Die wirtschaftliche Lage der Vereinigten Staaten wird zunehmend von einer stark wachsenden Staatsverschuldung geprägt. Die Bruttostaatsverschuldung der USA nähert sich der Marke von 40 Billionen US-Dollar beziehungsweise hat sie laut den zugrunde liegenden Berichten bereits überschritten. Ein erheblicher Teil dieses Anstiegs fällt in die Amtszeiten von Präsident Donald Trump. Während seiner ersten Amtszeit von 2017 bis 2021 stieg die Staatsverschuldung von rund 19,9 Billionen auf mehr als 27,7 Billionen Dollar. Damit kamen in diesem Zeitraum über 7,8 Billionen Dollar neue Schulden hinzu.

Auch während Trumps zweiter Amtszeit setzte sich dieser Trend fort. Zu Beginn der neuen Amtszeit im Januar 2025 lag die Bruttostaatsverschuldung bei etwa 36,2 Billionen Dollar. Bis Mitte August 2026 war sie auf mehr als 39,9 Billionen Dollar gestiegen. Zusammengenommen beträgt der Schuldenzuwachs während Trumps bisheriger Regierungszeit damit etwa 11,5 Billionen Dollar.
Für diese Entwicklung gibt es mehrere Ursachen. Zu den wichtigsten zählen steigende Ausgaben für Sozialprogramme wie Social Security und Medicare. Da die amerikanische Bevölkerung altert, nehmen immer mehr Menschen diese Leistungen in Anspruch. Gleichzeitig belasten die höheren Zinsen den Bundeshaushalt. Die jährlichen Kosten für die Verzinsung der Staatsschulden liegen inzwischen bei mehr als einer Billion Dollar. Hinzu kommen Steuersenkungen und umfangreiche staatliche Ausgabenprogramme. Besonders während der Corona-Pandemie wurden unter Trump große Hilfspakete beschlossen. Im Haushaltsjahr 2020 erreichte das US-Haushaltsdefizit mit mehr als 3,1 Billionen Dollar einen historischen Höchststand.
Allerdings lässt sich die zunehmende Verschuldung nicht ausschließlich einer Regierung oder einer Partei zuschreiben. Der Bericht betont, dass sowohl demokratische als auch republikanische Präsidenten und Kongressmehrheiten zum Anstieg beigetragen haben. Auch während der Amtszeit von Joe Biden erhöhte sich die Staatsverschuldung deutlich. In seinen vier Jahren im Weißen Haus wuchs sie um mehr als 8,4 Billionen Dollar.
Besonders kritisch beurteilt der Ökonom Peter Schiff die aktuelle wirtschaftliche Situation. Seiner Ansicht nach steht die US-Wirtschaft heute schlechter da als zum Ende der Amtszeit Joe Bidens. Schiff wirft Trump vor, zentrale wirtschaftliche Probleme nicht gelöst zu haben. Vor allem die Inflation sieht er weiterhin als große Belastung. Er argumentiert, dass Trump im Wahlkampf sinkende Preise versprochen habe, die Preisentwicklung aber weiterhin problematisch sei.
Für die kommenden Jahre warnt Schiff vor einer möglichen Stagflation, also einer Kombination aus schwachem Wirtschaftswachstum und anhaltender Inflation. Zusätzlich sieht er Gefahren durch die hohe Staatsverschuldung und einen möglicherweise schwächeren US-Dollar. Als Ursache dieser Probleme betrachtet er vor allem hohe Staatsausgaben, staatliche Regulierung und Eingriffe in die Wirtschaft. Nach seiner Vorstellung müssten die USA ihre Staatsausgaben deutlich reduzieren, stärker deregulieren und den freien Marktkräften mehr Raum geben.
Schiff empfiehlt Anlegern außerdem, ihr Vermögen stärker international zu streuen und in Gold und Silber zu investieren, um sich gegen einen möglichen Kaufkraftverlust des Dollars abzusichern. Dabei muss jedoch berücksichtigt werden, dass Schiff selbst im Edelmetallgeschäft tätig ist und seine Aussagen wirtschaftliche und politische Einschätzungen darstellen, keine gesicherten Prognosen.
Insgesamt zeigt sich, dass die hohe Staatsverschuldung zu einer der größten wirtschaftspolitischen Herausforderungen der Vereinigten Staaten geworden ist. Steigende Sozialausgaben, hohe Zinskosten, Steuersenkungen und staatliche Krisenprogramme erhöhen den Druck auf den Bundeshaushalt. Gleichzeitig wächst die Sorge, dass Inflation und Schulden die wirtschaftliche Entwicklung langfristig belasten könnten. Wie stark diese Risiken tatsächlich werden, hängt jedoch nicht allein vom Präsidenten ab, sondern auch von den Entscheidungen des Kongresses, der Geldpolitik und der weiteren Entwicklung der amerikanischen Wirtschaft.