Der Stablecoin-Anbieter Tether hat sich zu einem einflussreichen Akteur auf dem Goldmarkt entwickelt und trägt maßgeblich zur aktuellen Goldrally bei,. Als Emittent des weltweit größten Stablecoins (USDT) mit einer Marktkapitalisierung von über 180 Milliarden Dollar investiert das Unternehmen massiv in physisches Gold, um seine Reserven zu diversifizieren,
Ausmaß der Goldkäufe
Tether hat allein im vergangenen Jahr rund 70 Tonnen Gold erworben. Damit kaufte das Unternehmen mehr Gold als fast jede Zentralbank weltweit, mit Ausnahme von Polen,. Insgesamt belaufen sich die Goldreserven von Tether inzwischen auf etwa 140 Tonnen physisches Gold, das in einem Schweizer Atomschutzbunker gelagert wird,. Da die Hälfte dieses Bestands erst im letzten Jahr hinzugekommen ist, unterstreicht dies die enorme Beschleunigung der Kaufaktivitäten.
Einfluss auf den Goldpreis
Analysten, unter anderem von der Investmentbank Jefferies, bestätigen, dass Tether mitverantwortlich für die Rekordjagd beim Goldpreis ist.
- Marktanteil: Im dritten Quartal des letzten Jahres verursachte Tether allein knapp 2 % der gesamten weltweiten Goldnachfrage.
- Verknappung: Diese massiven Käufe führten zu einer Verknappung des physischen Angebots, was wiederum die Marktstimmung beeinflusste und Spekulanten sowie Händler dazu ermutigte, ebenfalls in Gold einzusteigen.
- Kontinuierliche Käufe: Laut dem CEO von Tether kauft das Unternehmen derzeit etwa ein bis zwei Tonnen Gold pro Woche und plant, diese Strategie in den kommenden Monaten fortzusetzen.
Gründe für die Goldstrategie
Die Hinwendung zum Gold wird in den Quellen als Teil des sogenannten „Debasement Trade“ beschrieben. Investoren und Institutionen misstrauen zunehmend der finanziellen Stabilität von Industrieländern wie den USA und schichten Vermögen von Staatsanleihen in Gold um.
- Diversifikation: Da Tether stark vom US-Dollar abhängig ist, dient Gold als Absicherung ohne Gegenparteirisiko.
- Vertrauensbildung: Durch die Goldreserven möchte Tether seine Position als stabiler und ernstzunehmender Akteur am Finanzmarkt festigen.
Tether Gold und der digitale Goldstandard
Zusätzlich zu den Reserven bietet das Unternehmen einen goldgedeckten Stablecoin namens Tether Gold an. Jeder Token entspricht rechtlich einer Feinunze Gold, die in Schweizer Tresoren gelagert wird. Dies ermöglicht eine neue Art des digitalen Goldstandards mit spezifischen Vorteilen:
- Teilbarkeit: Gold kann in kleinsten Bruchstücken gehandelt werden, was die Einstiegshürden für Privatanleger senkt.
- Handelbarkeit: Die Token können rund um die Uhr (24/7) gehandelt werden, was bei physischen Barren nicht möglich ist.
- Inklusion: Menschen in Schwellen- und Entwicklungsländern, die keinen Zugang zum traditionellen Banksystem haben, erhalten so die Möglichkeit, mit Gold zu handeln.
Risiken und regulatorische Hürden
Trotz des Erfolgs gibt es Vorbehalte:
- Marktmacht: Sollte Tether sich entscheiden, große Mengen Gold plötzlich abzustoßen, könnte dies den Goldpreis massiv unter Druck setzen.
- Regulierung in Europa: In der EU ist Gold nach der MiCA-Regulierung nicht als Deckung für Stablecoins vorgesehen. Stablecoins müssen hier durch Barreserven oder Staatsanleihen gedeckt sein, weshalb Tether an regulierten europäischen Börsen nicht gelistet ist.
- Transparenz: Es gibt immer wieder Zweifel und Vorwürfe bezüglich der tatsächlichen Deckung der Tether-Reserven, auch wenn es dafür laut den Quellen bisher keine stichhaltigen Beweise gibt.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Tether durch seine schiere Kaufkraft und die strategische Neuausrichtung weg von reinen US-Staatsanleihen hin zu physischen Edelmetallen ein zentraler Treiber der aktuellen Goldnachfrage geworden ist.