Fol­gen der Chi­na-Rei­se der Bun­des­mi­nis­te­rin Kathe­ri­na Rei­che für Deutsch­land

Fol­gen der Chi­na-Rei­se der Bun­des­mi­nis­te­rin für Wirt­schaft und Ener­gie, Kathe­ri­na Rei­che, für Deutsch­lands Außen­wirt­schaft, Ver­sor­gungs­si­cher­heit und Wett­be­werbs­fä­hig­keit

Wor­um es ins­ge­samt geht

Die Bun­des­re­gie­rung beant­wor­tet eine Klei­ne Anfra­ge der AfD zur Chi­na-Rei­se der Wirt­schafts­mi­nis­te­rin Kathe­ri­na Rei­che (Mai 2026). Die Fra­gen dre­hen sich um Zie­le, Ergeb­nis­se, Abhän­gig­kei­ten von Chi­na, Roh­stoff- und Arz­nei­mit­tel­ver­sor­gung, Wett­be­werbs­fä­hig­keit Deutsch­lands sowie die Rol­le der EU.

1. Zie­le der Chi­na-Rei­se

  • Stra­te­gi­sche, lang­fris­ti­ge und rezi­pro­ke Gestal­tung der deutsch-chi­ne­si­schen Wirt­schafts­be­zie­hun­gen.
  • Wer­bung für fai­ren Wett­be­werb, Offen­heit und Sicher­heits­po­li­tik.
  • The­men­schwer­punk­te: Demo­gra­fie, Digi­ta­li­sie­rung & KI, Ener­gie­si­cher­heit, Mobi­li­tät.
  • Anspra­che bestehen­der Pro­ble­me: Markt­zu­gangs­be­schrän­kun­gen, Sub­ven­tio­nen, Über­ka­pa­zi­tä­ten, Export­be­schrän­kun­gen.

2. Dele­ga­ti­on & Aus­wahl

  • 35 Unter­neh­men nah­men teil:
    • 14 Groß­un­ter­neh­men
    • 21 KMU
    • 4 Start-ups
  • Aus­wahl über ein öffent­li­ches Inter­es­sen­be­kun­dungs­ver­fah­ren.
  • Kri­te­ri­en: Bran­chen­viel­falt, regio­na­le Rele­vanz, Start-up-Betei­li­gung, hoch­ran­gi­ge Ver­tre­tung.
  • Namen der Unter­neh­men wer­den aus Daten­schutz­grün­den nicht ver­öf­fent­licht.

3. Gesprä­che in Chi­na

Peking (27. Mai 2026):

  • Vize­pre­mier He
  • Han­dels­mi­nis­ter Wang
  • NDRC-Vize­vor­sit­zen­der Zhou

Kan­ton (28. Mai 2026):

  • Par­tei­se­kre­tär Huang
  • Gou­ver­neur Meng
  • Vize-Han­dels­mi­nis­ter Ling
  • Besuch des Unter­neh­mens Ehang (auto­no­mes Flie­gen)
  • Teil­nah­me an einer deutsch-chi­ne­si­schen Wirt­schafts­ver­an­stal­tung

Inhal­te: ent­spre­chen den in Punkt 1 genann­ten The­men. Details ver­trau­li­cher Gesprä­che wer­den nicht offen­ge­legt.

4. Ergeb­nis­se der Rei­se

  • Kei­ne Ver­ein­ba­run­gen, MoUs oder Zusa­gen wur­den erzielt.
  • Rei­se dien­te pri­mär dem poli­ti­schen Aus­tausch, nicht dem Abschluss kon­kre­ter Pro­jek­te.

5. Wei­ter­hin unge­lös­te The­men

  • Rezi­pro­zi­tät im Han­del
  • Fai­re Wett­be­werbs­be­din­gun­gen
  • Ver­läss­li­che Lie­fer­ket­ten
  • Abbau von Ungleich­ge­wich­ten im bila­te­ra­len Han­del

6. Abhän­gig­kei­ten von Chi­na (Arz­nei­mit­tel & Roh­stof­fe)

  • Hohe Abhän­gig­keit bei phar­ma­zeu­ti­schen Wirk­stof­fen, Anti­bio­ti­ka, Gene­ri­ka.
  • EU plant Vul­nerabi­li­täts­ana­ly­sen und Reform des Phar­ma­rechts.
  • Deutsch­land unter­stützt den Cri­ti­cal Medi­ci­nes Act und den Cri­ti­cal Raw Mate­ri­als Act.
  • Deutsch­land betei­ligt sich an EU-Pilot­pro­jek­ten zur Roh­stoff­be­vor­ra­tung.

7. Rol­le Deutsch­lands in der EU

  • Enge Abstim­mung mit EU-Kom­mis­si­on und Mit­glied­staa­ten.
  • Deutsch­land sieht sich durch­set­zungs­stark, da es aktiv an EU-Arbeits­grup­pen teil­nimmt.
  • Han­dels- und Roh­stoff­po­li­tik liegt pri­mär bei der EU-Kom­mis­si­on.

8. Agrar- und Ernäh­rungs­wirt­schaft

  • Kei­ne gene­rel­le Abhän­gig­keit von Chi­na.
  • Ein­zel­ne Waren­grup­pen betrof­fen (z. B. Fisch­roh­wa­re).
  • Ernäh­rungs­si­cher­heit in Deutsch­land laut Bun­des­re­gie­rung nicht gefähr­det (Selbst­ver­sor­gungs­grad ~85 %).
  • EU-Frei­han­dels­ab­kom­men sol­len Resi­li­enz stär­ken.

9. Wett­be­werbs­fä­hig­keit & Stand­ort Deutsch­land

  • Bun­des­re­gie­rung ver­weist auf Maß­nah­men im Jah­res­wirt­schafts­be­richt 2026.
  • The­men: Ener­gie­prei­se, Büro­kra­tie, Geneh­mi­gun­gen, Abga­ben­last.
  • Kei­ne direk­te Ver­bin­dung zwi­schen Struk­tur­re­for­men und Chi­na-Abhän­gig­kei­ten wird ein­ge­räumt.

10. Sicher­heit, Per­so­nal & Kos­ten

  • 18 Beschäf­tig­te des BMWi reis­ten mit.
  • Zusätz­lich: 28 AA-Mit­ar­bei­ter in Peking, 17 in Kan­ton.
  • Kos­ten noch nicht final abge­rech­net.
  • Kei­ne exter­nen Agen­tu­ren oder Lob­by­dienst­leis­ter ein­ge­bun­den.

11. Unter­stüt­zung für KMU im Chi­na­ge­schäft

  • KMU haben beson­de­re Her­aus­for­de­run­gen: Finan­zie­rung, Com­pli­ance, Rechts­durch­set­zung, Lie­fer­ket­ten-Diver­si­fi­zie­rung.
  • Außen­wirt­schafts­för­de­rung steht grund­sätz­lich zur Ver­fü­gung (GTAI, AHK, För­der­instru­men­te).
  • Instru­men­te wer­den kon­ti­nu­ier­lich wei­ter­ent­wi­ckelt, unab­hän­gig von der Rei­se.

Kern­fa­zit der Bun­des­re­gie­rung

  • Rei­se war ein poli­ti­scher Aus­tausch, kein Ver­hand­lungs­for­mat.
  • Kei­ne kon­kre­ten Zusa­gen aus Chi­na.
  • Deutsch­land und EU arbei­ten an lang­fris­ti­gen Stra­te­gien zur Ver­rin­ge­rung von Abhän­gig­kei­ten.
  • Bun­des­re­gie­rung sieht kei­ne unmit­tel­ba­ren Risi­ken, sofern deut­sche Inter­es­sen in der EU wei­ter­hin klar ver­tre­ten wer­den.

Quel­le: Bun­des­tags-Druck­sa­che 21/7176

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