Fachkräftemangel in Deutschland hat sich spürbar abgeschwächt

Laut Konjunkturumfrage des ifo Instituts fehlten im Januar 2026 noch 22,7 % der Unternehmen qualifizierte Arbeitskräfte, nach 25,8 % im Oktober – der niedrigste Wert seit fünf Jahren. Ursachen sind vor allem die schwache Konjunktur sowie strukturelle Veränderungen durch technologischen Wandel, insbesondere Künstliche Intelligenz.

Branchenentwicklung

  • Transport und Logistik: Deutlicher Rückgang der Engpässe von 42,7 % auf 30,6 %.
  • Dienstleistungssektor: Rund ein Viertel der Unternehmen meldet weiterhin Fachkräftemangel; besonders betroffen sind Rechts- und Steuerberatung (58,4 %) sowie Leiharbeit (56,6 %).
  • Industrie: Anteil sinkt leicht auf 16,6 %; im Automobil- und Elektrobereich liegt er unter 10 %, im Maschinenbau bei etwa 19 %.
  • Handel: Insgesamt etwa 18 % betroffen (Einzelhandel 21,6 %, Großhandel 16,2 %).
  • Bauhauptgewerbe: Weiterhin hoher Wert von 30,4 %.

Einordnung und Ausblick

Trotz des Rückgangs bestehen strukturelle Herausforderungen fort:

  • Die Alterung der Bevölkerung reduziert langfristig das Arbeitskräfteangebot.
  • Gleichzeitig verschiebt der technologische Wandel die Nachfrage nach Qualifikationen.
    Diese Faktoren dürften den Fachkräftebedarf künftig weiterhin prägen.

Kritische Würdigung

Der Rückgang des Fachkräftemangels lässt sich teilweise konjunkturell erklären: Bei schwacher Nachfrage stellen Unternehmen weniger ein, wodurch Engpässe statistisch sinken, ohne dass sich das strukturelle Problem löst. Gleichzeitig könnte Automatisierung durch KI kurzfristig Personalbedarf reduzieren, langfristig jedoch neue Qualifikationsdefizite erzeugen. Daher ist die Entspannung eher zyklisch als strukturell zu interpretieren.


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