DAX-Tages­über­blick – 23.03.2026

  • Index: DAX
  • Han­dels­platz: Xetra
  • Datum: 23.03.2026
  • Vor­tag: 22380,19
  • Ers­ter: 21946,95
  • Höchst: 23178,70 (12:14:53)
  • Tiefst: 21863,81 (11:49:46)
  • Letz­ter: 22653,86
  • Ver­än­de­rung: +273,67
  • Ver­än­de­rung(%): +1,22

DAX-Tages­über­blick — 23. März 2026

1. Kurz­über­blick

Wich­tigs­te Markt­be­we­gung: Der deut­sche Akti­en­markt erleb­te am Mon­tag ein spek­ta­ku­lä­res Intra­day-Rever­sal. Nach anfäng­li­chen panik­ar­ti­gen Abver­käu­fen, die den Leit­in­dex um bis zu 2,3 % ins Minus drück­ten, dreh­te der Markt zur Mit­tags­zeit mas­siv nach oben. Vom Tages­tief bis zum Tages­hoch leg­te der DAX zeit­wei­se um rund 1.300 Punk­te zu.

Zen­tra­le Trei­ber: Aus­lö­ser für die Kehrt­wen­de war die Ankün­di­gung von US-Prä­si­dent Donald Trump, geplan­te mili­tä­ri­sche Angrif­fe auf die ira­ni­sche Ener­gie­infra­struk­tur um fünf Tage zu ver­schie­ben und von „pro­duk­ti­ven Gesprä­chen“ zu spre­chen. Dies führ­te zu einer schlag­ar­ti­gen Ent­span­nung bei den Ener­gie­prei­sen.

Gesamt­stim­mung am Markt: Die Stim­mung dreh­te im Tages­ver­lauf von tie­fem “Risk-Off” (Angst vor einer Eska­la­ti­on und Blo­cka­de der Stra­ße von Hor­mus) zu “Risk-On” (Hoff­nung auf eine diplo­ma­ti­sche Lösung). Das Prin­zip Hoff­nung domi­nier­te den Nach­mit­tags­han­del.

2. Makro- und geo­po­li­ti­sche Trei­ber

Geo­po­li­ti­sche Ent­wick­lun­gen: Der Nah­ost­kon­flikt bleibt das bestim­men­de The­ma. Ein 48-Stun­den-Ulti­ma­tum der USA an den Iran zur Öff­nung der Stra­ße von Hor­mus wur­de durch die neue 5‑Ta­ges-Frist vor­erst ent­schärft. Demen­tis aus Tehe­ran bezüg­lich angeb­li­cher Ver­hand­lun­gen mit den USA sorg­ten jedoch dafür, dass die geo­po­li­ti­sche Lage hoch­gra­dig fra­gil bleibt.

Wich­ti­ge Kon­junk­tur­da­ten: Vor­läu­fi­ge Daten der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on zeig­ten, dass das Ver­brau­cher­ver­trau­en in der Euro­zo­ne im März auf ‑16,3 Punk­te sank – den nied­rigs­ten Stand seit Herbst 2023. In den USA fiel der Chi­ca­go Fed Natio­nal Acti­vi­ty Index für Febru­ar auf ‑0.11 Punk­te, was auf eine nach­las­sen­de Wachs­tums­dy­na­mik hin­deu­tet.

Geld­po­li­ti­sche Erwar­tun­gen: Die dro­hen­de Stag­fla­ti­on (stei­gen­de Ener­gie­prei­se bei schwä­cheln­der Wirt­schaft) bleibt ein Risi­ko. Durch den nach­ge­ben­den Ölpreis am Nach­mit­tag ver­rin­ger­ten sich die extre­men Infla­ti­ons­ängs­te leicht. Den­noch blei­ben die Ren­di­ten am Anlei­he­markt hoch (US-10-Jah­res-Ren­di­te zeit­wei­se über 4,42 %), da die Noten­ban­ken (Fed, EZB) im aktu­el­len Umfeld kaum Spiel­raum für bal­di­ge Zins­sen­kun­gen haben.

3. Inde­x­ent­wick­lung

DAX: Der Leit­in­dex schloss mit einem deut­li­chen Plus von 1,22 % bei 22.653,86 Punk­ten. Die extre­me Schwan­kungs­brei­te von fast 6 % war his­to­risch bemer­kens­wert (Tages­tief: 21.864 / Tages­hoch: > 23.100).

Wei­te­re deut­sche Indi­zes: Die zwei­te und drit­te Rei­he per­form­te noch etwas stär­ker. Der MDAX stieg um 1,56 % auf 28.229,36 Punk­te, der SDAX um 1,60 % auf 16.463,01 Punk­te. Der TecDAX hink­te mit +0,44 % (3.435,36) leicht hin­ter­her.

Inter­na­tio­na­le Märk­te (Moment­auf­nah­me): Auch inter­na­tio­nal grif­fen Inves­to­ren zu. Der Euro­S­to­xx 50 schloss 1,33 % höher. Die US-Märk­te notier­ten am frü­hen Abend euro­päi­scher Zeit eben­falls deut­lich im Plus: Der Dow Jones stieg um ca. 1,6 %, der S&P 500 um 1,3 % und der von Tech­no­lo­gie-Wer­ten domi­nier­te Nasdaq Com­po­si­te lag rund 1,4 % im Plus.

4. Markt­struk­tur

Markt­brei­te: Die Markt­brei­te prä­sen­tier­te sich zum Han­dels­schluss soli­de posi­tiv. 25 DAX-Wer­te ver­buch­ten Gewin­ne, wäh­rend 15 Wer­te im Minus schlos­sen. Das Über­ge­wicht deut­li­cher Kurs­ge­win­ne (+3 % bis knapp +6 % an der Spit­ze) gegen­über mode­ra­ten Ver­lus­ten (max. ‑3 % am Ende) stützt das Bild eines star­ken Han­dels­ta­ges.

Han­dels­vo­lu­men: Eine kri­ti­sche Betrach­tung erfor­dert das Volu­men. Der Kurs­sprung erfolg­te bei einem Han­dels­vo­lu­men von knapp 103,4 Mil­lio­nen Stü­cken – ein Rück­gang von rund 40 % im Ver­gleich zum star­ken Abver­kaufs­tag am ver­gan­ge­nen Frei­tag (172,1 Mio.). Dies deu­tet dar­auf hin, dass der Anstieg eher durch ein Ver­sie­gen des Ver­kaufs­drucks und Short-Ein­de­ckun­gen als durch mas­si­ven, über­zeug­ten Kauf­druck zustan­de kam.

Vola­ti­li­tät: Der VDAX-NEW, das Baro­me­ter für die Ner­vo­si­tät der Anle­ger, notier­te bei hohen 32,00 Punk­ten (+2,28 %). Trotz stei­gen­der Kur­se bleibt die erwar­te­te Schwan­kungs­brei­te im Markt extrem hoch, was auf eine tie­fe Ver­un­si­che­rung der insti­tu­tio­nel­len Anle­ger schlie­ßen lässt.

5. Sek­tor­ro­ta­ti­on

Star­ke Bran­chen: Ein klas­si­sches “Risk-On”-Szenario präg­te den Nach­mit­tag. Kapi­tal floss mas­siv in kon­junk­tur­sen­si­ble Zykli­ker (Che­mie, Indus­trie), den stark gebeu­tel­ten Auto­mo­bil­sek­tor sowie in Bank­ti­tel.

Schwa­che Bran­chen: Gemie­den wur­den klas­si­sche defen­si­ve Wer­te, Ver­sor­ger und zins­sen­si­ble Immo­bi­li­en­ak­ti­en. Auch Rüs­tungs­ak­ti­en, die zuvor als siche­re Häfen gal­ten, wur­den ver­kauft.

Ein­ord­nung: Die Markt­teil­neh­mer schich­te­ten aggres­siv in Erwar­tung sin­ken­der Ener­gie­prei­se und einer geo­po­li­ti­schen Dees­ka­la­ti­on um.

6. Ein­zel­wer­te

Wich­tigs­te Gewin­ner (DAX): Ange­führt wur­de der Leit­in­dex von Brenn­tag (+5,78 %), Sie­mens Ener­gy (+4,87 %), der Com­merz­bank (+4,12 %) und Hei­del­berg Mate­ri­als (+4,03 %). Im MDAX stach Deli­very Hero mit einem Kurs­sprung von zeit­wei­se über 11 % (Schluss­kurs +7,9 %) nach dem Ver­kauf des Tai­wan-Geschäfts für 600 Mio. US-Dol­lar an Grab Hol­dings her­aus.

Wich­tigs­te Ver­lie­rer (DAX): Am Ende des Tableaus fan­den sich Zalan­do (-3,06 %), Ver­sor­ger wie RWE (-2,21 %) sowie der Immo­bi­li­en­wert Von­o­via (-2,05 %). Auch der Rüs­tungs­kon­zern Rhein­me­tall gab um 1,23 % nach, obwohl die EU-Kom­mis­si­on die nächs­te Pha­se für das euro­päi­sche Kampf­pan­zer-Pro­jekt (MARTE) geneh­migt hat­te.

Rele­van­te Unter­neh­mens­nach­rich­ten: Bei der Com­merz­bank for­der­te CEO Bet­ti­na Orlopp öffent­lich mehr Klar­heit bezüg­lich der Absich­ten der UniCre­dit. Auf inter­na­tio­na­ler Büh­ne sorg­te zudem Elon Musk für Auf­se­hen, der neue Chip­fa­bri­ken für Tes­la und SpaceX in Texas ankün­dig­te.

7. Roh­stof­fe und Wäh­run­gen

Ölprei­se: Der Ener­gie­markt war der Dreh- und Angel­punkt des Tages. Der Preis für die Nord­see­sor­te Brent stürz­te von über 114 US-Dol­lar am Mor­gen auf zeit­wei­se knapp über 100 US-Dol­lar ab (ein Tages­ver­lust von fast 10 %), als die aku­te Bedro­hung der ira­ni­schen Ölin­fra­struk­tur vor­erst vom Tisch genom­men wur­de.

Gold: Der siche­re Hafen Gold wur­de liqui­diert. Der Preis für die Fein­un­ze fiel deut­lich um über 2,1 % in Rich­tung 4.397 US-Dol­lar.

EUR/USD: Der US-Dol­lar gab sei­nen Sta­tus als Kri­sen­wäh­rung teil­wei­se ab, was dem Euro Auf­trieb ver­lieh. Die Gemein­schafts­wäh­rung klet­ter­te auf Kur­se um 1,1588 US-Dol­lar.

8. Markt­aus­blick

Mög­li­che kurz­fris­ti­ge Sze­na­ri­en: Die Erho­lungs­ral­ly steht auf wacke­li­gen Bei­nen (sin­ken­des Volu­men bei stei­gen­den Kur­sen gepaart mit einem sehr hohen VDAX). Der Markt ist ein mas­si­ves geo­po­li­ti­sches “Gap-Risk” ein­ge­gan­gen. Soll­te die 5‑Ta­ges-Frist unge­nutzt ver­strei­chen oder es zu neu­en Eska­la­tio­nen in der Regi­on kom­men, dro­hen abrup­te Kurs­rück­set­zer auf die Tiefs des Vor­mit­tags.

Ent­schei­den­de Ein­fluss­fak­to­ren: In den kom­men­den Han­dels­ta­gen wer­den die Nach­rich­ten­la­ge aus dem Nahen Osten sowie die Ölpreis­ent­wick­lung die abso­lu­te Domi­nanz über die Akti­en­märk­te behal­ten. Fun­da­men­tal rich­ten Inves­to­ren den Blick auf die mor­gi­gen Flash-PMI-Daten (Ein­kaufs­ma­na­ger­indi­zes) aus den USA, um die wirt­schaft­li­che Wider­stands­fä­hig­keit im aktu­el­len Infla­ti­ons­um­feld zu bewer­ten.

DAX-Tages­über­blick:

Geo­po­li­ti­sche Atem­pau­se löst spek­ta­ku­lä­re Markt­wen­de aus

1. Markt­be­richt: Die Trump-Wen­de und ihre Dyna­mik

Der deut­sche Akti­en­markt erleb­te am Mon­tag eine der vola­tils­ten Han­dels­pha­sen der jün­ge­ren Geschich­te. Stan­den die Vor­zei­chen am Vor­mit­tag ange­sichts eines dro­hen­den US-Ulti­ma­tums gegen den Iran noch auf sys­te­mi­scher Eska­la­ti­on, trans­for­mier­te eine ein­zi­ge Social-Media-Ankün­di­gung die Läh­mung in eine markt­brei­te Erleich­te­rungs­ral­ly. Donald Trump ver­kün­de­te über „Truth Social“, das Ulti­ma­tum zur Öff­nung der Stra­ße von Hor­mus um fünf Tage zu ver­schie­ben, und ver­wies auf „sehr gute und pro­duk­ti­ve Gesprä­che“. Die­se Nach­richt fun­gier­te als stra­te­gi­scher Wen­de­punkt, der die Markt­psy­cho­lo­gie abrupt vom Kri­sen­mo­dus auf das „Prin­zip Hoff­nung“ (Timo Emden) umschal­te­te.

Die Chro­no­lo­gie ver­deut­licht die extre­me Dyna­mik: Nach einem mor­gend­li­chen Absturz auf ein Tief von 21.864 Punk­ten (ca. ‑2,3 %) dreh­te der DAX nach Trumps Post steil nach oben. Bun­des­kanz­ler Fried­rich Merz begrüß­te die Ent­wick­lung in Ber­lin und zeig­te sich „dank­bar“ für die diplo­ma­ti­sche Atem­pau­se. Die anfäng­li­che Eupho­rie, die den Index zeit­wei­se über 3,5 % ins Plus hiev­te, wur­de jedoch durch schar­fe Demen­tis aus Tehe­ran gedämpft. Der ira­ni­sche Par­la­ments­prä­si­dent Moham­med Bag­her Gha­libaf bezeich­ne­te die Berich­te über Ver­hand­lun­gen als „Fake News“ und warf den USA vor, mit die­sen Falsch­mel­dun­gen ledig­lich dem geo­po­li­ti­schen „Sumpf“ ent­kom­men zu wol­len.

“So What?”-Ebene: Die Erho­lung ist von extre­mer Fra­gi­li­tät geprägt. Markt­ana­lyst Timo Emden bezeich­net die Ankün­di­gung tref­fend als „Beru­hi­gungs­pil­le auf Zeit“. Da die Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen Washing­ton und Tehe­ran dia­me­tral wider­sprüch­lich bleibt, reagiert der Markt ledig­lich auf eine zeit­li­che Ver­ta­gung der Kri­se. Die fun­da­men­ta­le Eska­la­ti­ons­ge­fahr ist nicht gebannt, son­dern ledig­lich um 120 Stun­den auf­ge­scho­ben.

2. Index-Per­for­mance und Vola­ti­li­täts­ana­ly­se

Der Han­dels­tag war von einer außer­ge­wöhn­li­chen Schwan­kungs­brei­te geprägt, die mit fast 6 % die höchs­te Vola­ti­li­tät seit dem „Zoll-Schock“ vom 7. April 2025 mar­kier­te. Zwi­schen dem Tages­tief bei 21.864 Punk­ten und dem Tages­hoch bei 23.178 Punk­ten voll­zog der Leit­in­dex eine spek­ta­ku­lä­re 1.300-Punkte-Rallye.

Index Schluss­stand Ver­än­de­rung

  • DAX 22.653,86 Pkt. +1,22 %
  • MDAX 28.229,36 Pkt. +1,56 %
  • TecDAX 3.435,36 Pkt. +0,44 %
  • SDAX 16.463,01 Pkt. +1,60 %

“So What?”-Ebene: Mit einem Han­dels­um­satz von 6,863 Mrd. Euro im DAX war die Liqui­di­tät beacht­lich. Die­se hohen Volu­mi­na in Ver­bin­dung mit einer Intra­day-Span­ne von fast 6 % signa­li­sie­ren, dass insti­tu­tio­nel­le Akteu­re trotz des posi­ti­ven Vor­zei­chens in tie­fer Unsi­cher­heit agie­ren. Die aktu­el­le Bewe­gung ist eher als tech­nisch getrie­be­ne Erleich­te­rungs­ral­ly denn als nach­hal­ti­ge Trend­wen­de zu wer­ten.

3. Cor­po­ra­te News: Gewin­ner, Ver­lie­rer und stra­te­gi­sche Deals

In einem hete­ro­ge­nen Markt­um­feld domi­nier­ten am Mon­tag stra­te­gi­sche Des­in­ves­ti­tio­nen und sek­to­ra­le Rota­tio­nen, die teil­wei­se fun­da­men­ta­le Schwä­chen mas­kier­ten.

* Deli­very Hero (+11,67 %): Der kla­re Tages­sie­ger pro­fi­tier­te mas­siv vom Ver­kauf des Tai­wan-Geschäfts (Food­pan­da) an Grab für 600 Mio. USD in bar. JPMor­gan-Ana­lyst Mar­cus Die­bel beton­te, dass der erziel­te Preis „deut­lich über den Markt­er­war­tun­gen“ lie­ge. Der Erlös dient pri­mär der drin­gend benö­tig­ten Schul­den­til­gung.

* Sek­tor Stahl & Indus­trie: Salz­git­ter fei­er­te eine vola­ti­le Pre­mie­re als MDAX-Auf­stei­ger. Trotz eines ent­täu­schen­den Aus­blicks (Umsatz­ziel 9,5 Mrd. Euro) und einer Divi­den­de von ledig­lich 0,20 Euro, die hin­ter den Erwar­tun­gen zurück­blieb, dreh­te die Aktie nach einem initia­len 10-pro­zen­ti­gen Absturz mit 1,4 % ins Plus. Thys­sen­krupp ver­zeich­ne­te im Sog der all­ge­mei­nen Ent­span­nung Gewin­ne von 3,1 %.

* Ener­gie­ef­fi­zi­enz vs. Rüs­tung: Defen­si­ve Indus­trie­wer­te wie Brenn­tag (+5,8 %) und Hei­del­berg Mate­ri­als (+4,9 %) pro­fi­tier­ten unmit­tel­bar von sin­ken­den Infla­ti­ons­sor­gen durch fal­len­de Ener­gie­kos­ten. Im Gegen­satz dazu ver­lor Rhein­me­tall 1,23 %, obwohl die EU-Kom­mis­si­on die nächs­te Pha­se des MAR­TE-Pan­zer­pro­jekts geneh­migt hat­te – geo­po­li­ti­sche Ent­span­nungs­si­gna­le belas­te­ten hier die kurz­fris­ti­ge Sto­ry.

* Immo­bi­li­en & Phar­ma: Wäh­rend zykli­sche Wer­te stie­gen, blieb der Immo­bi­li­en­sek­tor unter Druck. Von­o­via (-0,87 %) und LEG Immo­bi­li­en (-1,4 %) gehör­ten zu den schwächs­ten Wer­ten, da der Markt Kapi­tal in risi­ko­rei­che­re Assets umschich­te­te („Risk-on“).

“So What?”-Ebene: Der Markt belohn­te radi­ka­le Bilanz­be­rei­ni­gun­gen (Deli­very Hero) und ope­ra­ti­ve Hebel auf sin­ken­de Input­kos­ten (Brenn­tag). Dass Salz­git­ter trotz schwa­cher Fun­da­men­tal­da­ten zuleg­te, ist pri­mär der Index-Pro­mo­ti­on und dem markt­brei­ten Sen­ti­ment geschul­det.

4. Roh­stof­fe und Wäh­run­gen: Ölpreis als Infla­ti­ons­brem­se

Die dras­ti­sche Kor­rek­tur an den Roh­stoff­märk­ten war der ent­schei­den­de Kata­ly­sa­tor für die Akti­en­wen­de, da sie den unmit­tel­ba­ren Druck von den Infla­ti­ons- und Zins­er­war­tun­gen nahm.

Asset Preis / Kurs Ver­än­de­rung

  • Brent Öl 101,55 USD ‑9,5 %
  • WTI Öl 89,97 USD ‑8,4 %
  • Gold 4.366,11 USD ‑2,7 %
  • EUR/USD 1,1587 +0,2 %
  • GBP/USD 1,3394 +0,4 %

“So What?”-Ebene: Laut Markt­stra­te­ge Eric Wino­grad ist der Ölpreis der­zeit die ein­zi­ge maß­geb­li­che Varia­ble für die Finanz­märk­te. Der Rück­gang von über 114 USD auf knapp 101 USD fun­giert als direk­te Ent­las­tung für die glo­ba­le Indus­trie und dämpft stag­fla­tio­nä­re Sor­gen. Dies ver­grö­ßert theo­re­tisch den Spiel­raum der Zen­tral­ban­ken, auch wenn Gold auf­grund anhal­ten­der Zins­sor­gen unter Druck blieb.

5. Inter­na­tio­na­les Umfeld: Wall Street und Euro­pa

Die US-Märk­te grif­fen die euro­päi­sche Vor­la­ge dank­bar auf. Ins­be­son­de­re der Tech­no­lo­gie­sek­tor erhielt nach der KI-Skep­sis der Vor­wo­che eine Ver­schnauf­pau­se.

* US-Indi­zes: Der Dow Jones stieg um 1,3 %, wäh­rend der S&P 500 (+1,1 %) und der Nasdaq (+1,2 %) eben­falls deut­lich zuleg­ten.

* Tes­la (+2,9 %): Elon Musk sorg­te mit der Ankün­di­gung des „Terafab“-Projekts – zwei hoch­mo­der­nen Chip­fa­bri­ken in Aus­tin, Texas, für Robo­ter und Welt­raum-KI – für zusätz­li­chen Auf­trieb.

* Euro­pa: Der Euro­S­to­xx 50 leg­te um 1,33 % zu. Lon­don (FTSE 100) blieb mit ‑0,24 % hin­ge­gen ein Nach­züg­ler.

“So What?”-Ebene: Es klafft eine tie­fe Lücke zwi­schen markt­ge­trie­be­ner Eupho­rie und real­wirt­schaft­li­cher Ein­trü­bung. Wäh­rend die Kur­se stie­gen, sank das Ver­brau­cher­ver­trau­en im Euro­raum auf ein Tief von ‑16,3. Zudem unter­stri­chen die rück­läu­fi­gen US-Bau­aus­ga­ben (-0.3 %) und der schwa­che Chi­ca­go Fed Natio­nal Acti­vi­ty Index (-0,11), dass die kon­junk­tu­rel­le Basis brü­chig bleibt. Der Markt wet­tet rein auf Diplo­ma­tie und igno­riert die har­ten Daten.

6. Fazit und Aus­blick: Hoff­nung auf diplo­ma­ti­sche Lösung

Der DAX hat sich mit dem Schluss­kurs von 22.653,86 Punk­ten über eine wich­ti­ge tech­ni­sche Mar­ke geret­tet. Den­noch beginnt nun eine kri­ti­sche fünf­tä­gi­ge Bewäh­rungs­pro­be.

Zen­tra­le Takea­ways:

1. Rhe­to­rik-Abhän­gig­keit: Die Märk­te sind Gei­seln von Social-Media-State­ments. Die Dis­kre­panz zwi­schen US-Opti­mis­mus und ira­ni­schen „Fake News“-Vorwürfen bleibt ein unbe­re­chen­ba­res Risi­ko.

2. Ölpreis als Anker: Die Sta­bi­li­tät der Ral­lye hängt fast aus­schließ­lich an der Fort­füh­rung der Ener­gie­kos­ten-Ent­span­nung.

3. Ulti­ma­tum-Dyna­mik: „Auf­ge­scho­ben ist nicht auf­ge­ho­ben“ (Timo Emden). Der 5‑Ta­ge-Kor­ri­dor ist kein Frie­den, son­dern eine Ver­län­ge­rung der Unsi­cher­heit.

Für die kom­men­den Sit­zun­gen ist die Ver­tei­di­gung der Mar­ke von 22.600 Punk­ten essen­zi­ell. Soll­ten die „pro­duk­ti­ven Gesprä­che“ kei­ne greif­ba­ren diplo­ma­ti­schen Resul­ta­te lie­fern, dürf­te die tech­ni­sche Unter­stüt­zung ange­sichts der schwa­chen Kon­junk­tur­da­ten schnell in sich zusam­men­bre­chen.

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CONTINENTAL AG O.N.1,943,36 %
DAIMLER TRUCK HLDG NA ON1,132,83 %
BAY.MOTOREN WERKE AG ST2,082,75 %
INFINEON TECH.AG NA O.N.0,842,23 %
MERCEDES-BENZ GRP NA O.N.1,072,10 %
BASF SE NA O.N.0,891,93 %
MTU AERO ENGINES NA O.N.4,701,53 %
DEUTSCHE BANK AG NA O.N.0,351,41 %
DEUTSCHE POST AG NA O.N.0,561,27 %
VOLKSWAGEN AG VZO O.N.0,720,84 %
GEA GROUP AG0,450,76 %
PORSCHE AUTOM.HLDG VZO0,230,73 %
FRESENIUS SE+CO.KGAA O.N.0,310,71 %
ALLIANZ SE NA O.N.2,100,60 %
HENKEL AG+CO.KGAA VZO0,380,57 %
SYMRISE AG INH. O.N.0,380,55 %
SIEMENS HEALTH.AG NA O.N.0,110,30 %
BAYER AG NA O.N.0,080,21 %
SAP SE O.N.0,040,03 %
E.ON SE NA O.N.-0,02-0,11 %
ADIDAS AG NA O.N.-0,25-0,19 %
MUENCH.RUECKVERS. NA O.N.-1,00-0,19 %
BEIERSDORF AG O.N.-0,16-0,22 %
DT.TELEKOM AG NA-0,08-0,25 %
SCOUT24 SE NA O.N.-0,35-0,54 %
FRESEN.MED.CARE AG INH ON-0,27-0,72 %
MERCK KGAA O.N.-1,25-1,20 %
DEUTSCHE BOERSE NA O.N.-3,00-1,23 %
RHEINMETALL AG-20,00-1,33 %
QIAGEN NV EO -,01-0,56-1,61 %
HANNOVER RUECK SE NA O.N.-4,40-1,69 %
VONOVIA SE NA O.N.-0,44-2,05 %
RWE AG INH O.N.-1,24-2,21 %
ZALANDO SE-0,67-3,06 %
Index Report­ing Instru­mentLastClo­se — Pre­vious DayChan­ge in %
CDAX-GESAMTINDEX (PERF)1.928,211.912,240,84%
CLASSIC ALL SH. TR11.118,9810.981,941,25%
DAX PERFORMANCE-INDEX22.595,2522.397,430,88%
HDAX PERFORMANCE-INDEX11.964,6711.854,520,93%
MDAX PERFORMANCE-INDEX28.248,9527.870,041,36%
PRIME ALL SH. TR8.730,178.648,720,94%
SDAX PERFORMANCEINDEX16.471,4316.245,781,39%
TECDAX TR3.431,773.420,830,32%
TECHN. ALL SHARE TR3.265,603.258,750,21%

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