Asi­en am Mor­gen – 06.03.2026

Die asia­ti­schen Akti­en­märk­te ver­zeich­nen aktu­ell eine Pha­se erheb­li­cher Ver­lus­te und Unsi­cher­heit, wobei die lau­fen­de Woche als die schlech­tes­te für asia­ti­sche Akti­en seit 2020 ein­ge­stuft wird. Die Märk­te ste­hen unter mas­si­vem Druck durch eine Kom­bi­na­ti­on aus geo­po­li­ti­schen Span­nun­gen, stei­gen­den Ener­gie­prei­sen und neu­en regu­la­to­ri­schen Dro­hun­gen aus den USA.

Haupt­ein­fluss­fak­to­ren auf den Markt

  • Der Iran-Krieg und die Ölprei­se: Die Eska­la­ti­on des Krie­ges im Nahen Osten ist der domi­nie­ren­de Fak­tor für die Anle­ger. Da Asi­en ein Net­to­im­por­teur von Öl ist und stark von Lie­fe­run­gen aus dem Nahen Osten (ins­be­son­de­re durch die Stra­ße von Hor­mus) abhän­gig ist, reagie­ren die regio­na­len Märk­te beson­ders emp­find­lich auf Preis­spit­zen. Der Preis für US-Roh­öl stieg zeit­wei­se auf über 80 USD pro Bar­rel, den höchs­ten Stand seit Juli 2024.
  • US-Restrik­tio­nen im Halb­lei­ter­sek­tor: Berich­te über geplan­te US-Regu­lie­run­gen, die den Export von KI-Beschleu­ni­gern (wie von NVIDIA und AMD) welt­weit ohne ame­ri­ka­ni­sche Geneh­mi­gung ein­schrän­ken könn­ten, belas­ten die Tech­no­lo­gie­wer­te schwer. Dies wird als bedeu­ten­der Schritt hin zu einer glo­ba­len Chip-Export­stra­te­gie der Trump-Admi­nis­tra­ti­on gewer­tet.
  • Star­ker US-Dol­lar und Infla­ti­on: Sor­gen über eine durch die Ener­gie­prei­se ange­heiz­te Infla­ti­on las­sen die Ren­di­ten von Staats­an­lei­hen stei­gen und stär­ken den US-Dol­lar, was zusätz­li­chen Ver­kaufs­druck auf asia­ti­sche Ver­mö­gens­wer­te aus­übt.

Regio­na­le Markt­ent­wick­lun­gen

  • Japan: Der Nik­kei 225 und die ent­spre­chen­den Futures ten­dier­ten schwä­cher und mach­ten vor­an­ge­gan­ge­ne Erho­lungs­ver­su­che zunich­te. Wäh­rend japa­ni­sche Ban­ken und Tech­no­lo­gie­wer­te in vor­he­ri­gen Sit­zun­gen noch eine gewis­se Sta­bi­li­tät boten, bleibt die all­ge­mei­ne Stim­mung auf­grund der glo­ba­len Unsi­cher­heit nega­tiv.
  • Süd­ko­rea: Der süd­ko­rea­ni­sche Markt zeigt sich extrem vola­til. Nach­dem das Land Anfang der Woche den schlimms­ten ein­tä­gi­gen Aus­ver­kauf sei­ner Geschich­te erleb­te, ver­zeich­ne­te der Kos­pi erneut Rück­gän­ge von etwa 2 %. Schwer­ge­wich­te wie Sam­sung und SK Hynix stan­den auf­grund der US-Chip-Restrik­tio­nen unter Abga­be­druck.
  • Aus­tra­li­en: Der ASX 200 star­te­te etwa 1,4 % nied­ri­ger in den Han­del. Hier belas­ten ins­be­son­de­re die schwer­ge­wich­ti­gen Ener­gie­wer­te den Index.
  • Chi­na und Hong­kong:
    • Chi­na hat sich für das kom­men­de Jahr ein mode­ra­tes Wachs­tums­ziel von 4,5 % bis 5 % gesetzt. Die Füh­rung betont die Not­wen­dig­keit tech­no­lo­gi­scher Selbst­ge­nüg­sam­keit ange­sichts der US-Han­dels­be­schrän­kun­gen.
    • In Hong­kong gab es einen his­to­ri­schen Rekord­ab­gang: Fest­land­chi­ne­si­sche Inves­to­ren ver­kauf­ten an einem ein­zi­gen Tag Akti­en im Wert von 27,7 Mil­li­ar­den HKD, das höchs­te Volu­men in der Geschich­te des Stock Con­nect.
    • Der E‑Com­mer­ce-Rie­se JD.com mel­de­te auf­grund des har­ten Wett­be­werbs sei­nen ers­ten Quar­tals­ver­lust seit vier Jah­ren.
  • Tai­wan: Der TAIEX ist seit dem ver­gan­ge­nen Frei­tag um etwa 5 % gefal­len, was unter ande­rem auf die Risi­ken für die Ener­gie­ver­sor­gung (LNG) zurück­zu­füh­ren ist, die für die strom­in­ten­si­ve Chip­pro­duk­ti­on essen­zi­ell ist.

Sek­to­ra­le High­lights

  • Tech­no­lo­gie: Der Sek­tor lei­det unter den „selbst auf­er­leg­ten Hür­den“ durch die US-Export­kon­trol­len. Chi­ne­si­sche Onshore-Chip­her­stel­ler konn­ten jedoch teil­wei­se zule­gen, da Inves­to­ren auf Fir­men set­zen, die von Pekings Drang zur tech­no­lo­gi­schen Unab­hän­gig­keit pro­fi­tie­ren.
  • Ener­gie: Die Roh­öl­prei­se ver­zeich­nen den größ­ten wöchent­li­chen Anstieg seit 2022. Chi­na hat bereits reagiert und die Aus­fuhr von raf­fi­nier­ten Ölpro­duk­ten wie Die­sel und Ben­zin gestoppt, um die eige­ne Ver­sor­gung sicher­zu­stel­len.
  • Immo­bi­li­en (Hong­kong): Es gibt Anzei­chen für eine Boden­bil­dung bei den Gewer­be­im­mo­bi­li­en in Hong­kong. Die Leer­stands­ra­ten in zen­tra­len Lagen sin­ken, obwohl die Miet­re­ver­sio­nen (Neu­ver­mie­tun­gen zu aktu­el­len Prei­sen) auf­grund des vor­an­ge­gan­ge­nen sechs­jäh­ri­gen Abschwungs oft noch nega­tiv sind.

Zusam­men­fas­send lässt sich sagen, dass die asia­ti­schen Märk­te der­zeit von „Maxi­mum Cha­os“ und einer Flucht aus Risi­ko­an­la­gen geprägt sind, solan­ge kei­ne Klar­heit über die Dau­er des Nah­ost-Kon­flikts und die fina­len Details der US-Han­dels­po­li­tik besteht.


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