US-Haus­halt, Zöl­le und Rück­erstat­tun­gen im Sep­tem­ber 2026

Der Bei­trag befast sich mit der fis­ka­li­schen Lage der USA im Jahr 2026, ins­be­son­de­re mit den mas­si­ven Rück­erstat­tun­gen von Zöl­len, die der Obers­te Gerichts­hof (Supre­me Court) für unrecht­mä­ßig erklärt hat­te, sowie mit den dar­aus resul­tie­ren­den Aus­wir­kun­gen auf das Haus­halts­de­fi­zit.

1. Der Rück­erstat­tungs­pro­zess für Zöl­le (166 Mil­li­ar­den US-Dol­lar)

  • Hin­ter­grund: Nach einer Ent­schei­dung des Obers­ten Gerichts­hofs vom 20. Febru­ar 2026 wur­den die weit­rei­chen­den Zöl­le, die Prä­si­dent Trump auf Grund­la­ge des Inter­na­tio­nal Emer­gen­cy Eco­no­mic Powers Act (IEEPA) von 1977 ver­hängt hat­te, für rechts­wid­rig erklärt. Dies führ­te zu einer gericht­lich ange­ord­ne­ten Rück­erstat­tung von etwa 166 Mil­li­ar­den US-Dol­lar (inklu­si­ve Zin­sen) an die betrof­fe­nen Unter­neh­men.
  • Por­tal und Aus­zah­lung: Ein staat­li­ches Rück­erstat­tungs­por­tal wur­de Ende April 2026 geöff­net. Seit Mai wur­den ins­ge­samt etwa 115 Mil­li­ar­den US-Dol­lar an Zöl­len zurück­ge­zahlt, wobei der Groß­teil auf die unrecht­mä­ßi­gen IEEPA-Abga­ben ent­fiel.
  • Rück­gang der Rück­erstat­tun­gen: Die monat­li­chen Rück­erstat­tun­gen gehen stark zurück. Im Juni lagen sie bei 49,1 Mrd. USD, im Juli bei 33,4 Mrd. USD und im August nur noch bei 10,5 Mrd. USD.
  • Ers­te Net­to-Ein­nah­men: Im August 2026 über­stie­gen die Zoll­ein­nah­men (23,3 Mrd. USD) erst­mals seit April wie­der die Rück­erstat­tun­gen. Dies deu­tet dar­auf hin, dass der Rück­erstat­tungs­pro­zess lang­sam aus­läuft.

2. Haus­halts­la­ge und Defi­zit

  • Defi­zit: Das US-Haus­halts­de­fi­zit für das Fis­kal­jahr 2026 (11 Mona­te bis August) liegt bei 1,966 Bil­lio­nen US-Dol­lar. Das Con­gres­sio­nal Bud­get Office (CBO) pro­gnos­ti­ziert für das Gesamt­jahr ein Defi­zit von 2,1 Bil­lio­nen US-Dol­lar.
  • August-Zah­len (Reu­ters): Das Defi­zit für August betrug 167 Mrd. USD, was einem Rück­gang von 52 % gegen­über dem Vor­jahr ent­spricht. Die­ser Rück­gang ist jedoch größ­ten­teils auf Kalen­der­ef­fek­te zurück­zu­füh­ren (der 1. August 2026 war ein Sams­tag, wodurch Sozi­al­ver­si­che­rungs- und Medi­ca­re-Zah­lun­gen bereits im Juli geleis­tet wur­den). Berei­nigt um die­se Effek­te betrug das Defi­zit 248 Mrd. USD.
  • Zoll­ein­nah­men: Trotz der Rück­erstat­tun­gen hat das Finanz­mi­nis­te­ri­um im lau­fen­den Fis­kal­jahr 292,5 Mrd. USD an Zöl­len ein­ge­nom­men. Nach Abzug der Rück­erstat­tun­gen von 125,2 Mrd. USD ver­bleibt ein Net­to­zu­fluss von 167,3 Mrd. USD. Die monat­li­chen Zoll­ein­nah­men haben sich nach einem Höchst­stand von 31,35 Mrd. USD im Okto­ber 2025 auf einem Niveau von 20 bis 25 Mrd. USD ein­ge­pen­delt.

3. Poli­ti­sche Ver­spre­chen und zukünf­ti­ge Aus­ga­ben

  • 5.000-Dollar-Schecks: Die Trump-Admi­nis­tra­ti­on hat ver­spro­chen, zukünf­ti­ge Zoll­ein­nah­men für Aus­ga­ben zu ver­wen­den, dar­un­ter der Vor­schlag von Prä­si­dent Trump, jedem erwach­se­nen US-Bür­ger 5.000 US-Dol­lar zu zah­len, falls die Repu­bli­ka­ner die Zwi­schen­wah­len gewin­nen.
  • Kos­ten: Die­ses Vor­ha­ben wür­de nach Schät­zun­gen der Tax Foun­da­ti­on die pro­gnos­ti­zier­ten Zoll­ein­nah­men eines gan­zen Jahr­zehnts auf ein­mal auf­brau­chen und die Staats­ver­schul­dung (der­zeit 40 Bil­lio­nen USD) um wei­te­re 1,3 Bil­lio­nen USD erhö­hen. Vize­prä­si­dent JD Van­ce deu­te­te an, dass die Zah­lun­gen aus Zoll­ein­nah­men finan­ziert wer­den könn­ten, doch Pro­jek­tio­nen zei­gen, dass die Ein­nah­men nur einen Bruch­teil der Kos­ten decken wür­den.

4. Wirt­schaft­li­cher Aus­blick für klei­ne Unter­neh­men

  • Der Arti­kel erwähnt, dass klei­ne Unter­neh­men mit erheb­li­chen Gegen­win­den kon­fron­tiert sind, dar­un­ter sich ändern­de Han­dels­po­li­ti­ken, stei­gen­de Kraft­stoff­kos­ten und zurück­hal­ten­de Ver­brau­cher­aus­ga­ben.

Zusam­men­fas­send lässt sich sagen, dass die US-Regie­rung den Höhe­punkt der Zoll­rück­erstat­tun­gen hin­ter sich hat und wie­der Net­to­ein­nah­men aus Zöl­len erzielt. Gleich­zei­tig bleibt das Haus­halts­de­fi­zit hoch, und die poli­ti­schen Ver­spre­chen für zukünf­ti­ge Aus­ga­ben ste­hen im Wider­spruch zu den tat­säch­li­chen fis­ka­li­schen Gege­ben­hei­ten und den begrenz­ten Ein­nah­men aus Zöl­len.


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