Arbeits­zeit­wün­schen der Erwerbs­tä­ti­gen in Deutsch­land

Die Pres­se­mit­tei­lung Nr. 314 des Sta­tis­ti­schen Bun­des­amts (Desta­tis) vom 4. Sep­tem­ber 2026 prä­sen­tiert ers­te Ergeb­nis­se des Mikro­zen­sus 2025 zu den im Alter von 15 bis 74 Jah­ren.

Kern­zah­len

Im Jahr 2025 zeig­te sich ein deut­li­ches Ungleich­ge­wicht in den Arbeits­zeit­wün­schen:

  • 3,8 Mil­lio­nen Erwerbs­tä­ti­ge wünsch­ten sich eine kür­ze­re Arbeits­zeit
  • 1,5 Mil­lio­nen Erwerbs­tä­ti­ge woll­ten dage­gen län­ger arbei­ten

Die Befrag­ten wur­den expli­zit dar­auf hin­ge­wie­sen, dass Mehr­ar­beit mit einem höhe­ren und Min­der­ar­beit mit einem gerin­ge­ren Ver­dienst ein­her­ge­hen.

Durch­schnitt­li­che Arbeits­zei­ten und Wunsch­um­fang

Grup­peAktu­el­le Wochen­ar­beits­zeitGewünsch­te Ände­rung
Mit Redu­zie­rungs­wunsch40,9 Stun­den–10,5 Stun­den
Mit Mehr­ar­beits­wunsch26,2 Stun­den+10,5 Stun­den

Auf­fäl­lig ist, dass bei­de Grup­pen den glei­chen abso­lu­ten Ände­rungs­wunsch von 10,5 Stun­den pro Woche äußer­ten – die einen nach unten, die ande­ren nach oben.

Rech­ne­ri­scher Gesamt­ef­fekt

Die gewöhn­lich geleis­te­te Wochen­ar­beits­zeit aller Erwerbs­tä­ti­gen (Haupt- und Neben­tä­tig­kei­ten zusam­men) lag 2025 bei durch­schnitt­lich 34,7 Stun­den. Wür­den sämt­li­che Arbeits­zeit­wün­sche rea­li­siert, ergä­be sich rech­ne­risch ein Sal­do von:

–0,6 Stun­den (36 Minu­ten) je Erwerbs­tä­ti­gen und Woche

Das bedeu­tet: In der Sum­me über­wiegt der Wunsch nach Arbeits­zeit­ver­kür­zung.

Dif­fe­ren­zie­rung nach Beschäf­ti­gungs­form

Die Wün­sche ver­tei­len sich ungleich auf Voll- und Teil­zeit:

Arbeits­zeit­ver­kür­zung:

  • 3,3 Mil­lio­nen Voll­zeit­be­schäf­tig­te
  • 0,5 Mil­lio­nen Teil­zeit­be­schäf­tig­te

Arbeits­zeit­er­hö­hung:

  • 1,1 Mil­lio­nen Teil­zeit­be­schäf­tig­te
  • 0,4 Mil­lio­nen Voll­zeit­be­schäf­tig­te

Dem­nach woll­ten die meis­ten Voll­zeit­kräf­te weni­ger arbei­ten, wäh­rend der Mehr­ar­beits­wunsch vor allem aus der Teil­zeit kam.

Geschlech­ter­un­ter­schie­de

Voll­zeit­be­schäf­tig­te

  • Män­ner arbei­te­ten im Schnitt 41,1 Stun­den pro Woche (1,5 Stun­den mehr als Frau­en)
  • Frau­en arbei­te­ten im Schnitt 39,6 Stun­den
  • Män­ner äußer­ten sel­te­ner einen Redu­zie­rungs­wunsch (10,3 % vs. 13,5 % bei Frau­en)
  • Män­ner hat­ten häu­fi­ger einen Mehr­ar­beits­wunsch (1,8 % vs. 1,1 % bei Frau­en)

Teil­zeit­be­schäf­tig­te

  • Frau­en arbei­te­ten im Schnitt 22,1 Stun­den pro Woche (2,2 Stun­den mehr als Män­ner)
  • Män­ner arbei­te­ten im Schnitt 19,9 Stun­den
  • Teil­zeit­be­schäf­tig­te Frau­en wünsch­ten sich sel­te­ner eine Arbeits­zeit­er­hö­hung (7,4 %) als teil­zeit­be­schäf­tig­te Män­ner (10,4 %)

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