Entwicklung des Einzelhandelsumsatzes im Januar 2026

1. Gesamtentwicklung

  • Zum Vormonat (Dezember 2025):
    • Real (preisbereinigt): −0,9 %
    • Nominal (nicht preisbereinigt): ±0,0 %
  • Zum Vorjahresmonat (Januar 2025):
    • Real: +1,2 %
    • Nominal: +2,5 %

Damit zeigt sich kurzfristig ein realer Rückgang gegenüber Dezember, während im Jahresvergleich weiterhin ein moderates Wachstum besteht. Die nominale Stagnation zum Vormonat bei gleichzeitig realem Rückgang deutet darauf hin, dass Preiseffekte die reale Kaufkraftentwicklung dämpfen.

Zudem wurde der Dezember 2025 nach oben revidiert: Statt eines geringen Anstiegs ergab sich real ein Plus von 1,2 % gegenüber November .

2. Entwicklung nach Warengruppen

Lebensmittelhandel

  • Zum Vormonat:
    • Real: unverändert
    • Nominal: +0,9 %
  • Zum Vorjahr:
    • Real: +2,2 %
    • Nominal: +4,5 %

Hier zeigt sich ein nominales Wachstum trotz realer Stagnation im Monatsvergleich – ein Hinweis auf weiter steigende Preise im Lebensmittelbereich.

Nicht-Lebensmittelhandel

  • Zum Vormonat:
    • Real: −1,7 %
    • Nominal: −1,0 %
  • Zum Vorjahr:
    • Real: +0,4 %
    • Nominal: +0,8 %

Der Rückgang im Monatsvergleich ist hier deutlich stärker ausgeprägt als im Lebensmittelbereich. Im Jahresvergleich ist das Wachstum nur gering.

Internet- und Versandhandel

  • Zum Vormonat:
    • Real: +2,5 %
    • Nominal: +3,5 %
  • Zum Vorjahr:
    • Real: +2,1 %
    • Nominal: +2,0 %

Der Onlinehandel hebt sich positiv ab und wächst sowohl im Monats- als auch im Jahresvergleich. Allerdings weist das Statistische Bundesamt darauf hin, dass seit August 2024 strukturelle Effekte durch die Umstrukturierung eines größeren Unternehmens die Zeitreihen beeinflussen .

3. Methodische Hinweise

  • Für die kurzfristige Konjunkturbeobachtung ist der saison- und kalenderbereinigte Vormonatsvergleich maßgeblich.
  • Der Vorjahresvergleich dient eher der längerfristigen Einordnung.
  • Einzelne Teilbereiche können sich anders entwickeln als das Aggregat, da jede Zeitreihe separat bereinigt wird.
  • Die Daten sind vorläufig und werden regelmäßig revidiert .

4. Kritische Einordnung

  1. Kurzfristige Schwäche: Der reale Rückgang von 0,9 % gegenüber Dezember deutet auf eine Eintrübung der Konsumdynamik zu Jahresbeginn hin.
  2. Preisgetriebene Unterschiede: Die Differenz zwischen realer und nominaler Entwicklung – insbesondere im Lebensmittelbereich – spricht für anhaltende Preisdynamik.
  3. Struktureller Onlineeffekt: Das Wachstum im Internet- und Versandhandel ist teilweise strukturell verzerrt und daher nur eingeschränkt konjunkturell interpretierbar.
  4. Revisionsanfälligkeit: Die deutliche Korrektur des Dezemberwerts zeigt, dass erste Schätzungen mit Vorsicht zu interpretieren sind.

Gesamtfazit

Der deutsche Einzelhandel startet 2026 mit einem realen Dämpfer im Monatsvergleich, bleibt aber im Jahresvergleich im moderaten Wachstumsbereich. Die Entwicklung ist heterogen: Während der stationäre Nicht-Lebensmittelhandel schwächelt, stabilisiert der Onlinehandel die Gesamtbilanz. Preisentwicklungen spielen weiterhin eine zentrale Rolle für die Differenz zwischen nominaler und realer Umsatzentwicklung.


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