ifo Geschäfts­kli­ma­in­dex Febru­ar 2026

1. Gesamt­wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung

Der ifo Geschäfts­kli­ma­in­dex ist im Febru­ar 2026 von 87,6 auf 88,6 Punk­te gestie­gen. Damit ver­bes­sert sich die Stim­mung unter den Unter­neh­men zum zwei­ten Mal in Fol­ge.

  • Geschäfts­la­ge: Anstieg von 85,7 auf 86,7 Punk­te
  • Geschäfts­er­war­tun­gen: Anstieg von 89,6 auf 90,5 Punk­te

Laut Bericht zei­gen sich Unter­neh­men zufrie­de­ner mit den lau­fen­den Geschäf­ten, und auch die Erwar­tun­gen für die kom­men­den sechs Mona­te hel­len sich auf. Ins­ge­samt wer­den ers­te Signa­le einer kon­junk­tu­rel­len Bele­bung fest­ge­stellt.

2. Ent­wick­lung nach Wirt­schafts­be­rei­chen

a) Ver­ar­bei­ten­des Gewer­be

  • Index erneut gestie­gen
  • Deut­lich bes­se­re Beur­tei­lung der aktu­el­len Lage
  • Erwar­tun­gen leicht ein­ge­trübt
  • Auf­trags­la­ge ver­bes­sert
  • Pro­duk­ti­ons­plä­ne nach oben kor­ri­giert

Der Sal­do­wert bleibt mit –11,3 zwar nega­tiv, zeigt jedoch eine kon­ti­nu­ier­li­che Ver­bes­se­rung gegen­über den Vor­mo­na­ten. Die Dis­kre­panz zwi­schen bes­se­rer Gegen­warts­la­ge und leicht vor­sich­ti­ge­ren Erwar­tun­gen weist auf eine fra­gi­le Sta­bi­li­sie­rung hin.

b) Dienst­leis­tungs­sek­tor

  • Geschäfts­kli­ma ver­bes­sert
  • Erwar­tun­gen deut­lich posi­ti­ver
  • Zufrie­den­heit mit lau­fen­den Geschäf­ten gestie­gen
  • Beson­ders stark: Logis­tik

Mit einem Sal­do von 0,1 nähert sich der Sek­tor der neu­tra­len Schwel­le. Damit ist er gegen­wär­tig der sta­bils­te Bereich.

c) Han­del

  • Index leicht gesun­ken
  • Aktu­el­le Lage schlech­ter beur­teilt
  • Erwar­tun­gen mini­mal ver­bes­sert
  • Groß­han­del leicht posi­tiv
  • Ein­zel­han­del deut­lich ein­ge­trübt

Mit –21,8 bleibt der Han­del der schwächs­te Sek­tor. Die struk­tu­rel­len Belas­tun­gen im Ein­zel­han­del zei­gen sich wei­ter­hin deut­lich.

d) Bau­haupt­ge­wer­be

  • Geschäfts­kli­ma setzt Erho­lung fort
  • Lage und Erwar­tun­gen ver­bes­sert
  • Auf­trags­la­ge erholt sich nur lang­sam

Der Sal­do ver­bes­sert sich auf –11,5. Trotz posi­ti­ver Ten­denz bleibt die Bran­che klar im nega­ti­ven Bereich.

3. Ein­ord­nung über die ifo Kon­junk­tur­uhr

Die Kon­junk­tur­uhr zeigt die Posi­ti­on im Vier-Qua­dran­ten-Modell (Kri­se, Erho­lung, Boom, Abküh­lung).

Im Febru­ar 2026 befin­det sich Deutsch­land wei­ter­hin im Bereich unter­durch­schnitt­li­cher Lage­wer­te, jedoch mit posi­ti­ve­ren Erwar­tun­gen. Dies deu­tet auf eine Bewe­gung im oder in Rich­tung des Erho­lungs­qua­dran­ten hin.

Das bedeu­tet:

  • Die aktu­el­le Lage ist noch schwach,
  • aber die Erwar­tungs­kom­po­nen­te signa­li­siert eine begin­nen­de Auf­wärts­be­we­gung.

4. Geschäfts­un­si­cher­heit

Die ifo Geschäfts­un­si­cher­heit misst die Pro­gno­se­schwie­rig­keit für die kom­men­den sechs Mona­te (Ska­la 0–100).

Es zeigt sich, dass die Unsi­cher­heit seit den Hoch­pha­sen 2022/2023 deut­lich gesun­ken ist, sich aber noch über lang­fris­ti­gen Nor­mal­wer­ten bewegt. Eine abneh­men­de Unsi­cher­heit unter­stützt die The­se einer vor­sich­ti­gen Sta­bi­li­sie­rung.

5. Kri­ti­sche Wür­di­gung

  1. Ver­bes­se­rung auf nied­ri­gem Niveau
    Der Index liegt wei­ter­hin deut­lich unter dem Refe­renz­wert 100. Von einem robus­ten Auf­schwung kann daher nicht gespro­chen wer­den.
  2. Unein­heit­li­che Bran­chen­ent­wick­lung
    Wäh­rend Dienst­leis­tun­gen und Bau auf­ho­len, bleibt der Han­del struk­tu­rell schwach. Das spricht gegen eine breit getra­ge­ne Erho­lung.
  3. Erwar­tungs­ge­trie­be­ne Ver­bes­se­rung
    Ein Teil der posi­ti­ven Ent­wick­lung basiert auf ver­bes­ser­ten Erwar­tun­gen. Soll­te sich die rea­le Nach­fra­ge nicht ent­spre­chend ent­wi­ckeln, besteht Rück­schlag­po­ten­zi­al.
  4. Lang­sa­me Auf­trags­dy­na­mik im Bau
    Die nur schlep­pen­de Ver­bes­se­rung der Auf­trags­la­ge deu­tet dar­auf hin, dass struk­tu­rel­le Pro­ble­me (z. B. Inves­ti­ti­ons­zu­rück­hal­tung, Finan­zie­rungs­kos­ten) wei­ter bestehen.

6. Gesamt­fa­zit

Der Febru­ar 2026 mar­kiert eine mode­ra­te kon­junk­tu­rel­le Auf­hel­lung. Die Wirt­schaft scheint den Tief­punkt hin­ter sich zu las­sen und bewegt sich lang­sam in Rich­tung Erho­lung.

Aller­dings:

  • Das Stim­mungs­ni­veau bleibt unter­durch­schnitt­lich,
  • meh­re­re Bran­chen (ins­be­son­de­re Han­del) zei­gen wei­ter­hin struk­tu­rel­le Schwä­chen,
  • die Erho­lung basiert stark auf ver­bes­ser­ten Erwar­tun­gen.

Ins­ge­samt ergibt sich das Bild einer fra­gi­len, noch nicht selbst­tra­gen­den Bele­bung der deut­schen Wirt­schaft.


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