welt­wei­ten Straf­fung der Geld­po­li­tik führ­te zu brei­ten Kurs­ver­lus­ten an den Bör­sen der Regi­on:

  • Japan: Der Nik­kei 225 brach um 2,8 % bis 3,0 % ein und fiel unter 63.500 Punk­te, wäh­rend der brei­te­re Topix um 1,9 % nach­gab. Beson­ders Halb­lei­ter- und Tech­no­lo­gie­ak­ti­en gerie­ten unter Ver­kaufs­druck, dar­un­ter Kioxia Hol­dings (-6,9 %), Advan­test (-6,2 %) und die Soft­Bank Group (-5,9 %).
  • Süd­ko­rea: Der KOSPI ver­lor 2,1 % bis 2,7 % (auf ca. 6.850 Punk­te). Markt­grö­ßen wie Sam­sung Elec­tro­nics und SK Hynix gaben jeweils knapp 4 % ab, Hyun­dai Motor ver­lor 1,9 %.
  • Indi­en: Der BSE Sen­sex (-0,63 % bis ‑1,0 % auf 74.188 Punk­te) und der Nif­ty 50 (-0,72 % bis ‑0,92 %) fie­len auf die nied­rigs­ten Stän­de seit drei Mona­ten. 15 von 16 Bran­chen­sek­to­ren gaben nach, allen vor­an Finanz- (-1,4 %), Metall- (-2,8 %) und Auto­mo­bil­wer­te (-1,3 %).
  • Chi­na & Hong­kong: Der Shang­hai Com­po­si­te gab um 1,5 % auf 3.974 Punk­te nach, der Shen­zhen Com­po­nent ver­lor 1,3 % und der CSI 300 fiel um 1,59 %. Der tech­no­lo­gie­ori­en­tier­te STAR Mar­ket in Shang­hai büß­te über 2 % ein.
  • Aus­tra­li­en: Der S&P/ASX 200 ver­lor 0,8 % bis 1,03 %, belas­ted von Berg­bau-Schwer­ge­wich­ten wie BHP (-4,1 %).
  • Gesamt­wirt­schaft­li­che Indi­zes: Der MSCI Asia Paci­fic Index außer­halb Japans ver­lor 1,8 %, der S&P Asia 50 gab um 2,50 % nach.

3. Tur­bu­len­zen an den Anlei­he- und Devi­sen­märk­ten

Par­al­lel zu den Roh­stoff­prei­sen zogen die Kapi­tal­markt­zin­sen welt­weit kräf­tig an:

  • Stei­gen­de Anlei­he­ren­di­ten: Die Ren­di­te 10-jäh­ri­ger US-Staats­an­lei­hen klet­ter­te auf 4,965 %. In Aus­tra­li­en sprang die 10-jäh­ri­ge Ren­di­te über 5,3 % – der höchs­te Stand seit Mai 2011. Die 10-jäh­ri­ge japa­ni­sche Staats­an­lei­he­ren­di­te stieg auf 2,965 % bis 2,99 %, und in Indi­en stieg die 10-jäh­ri­ge Ren­di­te über die Mar­ke von 7 %.
  • Wäh­rungs­druck und Inter­ven­tio­nen: Der erstark­te US-Dol­lar setz­te asia­ti­sche Wäh­run­gen unter Druck:
    • Indi­sche Rupie: Die Rupie schwäch­te sich auf 95,70 bis 95,79 pro Dol­lar ab. Die Reser­ve Bank of India (RBI) griff über staat­li­che Ban­ken mit Dol­lar­ver­käu­fen ein. Händ­ler merk­ten jedoch an, dass sich die Noten­bank ange­sichts des star­ken Wäh­rungs­drucks mit aggres­si­ven Stüt­zungs­ver­käu­fen zurück­hält.
    • Japa­ni­scher Yen: Der Yen schwäch­te sich auf über 154 Yen pro Dol­lar ab. Finanz­mi­nis­te­rin Satsuki Kata­ya­ma beton­te, dass Tokio bezüg­lich der Devi­sen­märk­te in engem Kon­takt mit den USA blei­be.
    • Süd­ko­rea­ni­scher Won: Der Won gab auf rund 1.346 Won pro Dol­lar nach.

4. Zins­druck und Reak­tio­nen der asia­ti­schen Zen­tral­ban­ken

Der Ener­gie­preis­schock ver­schärft die Import­in­fla­ti­on in Asi­en und zwingt die Wäh­rungs­hü­ter zu geld­po­li­ti­schen Gegen­maß­nah­men:

  • Japan (Bank of Japan): Obwohl staat­li­che Strom- und Gas­sub­ven­tio­nen die Kern­ver­brau­cher­in­fla­ti­on (Kern-CPI) vor­erst bei 1,8 % hal­ten, stieg die Groß­han­del­sin­fla­ti­on (PPI) im August auf 7,6 %. Die BOJ steht nun unmit­tel­bar davor, bei ihrer Sit­zung am 17./18. Sep­tem­ber den Leit­zins um 25 Basis­punk­te auf 1,25 % anzu­he­ben – ein 31-Jah­res-Hoch.
  • Aus­tra­li­en (Reser­ve Bank of Aus­tra­lia): Zins-Swaps signa­li­sie­ren mitt­ler­wei­le eine 84-%-Wahrscheinlichkeit für eine vier­te Zins­er­hö­hung in die­sem Jahr auf der Sep­tem­ber-Sit­zung, wobei der Leitz­ins­an­he­bungs­pfad Anfang nächs­ten Jah­res bei 4,85 % gip­feln könn­te.
  • Süd­ko­rea (Bank of Korea): Da die Ver­brau­cher­prei­se (CPI) im August um 3,1 % stie­gen und damit über dem Ziel­wert lie­gen, prüft die BOK wei­te­re Zins­an­he­bun­gen.

5. Sek­tor­spe­zi­fi­sche Gewin­ner und Ver­lie­rer

  • Gewin­ner: Ein­hei­mi­sche Upstream-Ölpro­du­zen­ten wie die indi­schen Kon­zer­ne ONGC (+1,3 %) und Oil India (+0,7 %) konn­ten zule­gen, da höhe­re Roh­öl­prei­se deren Gewinn­mar­gen direkt ver­bes­sern.
  • Ver­lie­rer: Energ­in­ten­si­ve, import­ab­hän­gi­ge und zins­sen­si­ti­ve Bran­chen wie Auto­mo­bil­bau, Finanz­we­sen, Metall­ver­ar­bei­tung und Logis­tik zäh­len zu den Haupt­ver­lie­rern der aktu­el­len Markt­be­we­gung.

Über­sicht der wich­tigs­ten asia­tisch-pazi­fi­schen Markt­in­di­zes (Stand: 07:00 Uhr MEZ)

NameKursÄnde­rungÄnde­rung %
SSE Com­po­si­te Index3.862,73-71,67-1,82%
CSI 3004.476,18-72,21-1,59%
IDX Com­po­si­te6.490,91-98,43-1,49%
Hang Seng Chi­na Enter­pri­ses Index8.236,48-38,30-0,46%
Hang Seng Index24.742,51-211,96-0,85%
Tai­wan Capi­ta­liza­ti­on Weigh­ted Stock Index46.288,34-652,15-1,39%
KOSPI6.885,90-148,02-2,10%
Nik­kei 22563.880,23-1.390,72-2,13%
Nif­ty 5023.309,65-168,15-0,72%
NZX 50 Index13.572,84-138,17-1,01%
BSE Sen­sex74.427,95-474,64-0,63%
S&P Asia 5011.336,86-290,82-2,50%
TOPIX4.029,39-25,19-0,62%
S&P/ASX 2008.728,80-90,60-1,03%

*Bei den ange­zeig­ten Kur­sen han­delt es sich um Moment­auf­nah­men, da der Bör­sen­han­del zum Zeit­punkt der Erstel­lung die­ses Bei­trags noch läuft.

Han­dels­zei­ten der wich­tigs­ten asia­ti­schen Bör­sen

Japan – Tokyo Stock Exch­an­ge (Nik­kei 225)

  • Orts­zeit (JST): 9:00 – 11:30 Uhr und 12:30 – 15:00 Uhr
  • MEZ: 1:00 – 3:30 Uhr und 4:30 – 7:00 Uhr
  • MESZ: 0:00 – 2:30 Uhr und 3:30 – 6:00 Uhr
  • Mit­tags­pau­se: 11:30 – 12:30 Uhr Orts­zeit

Hong Kong – Hong Kong Stock Exch­an­ge (Hang Seng)

  • Orts­zeit (HKT): 9:30 – 12:00 Uhr und 13:00 – 16:00 Uhr
  • MEZ: 2:30 – 5:00 Uhr und 6:00 – 9:00 Uhr
  • MESZ: 3:30 – 6:00 Uhr und 7:00 – 10:00 Uhr
  • Mit­tags­pau­se: 12:00 – 13:00 Uhr Orts­zeit

Chi­na – Shang­hai Stock Exch­an­ge (SSE Com­po­si­te)

  • Orts­zeit (CST): 9:30 – 11:30 Uhr und 13:00 – 15:00 Uhr
  • MEZ: 2:30 – 4:30 Uhr und 6:00 – 8:00 Uhr
  • MESZ: 3:30 – 5:30 Uhr und 7:00 – 9:00 Uhr
  • Mit­tags­pau­se: 11:30 – 13:00 Uhr Orts­zeit

Süd­ko­rea – Korea Exch­an­ge (KOSPI)

  • Orts­zeit (KST): 9:00 – 15:20 Uhr
  • MEZ: 1:00 – 7:20 Uhr
  • MESZ: 0:00 – 6:20 Uhr
  • Kei­ne Mit­tags­pau­se

Indi­en – Bom­bay Stock Exch­an­ge (BSE Sen­sex)

  • Orts­zeit (IST): 9:15 – 15:30 Uhr
  • MEZ: 5:00 – 11:00 Uhr (Win­ter)
  • MESZ: 3:45 – 9:45 Uhr (Som­mer)
  • Kei­ne Mit­tags­pau­se

Aus­tra­li­en – ASX (S&P/ASX 200)

  • Orts­zeit (AEST): 10:00 – 16:00 Uhr
  • MEZ: 0:00 – 6:00 Uhr
  • MESZ: 23:00 – 5:00 Uhr (Vor­abend)
  • Kei­ne Mit­tags­pau­se

Sin­ga­pur – Sin­ga­po­re Exch­an­ge (SGX)

  • Orts­zeit (SGT): 9:00 – 12:00 Uhr und 13:00 – 17:00 Uhr
  • MEZ: 2:00 – 5:00 Uhr und 6:00 – 10:00 Uhr
  • MESZ: 3:00 – 6:00 Uhr und 7:00 – 11:00 Uhr

Wich­ti­ge Hin­wei­se:

Früh­han­del: Asia­ti­sche Bör­sen öff­nen bereits in den frü­hen Mor­gen­stun­den deut­scher Zeit (zwi­schen 0:00–7:00 Uhr MEZ)

Mit­tags­pau­sen: Beson­ders in Japan, Chi­na und Hong Kong gibt es aus­ge­dehn­te Mit­tags­pau­sen (1–1,5 Stun­den)

Wochen­en­de: Alle Bör­sen sind sams­tags und sonn­tags geschlos­sen

MESZ – euro­päi­sche Som­mer­zeit­um­stel­lung

Dis­clai­mer: Die­ser Bericht dient aus­schließ­lich Infor­ma­ti­ons­zwe­cken und stellt kei­ne Anla­ge­be­ra­tung oder Emp­feh­lung zum Kauf oder Ver­kauf von Wert­pa­pie­ren dar. Für die Rich­tig­keit der Daten wird kei­ne Gewähr über­nom­men.

Wie hilf­reich war die­ser Bei­trag?

Kli­cke auf die Ster­ne um zu bewer­ten!

Durch­schnitt­li­che Bewer­tung 0 / 5. Anzahl Bewer­tun­gen: 0

Bis­her kei­ne Bewer­tun­gen! Sei der Ers­te, der die­sen Bei­trag bewer­tet.

Es tut uns leid, dass der Bei­trag für dich nicht hilf­reich war!

Las­se uns die­sen Bei­trag ver­bes­sern!

Wie kön­nen wir die­sen Bei­trag ver­bes­sern?

Disclaimer: Dieser Beitrag dient lediglich zu allgemeinen Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Bitte konsultieren Sie vor jeder Anlageentscheidung einen unabhängigen Finanzberater