Wiesbaden. Die Erzeugerpreise in Deutschland sind zuletzt spürbar gestiegen. Bei gewerblichen Produkten lagen sie im August 2026 um 4,6 Prozent über dem Vorjahresniveau und um 1,1 Prozent über dem Vormonat. Haupttreiber waren die Energiepreise, die binnen Jahresfrist um 8,3 Prozent zulegten. Auch Vorleistungsgüter verteuerten sich mit 6,1 Prozent deutlich. Ohne Energie betrug der Anstieg der Erzeugerpreise 3,1 Prozent.
Besonders stark verteuerten sich Mineralölerzeugnisse infolge der Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten. Sie kosteten 40,5 Prozent mehr als im August 2025. Leichtes Heizöl verteuerte sich um 65,3 Prozent, Kraftstoffe um 37,7 Prozent. Bei Vorleistungsgütern stachen Metalle mit einem Plus von 14,8 Prozent hervor. Dagegen waren Verbrauchsgüter insgesamt 2,0 Prozent günstiger als ein Jahr zuvor, vor allem wegen rückläufiger Nahrungsmittelpreise.
Auch bei Dienstleistungen setzte sich der Preisauftrieb fort. Im zweiten Quartal 2026 lagen die Erzeugerpreise für Dienstleistungen 3,7 Prozent über dem Vorjahresquartal und 1,6 Prozent über dem ersten Quartal. Einen stärkeren Anstieg im Jahresvergleich hatte es zuletzt Ende 2022 gegeben. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes trugen neben allgemeinen Kostenanpassungen insbesondere höhere Energiepreise zu der Entwicklung bei.
Am stärksten verteuerten sich Dienstleistungen im Bereich Verkehr und Lagerei mit 6,2 Prozent. Die Preise für die Güterbeförderung auf See stiegen sogar um 20,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr und um 23,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Als Ursachen nennt Destatis höhere Treibstoffkosten und Zuschläge der Reedereien. Auch Speditionsleistungen und Straßengüterverkehr wurden deutlich teurer.
Damit zeigen beide Statistiken einen verstärkten Kostendruck auf frühen Stufen der Wertschöpfung, insbesondere durch Energie, Transport und Vorprodukte.
Quelle: destatis
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