Die Industrieproduktion stagniert bzw. sinkt leicht, während die Arbeitskosten weiterhin um rund 3 % pro Jahr steigen.
- Industrieproduktion, Juli 2026: Gegenüber Juni sank die saisonbereinigte Produktion im Euroraum um 0,1 % und in der EU um 0,3 %. Im Jahresvergleich blieb sie im Euroraum unverändert und lag in der EU 0,3 % höher.
- Die Entwicklung war je nach Gütergruppe unterschiedlich. Im Euroraum legten Energie (+0,9 %), Investitionsgüter (+0,5 %) und langlebige Konsumgüter (+0,9 %) gegenüber dem Vormonat zu; nicht langlebige Konsumgüter gingen dagegen um 1,6 % zurück. In der EU war das Muster ähnlich.
- Zwischen den Ländern bestanden große Unterschiede: Die stärksten monatlichen Zuwächse verzeichneten Luxemburg (+4,5 %), Kroatien (+3,9 %) und Irland (+2,6 %); besonders starke Rückgänge gab es in Dänemark (-4,2 %), Bulgarien (-2,9 %) und Litauen (-2,4 %). Im Jahresvergleich lag die Produktion insbesondere in den Niederlanden (+8,2 %) und Kroatien (+7,2 %) höher, während Bulgarien (-6,8 %) und Rumänien (-6,3 %) deutlich zurücklagen.
- Für Deutschland weist die Tabelle im Juli gegenüber Juni einen Produktionsrückgang von 1,5 % aus; gegenüber Juli 2025 lag die Produktion 2,2 % niedriger.
Bei den Arbeitskosten im 2. Quartal 2026 stiegen die nominalen Kosten je Arbeitsstunde gegenüber dem Vorjahresquartal im Euroraum um 3,1 % und in der EU um 3,2 %. Im Euroraum erhöhten sich Löhne und Gehälter um 3,0 %, die Lohnnebenkosten um 3,2 %; in der EU stiegen beide Komponenten um 3,2 %.
Nach Wirtschaftsbereichen lagen die Arbeitskostenzuwächse im Euroraum bei 2,9 % in der Industrie, 3,9 % im Bau und 3,0 % im Dienstleistungsbereich. In der EU waren es 3,0 %, 3,9 % beziehungsweise 3,1 %. Besonders stark stiegen in der EU die Stundenlöhne bei Grundstücks- und Wohnungswesen (+5,7 %), sonstigen Dienstleistungen (+5,1 %) sowie administrativen und unterstützenden Dienstleistungen (+4,8 %).
Die Unterschiede zwischen den Staaten sind auch hier erheblich. Bei den Stundenlöhnen wurden die höchsten Jahreszuwächse in Bulgarien (+9,9 %), Litauen (+9,6 %) und Kroatien (+8,9 %) gemessen. Die niedrigsten Zuwächse lagen in Luxemburg und Rumänien bei jeweils 1,8 %, gefolgt von Frankreich und Italien mit jeweils 2,1 %.
Kurzfazit: Die Daten zeigen keine breite industrielle Erholung in Europa. Die Produktion bewegt sich insgesamt seitwärts beziehungsweise leicht abwärts, mit erheblichen Unterschieden zwischen Ländern und Branchen. Gleichzeitig steigen die nominalen Arbeitskosten weiterhin um etwa 3 % jährlich. Damit nehmen die Personalkosten weiter zu, obwohl die industrielle Produktion insgesamt kaum wächst.
Quelle: Eurostat
