Der 11. Juli 2026 war geprägt von einer gefährlichen Eskalation im Nahen Osten, kontroversen politischen Plänen in Deutschland, extremen Wetterereignissen und sportlichen Höhepunkten bei der Fußball-Weltmeisterschaft.
Eskalation im Iran-Konflikt und Morddrohungen gegen Merz
Die Lage im Nahen Osten hat sich drastisch zugespitzt. Der Iran hat die Straße von Hormus geschlossen und ein Handelsschiff durch Raketenbeschuss schwer beschädigt. Als Reaktion darauf kündigten die USA neue Angriffe auf iranische Ziele an. Inmitten dieser Spannungen veröffentlichte eine regimenahe iranische Zeitung eine Grafik, die einer Todesdrohung gegen westliche Politiker gleichkommt; unter den abgebildeten Personen im Häftlingsanzug befindet sich auch Bundeskanzler Friedrich Merz. Der neue oberste Führer des Iran, Ajatollah Mojtaba Chamenei, schwor zudem Rache für seinen Ende Februar getöteten Vater. Diplomatische Bemühungen finden derzeit im Oman statt, wo der iranische Außenminister mit Vermittlern zusammentrifft.
International
- Einschüchterung von Medien in den USA: Die Bundesstaatsanwaltschaft in Manhattan hat Reporter der New York Times vorgeladen. Hintergrund ist deren Berichterstattung über Sicherheitsmängel an der neuen Präsidentenmaschine von Donald Trump. Trump selbst bezeichnete sich in diesem Zusammenhang als „Nummer 1 auf der Todesliste des Iran“ und bestritt Sicherheitsbedenken.
Innenpolitik: AfD-Parteitag in Sachsen-Anhalt
In Magdeburg stellte die AfD Sachsen-Anhalt, die in Umfragen derzeit bei etwa 41 % liegt, ihr „100-Tage-Programm“ für eine mögliche Regierungsübernahme nach der Wahl im September vor. Zu den zentralen Forderungen gehören:
- Eine Arbeitspflicht für Asylbewerber und die Kündigung der Rundfunkstaatsverträge.
- Die Umbenennung der Landeskampagne „modern denken“ in „deutsch denken“ sowie das Hissen der Nationalflagge an Schulen.
- Ein Führerschein-Zuschuss von 1500 Euro für Auszubildende. Wirtschaftsvertreter und Mediziner äußerten sich besorgt über die Auswirkungen dieser Politik auf den Fachkräftemangel, da bereits jetzt jeder dritte Arzt in Sachsen-Anhalt einen Migrationshintergrund hat.
Innenpolitik in Deutschland
- Debatte um Minijobs: CSU-Chef Markus Söder sprach sich vehement gegen eine Abschaffung von Minijobs aus, da dies Branchen wie der Gastronomie schwer schaden würde. Eine Regierungskommission hatte zuvor empfohlen, diese Jobs voll sozialversicherungspflichtig zu machen.
- Aktuelle Wahlumfrage: Im „Sonntagstrend“ verliert die AfD leicht auf 28 %, während die Union auf 22 % zulegt. SPD und Grüne liegen bei 12 %, während FDP und BSW mit jeweils 4 % den Einzug in den Bundestag verpassen würden.
Sicherheit: Sabotageakt auf Bahnstrecke
Der Bahnverkehr zwischen Düsseldorf und Köln kam aufgrund von Bränden in Kabelschächten zum Erliegen. Die Ermittler gehen von Sabotage aus, da ein Bekennerschreiben der linksextremen Gruppe „Kommando Angry Birds“ aufgetaucht ist. NRW-Innenminister Herbert Reul forderte in diesem Zusammenhang Lockerungen beim Datenschutz, um Täter im Netz besser verfolgen zu können.
Wetterextreme: Waldbrände in Spanien und Hitzewelle in Deutschland
In der andalusischen Provinz Almeria wüten verheerende Waldbrände, die bereits mindestens 12 Todesopfer gefordert haben. Eine leichte Entspannung trat durch einen Windwechsel ein, der den Einsatzkräften half, das Feuer teilweise zu stabilisieren. Gleichzeitig rollt auf Deutschland eine neue Hitzewelle zu, mit erwarteten Temperaturen von bis zu 38 Grad im Südwesten. Mediziner warnen vor massiven Belastungen für das Gesundheitssystem, da bereits bei der letzten Hitzewelle im Juni die Einsatzzahlen der Rettungsdienste um bis zu 80 % stiegen.
Sport: Fußball-WM und Trainerkandidatur
Bei der FIFA WM 2026 in Nordamerika stehen die ersten Halbfinalisten fest:
- England besiegte Norwegen knapp mit 2:1 nach Verlängerung, wobei Jude Bellingham beide Tore für die „Three Lions“ erzielte.
- Spanien zog durch ein 2:1 gegen Belgien ins Halbfinale ein; erneut traf der „Super-Joker“ Mikel Merino kurz vor Spielende. Abseits des Platzes scheint die Entscheidung über den neuen Bundestrainer gefallen zu sein: Der DFB hat sich mit Jürgen Klopp auf wesentliche Vertragseckpunkte geeinigt, wobei noch die Zustimmung seines Arbeitgebers Red Bull aussteht.
Weitere Themen des Tages
- Srebrenica-Gedenktag: Zum 31. Jahrestag des Massakers wurde in Bosnien an die über 8000 Opfer erinnert.
- Weltbevölkerungstag: Aktuelle Daten zeigen eine Weltbevölkerung von 8,3 Milliarden Menschen, wobei die Geburtenraten in Indien sinken, während sie in Afrika südlich der Sahara stark steigen.
- Kultur: Die Band BAP feierte ihr 50-jähriges Jubiläum mit einem großen Konzert in Köln, während in München Zehntausende Fans die K‑Pop-Band BTS bejubelten.
Das 100-Tage-Programm, das die AfD in Sachsen-Anhalt für den Fall einer Regierungsübernahme nach der Landtagswahl im September vorgestellt hat, umfasst eine Reihe radikaler Sofortmaßnahmen in verschiedenen Politikbereichen.
Zu den zentralen Punkten gehören:
- Medien und Verwaltung: Die AfD plant, die Rundfunkstaatsverträge zu kündigen. Zudem sollen in der Landesverwaltung ein bis zwei Ministerien eingespart werden.
- Migration und Asyl: Das Programm sieht eine Verschärfung der Asylpolitik vor, darunter die Einführung einer flächendeckenden Arbeitspflicht für Asylbewerber sowie die Schaffung von mehr Abschiebehaftplätzen. Eine gemeinsame Arbeitsgruppe von Land und Kommunen soll zudem Abschiebungen koordinieren.
- Schulpolitik: An Schulen sollen Sonderklassen für Kinder von Asylbewerbern eingerichtet und ein Wachschutz an „Problemschulen“ installiert werden. Des Weiteren plant die Partei ein Verbot von Regenbogenflaggen und will stattdessen vorschreiben, dass an jedem Schultag die Bundesflagge gehisst wird.
- Finanzen und Förderungen: Die Mittel für Demokratieförderung (wie das Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“) und für parteinahe Stiftungen sollen massiv gekürzt werden. Im Gegensatz dazu ist eine Förderung von Führerscheinen, insbesondere für Auszubildende, vorgesehen.
- Identität und Aufarbeitung: Die aktuelle Landeskampagne „#moderndenken“ soll in „#deutschdenken“ umbenannt werden. Zudem fordert die Partei die Einsetzung eines Corona-Untersuchungsausschusses im Landtag.
Inhaltlich wird das Programm weniger als klassisches Regierungsprogramm, sondern vielmehr als eine Liste symbolisch und politisch stark aufgeladener Sofortmaßnahmen eingeordnet. Der AfD-Landesverband, der das Programm unmittelbar nach einer möglichen Wahl umsetzen möchte, wird vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft.
