DAX-Tages­über­blick – 07.04.2026

Datum: 07.04.2026
Vor­tag: 23168.08
Ers­ter: 23181.65
Höchst: 23397.89 (11:40:56)
Tiefst: 22842.14 (16:08:59)
Letz­ter: 22921.59
Ver­än­de­rung: ‑246.49
Ver­än­de­rung(%): ‑1.06


Intra­day

DAX-Tages­über­blick — 7. April 2026

1. Kurz­über­blick

  • Wich­tigs­te Markt­be­we­gung: Der deut­sche Akti­en­markt been­de­te den Han­dels­tag mit deut­li­chen Ver­lus­ten. Nach einem vola­ti­len Vor­mit­tags­han­del mit zwi­schen­zeit­li­chen Erho­lungs­ver­su­chen dreh­te der Leit­in­dex am Nach­mit­tag klar ins Minus. Vor dem Hin­ter­grund dro­hen­der krie­ge­ri­scher Eska­la­tio­nen gin­gen die Anle­ger in Deckung.
  • Zen­tra­le Trei­ber: Das alles beherr­schen­de The­ma ist die Geo­po­li­tik, ins­be­son­de­re das in der Nacht zum Mitt­woch ablau­fen­de Ulti­ma­tum der USA an den Iran zur Öff­nung der Stra­ße von Hor­mus.
  • Gesamt­stim­mung am Markt: Die Stim­mung ist stark von Unsi­cher­heit und Risi­ko­aver­si­on geprägt. Es herrscht ein kla­res “Risk-Off”-Umfeld, bei dem Kapi­tal aus kon­junk­tur­sen­si­blen Anla­gen abge­zo­gen und in defen­si­ve Häfen umge­schich­tet wird.

2. Makro- und geo­po­li­ti­sche Trei­ber

  • Geo­po­li­ti­sche Ent­wick­lun­gen: Vor Ablauf des US-Ulti­ma­tums zeich­ne­te sich kei­ne diplo­ma­ti­sche Lösung ab. Statt­des­sen wur­den bereits Angrif­fe auf ira­ni­sche Infra­struk­tur (Stra­ßen, Brü­cken, Ener­gie­an­la­gen sowie die Ölin­sel Charg) gemel­det. Die Dro­hung der USA, ira­ni­sche Kraft­wer­ke voll­stän­dig zu zer­stö­ren, schürt Ängs­te vor einem Flä­chen­brand im Nahen Osten. Der IWF warn­te bereits vor höhe­rer glo­ba­ler Infla­ti­on und schwä­che­rem Wachs­tum durch den Kon­flikt.
  • Wich­ti­ge Kon­junk­tur­da­ten: Natio­na­le Daten trüb­ten das Bild zusätz­lich. Die Expan­si­on des deut­schen Pri­vat­sek­tors schwächt sich ab; der Ein­kaufs­ma­na­ger­index (PMI) für den Dienst­leis­tungs­sek­tor fiel auf ein Sie­ben­mo­nats­tief von 50,9 Punk­ten. Zudem brach das ifo-Geschäfts­kli­ma für die deut­sche Auto­in­dus­trie im März mas­siv auf ‑18,7 Punk­te ein. Aus den USA kamen hin­ge­gen robus­te Daten zu den zivi­len Auf­trags­ein­gän­gen (+0,6 % im Febru­ar).
  • Geld­po­li­ti­sche Erwar­tun­gen: Der star­ke US-Arbeits­markt­be­richt vom ver­gan­ge­nen Frei­tag und die wei­ter­hin robus­te US-Wirt­schaft ver­rin­gern die Hoff­nun­gen auf bal­di­ge Zins­sen­kun­gen der Noten­ban­ken. Dies spie­gelt sich am Ren­ten­markt wider, wo die Ren­di­te der 10-jäh­ri­gen US-Staats­an­lei­hen auf über 4,35 % klet­ter­te.

3. Inde­x­ent­wick­lung

  • DAX: Der Leit­in­dex schloss 1,06 % tie­fer bei 22.921,59 Punk­ten.
  • Wei­te­re Indi­zes: Der MDAX zeig­te sich mit einem Minus von 0,63 % (28.733,46 Punk­te) rela­tiv robus­ter. Der TecDAX gab um 1,2 % nach, der SDAX ver­lor 1,1 %.
  • Inter­na­tio­na­le Märk­te: Der euro­päi­sche EuroStoxx50 ver­lor 1,0 %. An der Wall Street setz­ten eben­falls Gewinn­mit­nah­men ein (Moment­auf­nah­me zum euro­päi­schen Han­dels­schluss: Dow Jones ca. ‑0,5 %, Nasdaq ca. ‑0,7 %).

4. Markt­struk­tur

  • Markt­brei­te: Der Kurs­rück­gang im DAX wur­de auf brei­ter Front getra­gen. Das Ver­hält­nis von ledig­lich 6 Gewin­nern zu 1 unver­än­der­ten und 33 Ver­lie­rern unter­streicht den hohen Ver­kaufs­druck in der Brei­te des Mark­tes.
  • Han­dels­vo­lu­men: Der Umsatz der DAX-Wer­te lag auf Xetra bei rund 59 Mil­lio­nen Stück. Im 5‑Ta­ges-Ver­gleich zeigt sich jedoch, dass das Volu­men trotz der Kurs­ver­lus­te im Ver­gleich zu den star­ken Kaufta­gen der Vor­wo­che rück­läu­fig ist. Dies deu­tet dar­auf hin, dass es aktu­ell kei­nen panik­ar­ti­gen Aus­ver­kauf gibt, son­dern sich die Käu­fer­struk­tur ledig­lich zurück­zieht.
  • Vola­ti­li­tät: Die Ner­vo­si­tät der Anle­ger ist mess­bar in die Höhe geschos­sen. Der VDAX-NEW sprang um fast 11 % auf 30,73 Punk­te an. Wer­te über 30 signa­li­sie­ren eine stark erhöh­te Erwar­tung von Kurs­schwan­kun­gen in den kom­men­den Wochen.

5. Sek­tor­ro­ta­ti­on

  • Star­ke Bran­chen: Rela­ti­ve Stär­ke zeig­ten Finan­zen und Ver­si­che­run­gen (Defen­si­ve Value-Wer­te) sowie Tei­le des Che­mie­sek­tors. Letz­te­rer pro­fi­tiert para­do­xer­wei­se spe­ku­la­tiv von der Kri­se durch die Erwar­tung nach­las­sen­den Kon­kur­renz­drucks, eines gerin­ge­ren Über­an­ge­bots und stei­gen­der Prei­se am Welt­markt. Auch Dün­ge­mit­tel­her­stel­ler waren gefragt.
  • Schwa­che Bran­chen: Kon­junk­tur­sen­si­ble Zykli­ker wur­den mas­siv abver­kauft. Dazu zähl­ten die Auto­mo­bil­in­dus­trie, Bau/Baustoffe, der Tech­no­lo­gie­be­reich sowie Rei­se- und Tou­ris­mus­wer­te (stei­gen­de Kero­sin­kos­ten, gesperr­te Rei­se­rou­ten).
  • Ein­ord­nung: Eine lehr­buch­haf­te “Risk-Off”-Sektorrotation. Anle­ger flüch­ten aus Growth- und Kon­sum­wer­ten in regu­lier­te (Versorger/Telekom) oder zins- und kri­sen­re­sis­ten­te Bran­chen.

6. Ein­zel­wer­te

  • Wich­tigs­te Gewin­ner: An der DAX-Spit­ze stand BASF mit einem Plus von knapp 2 %. Im MDAX stach K+S mit +4,8 % als Pro­fi­teur erwar­te­ter Preis­stei­ge­run­gen bei Dün­ge­mit­teln her­aus. Auru­bis (+2 %) pro­fi­tier­te von einer Ana­lys­ten­hoch­stu­fung.
  • Wich­tigs­te Ver­lie­rer: Schluss­licht im DAX war Hei­del­berg Mate­ri­als (-4,1 %). Auch Tech­no­lo­gie­wer­te wie SAP und Kon­sum­ak­ti­en (Zalan­do, adi­das) stan­den stark unter Druck.
  • Rele­van­te Unter­neh­mens­nach­rich­ten:
    • Con­ti­nen­tal (-1,63 %): Ein Ana­lys­ten­haus senk­te die Pro­gno­sen auf­grund zu erwar­ten­der Belas­tun­gen durch stei­gen­de Roh­stoff­kos­ten infol­ge des Nah­ost­kon­flikts.
    • Luft­han­sa (-1,8 %): Das Manage­ment warn­te vor Eng­päs­sen bei der Kero­sin­ver­sor­gung, ins­be­son­de­re an asia­ti­schen Flug­hä­fen, soll­te die Stra­ße von Hor­mus blo­ckiert blei­ben.
    • Com­merz­bank: Die Bank lehn­te in einer Mit­tei­lung eine schnel­le Über­nah­me durch UniCre­dit ab und plant, Anfang Mai eige­ne, ange­ho­be­ne Finanz­zie­le zu prä­sen­tie­ren, da die gebo­te­ne Wert­schöp­fung für die Aktio­nä­re nicht aus­rei­che.

7. Roh­stof­fe und Wäh­run­gen

  • Ölprei­se: Der Ölmarkt bleibt der Dreh- und Angel­punkt. Trotz einer Erhö­hung der För­der­quo­ten durch die OPEC+ am Wochen­en­de hielt sich Roh­öl der Sor­te Brent bei hoher Vola­ti­li­tät auf einem sehr hohen Niveau knapp unter 111 US-Dol­lar. WTI notier­te über 3 % im Plus.
  • Gold: Das Edel­me­tall ver­buch­te als “Siche­rer Hafen” leich­te Zuge­win­ne von +0,3 % auf 4.661 US-Dol­lar je Fein­un­ze.
  • EUR/USD: Der Euro zeig­te sich leicht erholt und notier­te am frü­hen Abend bei 1,1576 (+0,3 %).

8. Markt­aus­blick

  • Mög­li­che kurz­fris­ti­ge Sze­na­ri­en: Der mor­gi­ge Han­dels­tag wird voll­stän­dig vom Aus­gang der heu­ti­gen Nacht (Ablauf des Ulti­ma­tums um 2:00 Uhr MESZ) domi­niert wer­den. Bleibt es bei einer Blo­cka­de und mili­tä­ri­schen Eska­la­ti­on, droht ein wei­te­rer Vola­ti­li­täts­schub und Kurs­ab­ga­ben, ins­be­son­de­re bei zykli­schen Wer­ten. Eini­ge Markt­teil­neh­mer schei­nen jedoch noch auf einen “Last-Minu­te-Deal” zu spe­ku­lie­ren, was im Fal­le einer diplo­ma­ti­schen Eini­gung eine mas­si­ve Erleich­te­rungs­ral­lye (Short-Squeeze) aus­lö­sen könn­te.
  • Ent­schei­den­de Ein­fluss­fak­to­ren: Neben den News­ti­ckern aus dem Nahen Osten und der Ent­wick­lung des Ölprei­ses rückt die US-Geld­po­li­tik wie­der in den Fokus. Die stei­gen­den US-Anlei­he­ren­di­ten stel­len zuneh­mend Gegen­wind für Akti­en­be­wer­tun­gen dar, unab­hän­gig von der Geo­po­li­tik.
DAX® Equi­ties Xetra® Clo­se (17:30)

OpenHighLowClo­se
ADIDAS AG NA O.N.136136,85130,45130,85
AIRBUS SE167,2167,46160,8162,58
ALLIANZ SE NA O.N.369373,4366,5367,2
BASF SE NA O.N.50,8552,4850,851,93
BAY.MOTOREN WERKE AG ST79,480,3677,9278,24
BAYER AG NA O.N.39,2940,5539,0939,27
BEIERSDORF AG O.N.76,476,7273,2873,6
BRENNTAG SE NA O.N.56,458,256,457,56
COMMERZBANK AG31,5332,0731,1131,48
CONTINENTAL AG O.N.62,6663,661,6861,72
DAIMLER TRUCK HLDG NA ON42,3643,2441,641,74
DEUTSCHE BANK AG NA O.N.25,7826,1525,3725,63
DEUTSCHE BOERSE NA O.N.257258,7255,4256,5
DEUTSCHE POST AG NA O.N.46,3946,8845,7145,73
DT.TELEKOM AG NA30,5731,2430,5530,81
E.ON SE NA O.N.19,6819,7919,5619,63
FRESEN.MED.CARE AG INH ON39,0139,6438,8139,11
FRESENIUS SE+CO.KGAA O.N.43,5143,9642,9443,2
GEA GROUP AG62,0562,8560,8560,95
HANNOVER RUECK SE NA O.N.271,2274,4269,8272
HEIDELBERG MATERIALS O.N.177,35178,2169,55170,35
HENKEL AG+CO.KGAA VZO6565,463,8664,26
INFINEON TECH.AG NA O.N.39,2939,9838,0838,27
MERCEDES-BENZ GRP NA O.N.52,8553,6751,8751,98
MERCK KGAA O.N.109110,4107,25107,35
MTU AERO ENGINES NA O.N.321,6322,1309,7313
MUENCH.RUECKVERS. NA O.N.546555,6545,6546,4
PORSCHE AUTOM.HLDG VZO32,0132,231,2731,31
QIAGEN NV EO -,0135,235,2334,2934,29
RHEINMETALL AG158015841503,21531
RWE AG INH O.N.58,8659,2658,558,68
SAP SE O.N.148,06150,1144,1145,22
SCOUT24 SE NA O.N.66,867,265,3565,75
SIEMENS AG NA O.N.213,1215,55208,45210
SIEMENS ENERGY AG NA O.N.147,18150,82145,92147,74
SIEMENS HEALTH.AG NA O.N.35,7536,2935,5235,94
SYMRISE AG INH. O.N.74,2474,7872,6472,64
VOLKSWAGEN AG VZO O.N.87,687,9685,3685,66
VONOVIA SE NA O.N.22,4722,5621,9321,93
ZALANDO SE20,9921,2620,2920,5

DAX® Equi­ties Top/Flop – Xetra® Clo­se (17:30)

Perf. abso­lutPerf. rela­tiv
BASF SE NA O.N.0,991,94 %
BRENNTAG SE NA O.N.0,741,30 %
FRESEN.MED.CARE AG INH ON0,441,14 %
HANNOVER RUECK SE NA O.N.2,200,82 %
DEUTSCHE BOERSE NA O.N.0,900,35 %
MUENCH.RUECKVERS. NA O.N.1,400,26 %
DT.TELEKOM AG NA0,040,13 %
COMMERZBANK AG0,000,00 %
SIEMENS HEALTH.AG NA O.N.-0,05-0,14 %
ALLIANZ SE NA O.N.-0,70-0,19 %
DEUTSCHE BANK AG NA O.N.-0,05-0,19 %
E.ON SE NA O.N.-0,08-0,41 %
RWE AG INH O.N.-0,32-0,54 %
HENKEL AG+CO.KGAA VZO-0,52-0,80 %
DEUTSCHE POST AG NA O.N.-0,39-0,85 %
FRESENIUS SE+CO.KGAA O.N.-0,38-0,87 %
SCOUT24 SE NA O.N.-0,60-0,90 %
MTU AERO ENGINES NA O.N.-3,30-1,04 %
BAYER AG NA O.N.-0,43-1,08 %
BAY.MOTOREN WERKE AG ST-1,00-1,26 %
SIEMENS ENERGY AG NA O.N.-1,96-1,31 %
MERCEDES-BENZ GRP NA O.N.-0,73-1,38 %
AIRBUS SE-2,50-1,51 %
SIEMENS AG NA O.N.-3,35-1,57 %
CONTINENTAL AG O.N.-1,02-1,63 %
DAIMLER TRUCK HLDG NA ON-0,73-1,72 %
INFINEON TECH.AG NA O.N.-0,69-1,77 %
PORSCHE AUTOM.HLDG VZO-0,59-1,85 %
VOLKSWAGEN AG VZO O.N.-1,64-1,88 %
GEA GROUP AG-1,20-1,93 %
VONOVIA SE NA O.N.-0,48-2,14 %
MERCK KGAA O.N.-2,45-2,23 %
SYMRISE AG INH. O.N.-1,66-2,23 %
ZALANDO SE-0,50-2,38 %
SAP SE O.N.-3,68-2,47 %
RHEINMETALL AG-39,50-2,52 %
BEIERSDORF AG O.N.-1,94-2,57 %
QIAGEN NV EO -,01-1,02-2,89 %
ADIDAS AG NA O.N.-4,05-3,00 %
HEIDELBERG MATERIALS O.N.-7,20-4,06 %

Index Values

Index Report­ing Instru­mentLastClo­se — Pre­vious DayChan­ge in %
CDAX-GESAMTINDEX (PERF)1.960,521.973,99-0,68%
CLASSIC ALL SH. TR11.371,3511.443,79-0,63%
DAX PERFORMANCE-INDEX22.937,6523.114,07-0,76%
HDAX PERFORMANCE-INDEX12.147,9212.237,19-0,73%
MDAX PERFORMANCE-INDEX28.759,7728.871,28-0,39%
PRIME ALL SH. TR8.859,418.924,36-0,73%
SDAX PERFORMANCEINDEX16.564,7816.724,02-0,95%
TECDAX TR3.427,063.459,03-0,92%
TECHN. ALL SHARE TR3.211,913.247,68-1,10%

Markt­be­richt Deutsch­land: DAX im Schat­ten des Iran-Ulti­ma­tums (Stand: 07.04.2026)

Der deut­sche Akti­en­markt ist am heu­ti­gen Diens­tag mit einer deut­li­chen depres­si­ven Ten­denz aus der Oster­pau­se zurück­ge­kehrt. Was am Vor­mit­tag noch als vola­ti­les Such­spiel begann, mün­de­te am Nach­mit­tag in einen kon­se­quen­ten Aus­ver­kauf. Die Markt­psy­cho­lo­gie steht voll­stän­dig unter dem Dik­tat des US-Ulti­ma­tums gegen­über Tehe­ran: Je näher der Zei­ger auf die kri­ti­sche Mar­ke von 2:00 Uhr MESZ rückt, des­to mas­si­ver zie­hen insti­tu­tio­nel­le Anle­ger das Risi­ko vom Tisch. Dabei agiert das geo­po­li­ti­sche Schreck­ge­spenst am Per­si­schen Golf kei­nes­wegs iso­liert; eine restrik­ti­ve US-Geld­po­li­tik fun­giert als zwei­ter Anker. Die star­ke US-Arbeits­markt­bi­lanz vom ver­gan­ge­nen Frei­tag sowie robus­te Auf­trags­ein­gän­ge im Febru­ar unter­mau­ern das Sze­na­rio einer „Higher-for-longer“-Zinspolitik der Fed, was die Attrak­ti­vi­tät von Risi­ko-Assets zusätz­lich schmä­lert.

Die Schluss­no­tie­run­gen der wich­tigs­ten Indi­zes zum Xetra-Han­dels­schluss:

IndexSchluss­kursVer­än­de­rung
DAX22.921,59 Pkt.-1,06 %
MDAX28.733,46 Pkt.-0,63 %
TecDAX3.425,70 Pkt.-1,22 %
SDAX16.533,73 Pkt.-1,10 %
Euro­S­to­xx 505.633,22 Pkt.-1,05 %

n die­sem Abwärts­trend erweist sich der MDAX mit einem mode­ra­ten Abschlag von 0,63 % als erstaun­lich resi­li­ent. Die­se Diver­genz offen­bart eine kla­re Risi­ko­se­lek­ti­on: Wäh­rend die glo­bal ver­netz­ten DAX-Schwer­ge­wich­te als unmit­tel­ba­re Pro­xy-Wer­te für Welt­han­dels­ri­si­ken abge­sto­ßen wer­den, zeigt das deut­sche Mid-Cap-Seg­ment eine höhe­re rela­ti­ve Stär­ke. Den­noch mas­kiert die nack­te Kurs­bi­lanz eine tie­fer­lie­gen­de tek­to­ni­sche Ver­schie­bung am Per­si­schen Golf, die das Poten­zi­al hat, die glo­ba­le Ord­nung nach­hal­tig zu erschüt­tern.

Geo­po­li­ti­sche Eska­la­ti­on: Das Iran-Ulti­ma­tum und die stra­te­gi­sche Sack­gas­se

Die Stra­ße von Hor­mus ist die ent­schei­den­de Hals­schlag­ader der glo­ba­len Ener­gie­ver­sor­gung. Dass US-Prä­si­dent Donald Trump die Frist für Tehe­ran auf Mitt­woch, 2:00 Uhr MESZ, fest­ge­setzt hat, treibt die Markt­teil­neh­mer in die Defen­si­ve. Die Hoff­nung eini­ger Markt­ana­lys­ten auf einen diplo­ma­ti­schen „Last-Minu­te-Deal“ grenzt ange­sichts der har­ten Fak­ten an Markt­nai­vi­tät. Wäh­rend Ver­mitt­ler ver­zwei­felt ver­su­chen, einen Waf­fen­still­stand aus­zu­han­deln, schafft die Rea­li­tät am Boden bereits voll­ende­te Tat­sa­chen.

Kri­ti­sche Ent­wick­lun­gen im Über­blick:

  • Mili­tä­ri­sche Eska­la­ti­on: Schon vor Ablauf der Frist wur­den mas­si­ve Angrif­fe auf die ira­ni­sche Ver­kehrs­in­fra­struk­tur und die Ölin­dus­trie, ins­be­son­de­re die stra­te­gisch wich­ti­ge Ölin­sel Charg, gemel­det.
  • Akti­ve Betei­li­gung Isra­els: Das israe­li­sche Mili­tär bestä­tig­te Angrif­fe auf ins­ge­samt acht Brü­cken­ab­schnit­te inner­halb des Irans, um die Logis­tik­we­ge des Regimes zu läh­men.
  • Diplo­ma­ti­sche Blo­cka­de: Tehe­ran for­dert nicht nur ein Ende der Feind­se­lig­kei­ten, son­dern beharrt auf der Kon­trol­le über die Stra­ße von Hor­mus und dem Recht, den Schiffs­ver­kehr zu besteu­ern – eine für den Wes­ten unan­nehm­ba­re For­de­rung.
  • Geo­po­li­ti­sche Patt­si­tua­ti­on: Dass Russ­land und Chi­na im UN-Sicher­heits­rat gegen die ent­spre­chen­de Reso­lu­ti­on zur Stra­ße von Hor­mus gestimmt haben, unter­streicht die glo­ba­le Zer­ris­sen­heit und ver­rin­gert die Chan­cen auf eine fried­li­che Lösung gegen Null.

Die­se explo­si­ve Gemenge­la­ge ent­lädt sich unmit­tel­bar auf den Roh­stoff­märk­ten und befeu­ert eine neue Infla­ti­ons­dy­na­mik.

Roh­stoff­märk­te und Infla­ti­ons­dy­na­mik: OPEC+ in der Bedeu­tungs­lo­sig­keit

Die Kor­re­la­ti­on zwi­schen der dro­hen­den Blo­cka­de am Golf und den Ener­gie­prei­sen bleibt der bestim­men­de Makro-Fak­tor. Der IWF warnt bereits expli­zit vor einer signi­fi­kan­ten glo­ba­len Wachs­tums­ver­lang­sa­mung bei gleich­zei­tig stei­gen­dem Preis­druck.

Die aktu­el­len Roh­stoff­be­we­gun­gen zeich­nen ein kla­res Bild:

  • WTI-Öl explo­dier­te auf 114,77 USD (+3,24 %).
  • Brent-Öl notier­te zuletzt bei 109,46 USD, hielt sich jedoch im Tages­ver­lauf noch knapp unter der psy­cho­lo­gisch wich­ti­gen 111-Dol­lar-Mar­ke.
  • Gold unter­mau­ert sei­ne Rol­le als ulti­ma­ti­ver „Siche­rer Hafen“ und stieg auf 4.661,89 USD.
  • Wir­kungs­lo­sig­keit der OPEC+: Die am Wochen­en­de beschlos­se­ne För­de­r­erhö­hung der OPEC+ ver­pufft wir­kungs­los. In einem Sze­na­rio, in dem phy­si­sche Han­dels­we­ge blo­ckiert wer­den, ver­lie­ren Pro­duk­ti­ons­quo­ten ihre markt­sta­bi­li­sie­ren­de Rele­vanz.

Die Kom­bi­na­ti­on aus stei­gen­den Ölprei­sen und robus­ten US-Kon­junk­tur­da­ten treibt die US-Ren­di­ten für 10-jäh­ri­ge Staats­an­lei­hen über die Mar­ke von 4,35 %. Für Anle­ger bedeu­tet dies ein dop­pel­tes Risi­ko: Höhe­re Input­kos­ten für die Indus­trie und schwin­den­de Hoff­nun­gen auf bal­di­ge Zins­sen­kun­gen. Die­se makro­öko­no­mi­sche Belas­tung trifft die deut­sche Wirt­schaft in einer Pha­se aku­ter Schwä­che.

Makro­öko­no­mi­sche Indi­ka­to­ren: Abrup­tes Ende der deut­schen Expan­si­on

Die heu­te ver­öf­fent­lich­ten Ein­kaufs­ma­na­ger­indi­zes (PMI) für den März sind ein unbe­stech­li­ches Zeug­nis der kon­junk­tu­rel­len Abküh­lung in Deutsch­land. Der stra­te­gisch wich­ti­ge Dienst­leis­tungs­sek­tor hat mas­siv an Schwung ver­lo­ren.

Die Daten im Detail:

  • Zusam­men­ge­setz­ter PMI (S&P Glo­bal): Rück­gang auf ein Drei­mo­nats­tief von 51,9 Punk­ten.
  • Dienst­leis­tungs-PMI: Absturz auf ein Sie­ben­mo­nats­tief von 50,9 Punk­ten.
  • ifo Geschäfts­kli­ma­in­dex Auto­mo­bil­in­dus­trie: Ein­bruch auf ‑18,7 Punk­te.

Phil Smith von S&P Glo­bal spricht von einer „abrup­ten“ Ver­lang­sa­mung. Der Nah­ost-Kon­flikt und die dar­aus resul­tie­ren­den Kraft­stoff­prei­se wir­ken wie ein toxi­sches Gemisch, das die Inves­ti­ti­ons­be­reit­schaft lähmt und die Kon­sum­lau­ne im Keim erstickt. Ins­be­son­de­re die Auto­mo­bil­in­dus­trie beur­teilt ihre aktu­el­le Lage deut­lich pes­si­mis­ti­scher als noch im Vor­mo­nat.

Bran­chen-Check: Che­mie-Resi­li­enz gegen Tou­ris­tik-Schock

Am deut­schen Akti­en­markt zeigt sich ein hete­ro­ge­nes Bild, das pri­mär von der indi­vi­du­el­len Expo­niert­heit gegen­über den Ener­gie­kos­ten und Lie­fer­ket­ten­ri­si­ken geprägt ist.

Sek­to­ren-Ana­ly­se:

  • Che­mie & Roh­stof­fe (Gewin­ner): Der Sek­tor pro­fi­tiert para­do­xer­wei­se von der Ver­knap­pung. K+S (+4,8 %) führt die Gewin­ner­lis­te an, getra­gen von der Erwar­tung stei­gen­der Dün­ge­mit­tel­prei­se. Auch BASF (+1,9 %), Wacker Che­mie und Lan­xess zei­gen Stär­ke, da Ana­lys­ten durch den Krieg nach­las­sen­den Kon­kur­renz­druck und den Abbau glo­ba­ler Über­an­ge­bo­te pro­gnos­ti­zie­ren. Auru­bis (+2,0 %) pro­fi­tier­te zudem von einer Kauf­emp­feh­lung durch War­burg Rese­arch.
  • Trans­port & Tou­ris­tik (Ver­lie­rer): Mas­si­ve Ver­lus­te bei Luft­han­sa (-1,8 %) und Tui (-2,2 %). Luft­han­sa-Vor­stän­din Gra­zia Vitta­di­ni warnt bereits vor Kero­si­n­eng­päs­sen an asia­ti­schen Dreh­kreu­zen. Bei Tui wiegt zudem schwer, dass zahl­rei­che Kreuz­fahrt­schif­fe in den Kri­sen­hä­fen des Nahen Ostens fest­ste­cken.
  • Tech­no­lo­gie: Der Sek­tor lei­det unter glo­ba­lem Druck. Apple (-3,7 %) wur­de von Berich­ten über tech­ni­sche Hür­den beim Falt-iPho­ne belas­tet. Gleich­zei­tig schreck­te die Kon­kur­renz auf: Sam­sung pro­gnos­ti­ziert einen ope­ra­ti­ven Rekord­ge­winn von 33 Mil­li­ar­den Euro – ein mas­si­ver Sprung, der dem Acht­fa­chen des Vor­jah­res­er­geb­nis­ses ent­spricht. Ein sel­te­ner Licht­blick im Tech-Seg­ment war Aumo­vio (AMV0.F), die trotz eines leich­ten Kurs­mi­nus (-0,87 %) einen bedeu­ten­den OLED-Groß­auf­trag eines euro­päi­schen Pre­mi­um-Auto­mo­bil­her­stel­lers sichern konn­ten.

Son­der­si­tua­tio­nen: Im Über­nah­me­kampf Com­merz­bank vs. UniCre­dit ist die Front ver­här­tet; eine ein­ver­nehm­li­che Lösung ist laut Frank­furt aktu­ell nicht erkenn­bar. Con­ti­nen­tal (-1,63 %) lei­det unter einer Pro­gno­se­sen­kung durch Beren­berg, da das Ana­ly­se­haus ab dem zwei­ten Quar­tal mit erheb­li­chem Gegen­wind bei den Roh­stoff­kos­ten rech­net.

Stra­te­gi­sche Zusam­men­fas­sung und Aus­blick

Der deut­sche Akti­en­markt befin­det sich in einem Zustand der Schock­star­re. Das heu­ti­ge Minus im DAX ist das Resul­tat eines kon­se­quen­ten De-Ris­kings vor einem poten­zi­ell krie­ge­ri­schen Mitt­woch­mor­gen.

Kri­ti­sche Fak­to­ren für die kom­men­den 24 Stun­den:

  1. Reak­ti­on Tehe­rans: Wird das Ver­strei­chen des Ulti­ma­tums um 2:00 Uhr MESZ mit einer Total­blo­cka­de der Stra­ße von Hor­mus beant­wor­tet?
  2. US-Ren­di­te-Dyna­mik: Ver­fes­ti­gen sich die 10-jäh­ri­gen US-Ren­di­ten nach­hal­tig über 4,35 %, droht ein wei­te­rer Abver­kauf bei Tech-Wer­ten.
  3. Ölpreis-Sen­si­ti­vi­tät: Ein Aus­bruch von Brent-Öl über die 115-Dol­lar-Mar­ke wür­de die Infla­ti­ons­ängs­te auf ein neu­es zykli­sches Hoch trei­ben.

Für den anspruchs­vol­len Anle­ger ist in die­sem Umfeld die Flucht in defen­si­ve Qua­li­tä­ten und „Siche­re Häfen“ kei­ne Opti­on, son­dern eine Not­wen­dig­keit. Wir erwar­ten eine Nacht extre­mer Vola­ti­li­tät.


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