1. Gesamttrend: Deutliches Beschäftigungswachstum
Im zweiten Quartal 2026 hat die Gesamtbeschäftigung in der Schweiz (ohne Landwirtschaft) weiter zugenommen:
- Jahresvergleich: Die Anzahl der Beschäftigten stieg um 2,0 % (+111’800 Stellen) auf insgesamt 5,698 Millionen.
- Quartalsvergleich (saisonbereinigt): Im Vergleich zum ersten Quartal 2026 wuchs der Personalbestand um 0,5 % (+30’700 Stellen).
2. Entwicklung nach Sektoren
Dritter Sektor (Dienstleistungen):
- Trägt den Hauptteil des Wachstums.
- Jahresvergleich: +2,2 % (+98’700 Stellen), erreicht 4,550 Millionen Beschäftigte.
- Quartalsvergleich: +0,6 % (+29’400 Stellen).
Zweiter Sektor (Industrie und Baugewerbe):
- Zeigt ebenfalls ein positives, aber moderateres Wachstum.
- Jahresvergleich: +1,2 % (+13’100 Stellen), erreicht 1,148 Millionen Beschäftigte.
- Quartalsvergleich: +0,3 % (+3’000 Stellen).
3. Arbeitsvolumen und Teilzeitbeschäftigung
- Das Beschäftigungsvolumen, gerechnet in Vollzeitäquivalenten, betrug 4,435 Millionen Stellen. Dies entspricht einem Anstieg von 1,9 % (+82’700 Vollzeitäquivalente) gegenüber dem Vorjahr.
- Teilzeitbeschäftigung: Ende Q2 2026 arbeiteten 2,388 Millionen Personen Teilzeit. Der Frauenanteil unter den Teilzeitbeschäftigten lag bei 68,2 %.
- Frauenanteil insgesamt: Der Anteil der Frauen an der Gesamtbeschäftigung betrug 46,5 %. Bei den Vollzeitstellen lag der Frauenanteil bei 40,5 %.
4. Offene Stellen und Rekrutierungsschwierigkeiten
- Anzahl offener Stellen: Die Unternehmen meldeten insgesamt 98’700 offene Stellen. Dies ist ein Plus von 2,7 % (+2’600 Stellen) gegenüber dem Vorjahresquartal.
- Im zweiten Sektor: Starker Anstieg der offenen Stellen um +21,8 %.
- Im dritten Sektor: Leichter Rückgang der offenen Stellen um -2,4 %.
- Offenenstellenquote: Insgesamt lag sie bei 1,7 % (zweiter Sektor: 2,1 %; dritter Sektor: 1,6 %).
- Rekrutierungsprobleme: Die Schwierigkeiten, qualifiziertes Fachpersonal zu finden, haben sich verschärft.
- 33,9 % der Unternehmen berichteten über Rekrutierungsschwierigkeiten (gewichtet nach Beschäftigtenzahl).
- Dies ist ein Anstieg um 0,4 Prozentpunkte gegenüber dem vorherigen Quartal.
- Die Lage verschärfte sich sowohl im zweiten Sektor (+0,7 Prozentpunkte) als auch im dritten Sektor (+0,4 Prozentpunkte).
5. Beschäftigungsaussichten
Die Stimmung der Unternehmen bezüglich der zukünftigen Personalplanung ist positiv und optimistisch:
- Einstellungspläne: 11,3 % der Unternehmen planen kurzfristig eine Erhöhung der Belegschaft (im Vorquartal waren es 11,0 %).
- Abbaupläne: Nur 3,9 % der Unternehmen beabsichtigen einen Personalabbau (im Vorquartal waren es noch 4,8 %).
- Indikator der Beschäftigungsaussichten: Dieser stieg auf 1,04 (+0,6 % gegenüber dem Vorquartal), was auf eine weiterhin positive Erwartungshaltung hindeutet.
Fazit
Das zweite Quartal 2026 war durch ein robustes Beschäftigungswachstum gekennzeichnet, das vor allem vom Dienstleistungssektor getragen wurde. Trotz eines leichten Rückgangs der offenen Stellen im Dienstleistungsbereich stieg die Gesamtzahl der Vakanten leicht an, wobei die Industrie und das Baugewerbe einen starken Anstieg verzeichneten. Die Herausforderungen bei der Fachkräfterekrutierung bleiben bestehen und haben sich sogar leicht verstärkt. Dennoch blicken die Unternehmen optimistisch in die Zukunft, da mehr Firmen Einstellungen planen als Entlassungen.
Quelle: Medienmitteilung des Bundesamtes für Statistik (BFS) zum Beschäftigungsbarometer im 2. Quartal 2026
