Leichte konjunkturelle Erholung zum Jahresende 2025: Binnenkonsum stützt Wachstum, Außenhandel bleibt schwach

1. Zentrale Ergebnisse

Quartalsvergleich (Q4 2025 gegenüber Q3 2025)

  • BIP (preis-, saison- und kalenderbereinigt): +0,3 %
  • Konjunkturelle Belebung zum Jahresende
  • Gesamtjahr 2025: +0,2 % (kalenderbereinigt: +0,3 %)

Damit endete ein konjunkturell wechselhaftes Jahr mit leicht positivem Wachstum.

Vorjahresvergleich (Q4 2025 gegenüber Q4 2024)

  • Preisbereinigt: +0,6 %
  • Preis- und kalenderbereinigt: +0,4 %
  • Nominales BIP: +3,8 %

2. Wachstumsimpulse im Quartalsvergleich

2.1 Konsum

  • Gesamte Konsumausgaben: +0,7 %
    • Staat: +1,1 %
    • Private Haushalte: +0,5 %

→ Hauptstütze der Konjunktur war erneut der Binnenkonsum, insbesondere der Staatskonsum.

2.2 Investitionen

  • Bauinvestitionen: +1,6 %
  • Ausrüstungsinvestitionen: +0,1 % (deutlich abgeschwächt)

→ Bau erholt sich deutlich; Unternehmensinvestitionen bleiben verhalten.

2.3 Außenhandel

  • Exporte: –0,6 %
  • Importe: –0,3 %

→ Der Außenbeitrag wirkte erneut negativ. Die Exportdynamik bleibt schwach.

3. Produktionsseite (Bruttowertschöpfung)

Quartalsvergleich

  • Gesamt: +0,4 %
  • Baugewerbe: +1,7 %
  • Dienstleistungsbereiche überwiegend im Plus
  • Verarbeitendes Gewerbe: 0,0 % (Stagnation)

Vorjahresvergleich

  • Breite Zuwächse in fast allen Bereichen
  • Verarbeitendes Gewerbe erstmals seit Q1 2023 wieder im Plus (+0,7 %)
  • Bau: +0,4 % (erste positive Entwicklung seit 2021)
  • Finanz- und Versicherungsdienstleister: –2,5 %

→ Strukturelle Schwäche bleibt im Finanzsektor bestehen.

4. Arbeitsmarkt und Produktivität

  • Erwerbstätige: –0,1 % (–58.000 Personen)
  • Arbeitsvolumen: +0,5 %
  • Produktivität je Stunde: 0,0 %
  • Produktivität je Erwerbstätigen: +0,7 %

→ Mehr Arbeitsstunden kompensieren leicht sinkende Beschäftigung. Produktivitätszuwachs bleibt schwach.

5. Einkommen und Sparverhalten

  • Arbeitnehmerentgelt: +4,8 %
  • Unternehmens- und Vermögenseinkommen: +5,5 %
  • Netto-Lohnanstieg: +3,3 % (durch höhere Abgaben gedämpft)
  • Konsum privater Haushalte: +4,4 %
  • Sparquote: Rückgang von 10,4 % auf 9,4 %

→ Konsum wächst stärker als Einkommen – Entsparung stabilisiert die Binnenkonjunktur.

6. Internationaler Vergleich (Q4 2025)

Land / RegionQuartalswachstum
Spanien+0,8 %
EU gesamt+0,3 %
Italien+0,3 %
Frankreich+0,2 %
Deutschland+0,3 %
USA+0,4 %

Im Vorjahresvergleich:

  • Deutschland: +0,4 %
  • EU gesamt: +1,5 %

→ Deutschland wächst unterdurchschnittlich im EU-Vergleich.

7. Kritische Einordnung

  1. Wachstum primär konsumgetrieben
    Keine breite Investitions- oder Exportdynamik.
  2. Außenwirtschaft bleibt Belastungsfaktor
    Wettbewerbsfähigkeit und globale Nachfrage schwach.
  3. Industrie nur leichte Stabilisierung
    Keine robuste Trendwende erkennbar.
  4. Staatlicher Konsum als Konjunkturstütze
    Nachhaltigkeit fraglich bei fiskalischen Restriktionen.
  5. Produktivitätsentwicklung stagnierend
    Strukturelle Wachstumsprobleme bleiben bestehen.
  6. Sparquote sinkt
    Kurzfristig stabilisierend, langfristig potenziell problematisch.

8. Gesamtbewertung

Das 4. Quartal 2025 markiert eine leichte konjunkturelle Erholung. Allerdings basiert das Wachstum überwiegend auf Binnenkonsum und Bauinvestitionen, während Industrie, Export und Produktivität weiterhin strukturelle Schwächen zeigen.

Deutschland bleibt im europäischen Vergleich im unteren Wachstumssegment.


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