ZEW-Kon­junk­tur­er­war­tun­gen blei­ben sta­bil – Lage­ein­schät­zung für Deutsch­land ver­bes­sert sich deut­lich

Die Kon­junk­tur­er­war­tun­gen für Deutsch­land haben sich im Sep­tem­ber kaum ver­än­dert. Der ZEW-Index steigt gegen­über dem Vor­mo­nat leicht um 0,5 Punk­te und erreicht 34,7 Punk­te. Damit bleibt die Stim­mung unter den befrag­ten Finanz­markt­ex­per­tin­nen und ‑exper­ten grund­sätz­lich posi­tiv. Zugleich hat sich die Ein­schät­zung der aktu­el­len wirt­schaft­li­chen Lage deut­lich auf­ge­hellt. Der ent­spre­chen­de Indi­ka­tor ver­bes­sert sich um 14,0 Punk­te auf minus 47,1 Punk­te. Trotz die­ses kräf­ti­gen Anstiegs wird die gegen­wär­ti­ge wirt­schaft­li­che Situa­ti­on damit wei­ter­hin klar nega­tiv bewer­tet.

Die Erwar­tun­gen deu­ten ins­ge­samt auf einen vor­sich­ti­gen Opti­mis­mus hin­sicht­lich einer wirt­schaft­li­chen Erho­lung hin. Als stüt­zen­de Fak­to­ren gel­ten ins­be­son­de­re fis­ka­li­sche Impul­se und zusätz­li­che Impul­se aus dem Export. Gleich­zei­tig bleibt das wirt­schaft­li­che Umfeld von erheb­li­chen Risi­ken geprägt. Hohe Ener­gie­prei­se, der anhal­ten­de Iran-Krieg sowie zusätz­li­che Ver­un­si­che­rung durch hybri­de Angrif­fe belas­ten die Per­spek­ti­ven und begren­zen die Zuver­sicht.

Auf Bran­chen­ebe­ne zeigt sich wei­ter­hin ein gemisch­tes Bild. Beson­ders posi­tiv ent­wi­ckelt sich die Ver­si­che­rungs­bran­che, die von den gestie­ge­nen Zin­sen pro­fi­tiert. Ihr Sal­do legt um 12,1 Punk­te auf 46,4 Punk­te zu. Auch im Ban­ken­sek­tor ver­bes­sert sich die Stim­mung deut­lich. Der Sal­do steigt dort um 8,2 Punk­te auf 52,9 Punk­te. Deut­lich schwä­cher bleibt die Lage hin­ge­gen in Tei­len der Indus­trie. Die Stahl- und Metall­pro­duk­ti­on liegt mit minus 16,7 Punk­ten wei­ter­hin im nega­ti­ven Bereich, eben­so die Fahr­zeug­bran­che mit minus 22,6 Punk­ten.

Damit setzt sich die wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung in Deutsch­land aus unter­schied­li­chen Ten­den­zen zusam­men. Wäh­rend sich die aktu­el­le Lage­ein­schät­zung spür­bar ver­bes­sert und ins­be­son­de­re Finanz- und Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men ver­gleichs­wei­se posi­tiv bewer­tet wer­den, blei­ben wich­ti­ge Indus­trie­zwei­ge unter Druck. Die Kon­junk­tur­er­war­tun­gen selbst bewe­gen sich zugleich auf einem sta­bi­len, posi­ti­ven Niveau, ohne dass sich dar­aus bereits ein durch­ge­hend güns­ti­ges Gesamt­bild ablei­ten lässt.

Für die Euro­zo­ne fällt die Ent­wick­lung etwas zurück­hal­ten­der aus. Die Kon­junk­tur­er­war­tun­gen sin­ken im Sep­tem­ber um 5,6 Punk­te auf 25,8 Punk­te. Gleich­zei­tig ver­bes­sert sich jedoch auch dort die Bewer­tung der aktu­el­len wirt­schaft­li­chen Lage. Der ent­spre­chen­de Indi­ka­tor steigt um 7,6 Punk­te auf minus 13,9 Punk­te. Damit bleibt die Lage­be­ur­tei­lung zwar nega­tiv, fällt aber weni­ger ungüns­tig aus als im Vor­mo­nat.

Ins­ge­samt zeich­net sich damit ein Bild vor­sich­ti­ger Sta­bi­li­sie­rung ab. Für Deutsch­land blei­ben die Erwar­tun­gen posi­tiv, wäh­rend sich die Ein­schät­zung der gegen­wär­ti­gen Lage deut­lich ver­bes­sert hat. Gleich­zei­tig ver­hin­dern anhal­ten­de Belas­tun­gen und die schwa­che Ent­wick­lung ein­zel­ner Indus­trie­zwei­ge eine durch­ge­hend opti­mis­ti­sche Ein­schät­zung.


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