Mer­ce­des-Benz im zwei­ten Quar­tal 2026: Schwa­ches Auto­ge­schäft, sta­bi­le Kon­zern­ge­win­ne

Mer­ce­des-Benz zeigt im 2. Quar­tal 2026 ein gespal­te­nes Bild: Das ope­ra­ti­ve Geschäft mit Pkw ist stark unter Druck, wäh­rend Vans, Finanz­dienst­leis­tun­gen und Son­der­ef­fek­te das Kon­zern­er­geb­nis sta­bi­li­sie­ren.

Der Kon­zern­um­satz sank gegen­über dem Vor­jah­res­quar­tal um 3,3 % auf 32,1 Mrd. €. Gleich­zei­tig stieg das Kon­zern-EBIT um 21,5 % auf 1,55 Mrd. € und der Net­to­ge­winn um 13,5 % auf 1,09 Mrd. €. Der indus­tri­el­le Free Cash­flow fiel jedoch deut­lich um rund 41 % auf 1,10 Mrd. €.

Haupt­pro­blem: Pkw-Geschäft und Chi­na

Im Pkw-Bereich wur­den knapp 8 % weni­ger Fahr­zeu­ge ver­kauft. Beson­ders schwach ent­wi­ckel­te sich Chi­na: Dort brach der Absatz um etwa 30 % ein. Zuwäch­se in Euro­pa und den USA konn­ten dies nicht aus­glei­chen. Die berei­nig­te ope­ra­ti­ve Mar­ge der Auto­spar­te sank auf 4,0 %.

Im offi­zi­el­len Zah­len­werk fällt das aus­ge­wie­se­ne EBIT von Mer­ce­des-Benz Cars sogar von 783 Mio. € auf nur 49 Mio. €, ein Rück­gang um 93,7 %. Der Umsatz der Spar­te sank um 4,9 % auf 23,0 Mrd. €. Der beson­ders star­ke Rück­gang des berich­te­ten EBIT hängt unter ande­rem mit Belas­tun­gen und Son­der­ef­fek­ten zusam­men.

Regio­nal zeigt sich die Abhän­gig­keit von Chi­na deut­lich: Der Kon­zern­um­satz in Chi­na sank um 19,4 %, wäh­rend Deutsch­land um 6,0 % und Nord­ame­ri­ka um 3,8 % zuleg­ten.

Posi­ti­ve Berei­che

Mer­ce­des-Benz Vans ent­wi­ckel­te sich deut­lich bes­ser: Der Umsatz stieg um 5,1 % auf 4,46 Mrd. €, das EBIT um 83,2 % auf 502 Mio. €. Auch Finan­cial Ser­vices leg­te beim EBIT um 92,3 % auf 475 Mio. € zu.

Auch bei Elek­tro­au­tos gab es Fort­schrit­te: Mer­ce­des ver­kauf­te 52.852 voll­elek­tri­sche Fahr­zeu­ge, rund 51 % mehr als im Vor­jah­res­quar­tal. In Euro­pa betrug das Absatz­plus bei E‑Autos 87 %.

Aus­blick

Mer­ce­des bestä­tigt grund­sätz­lich die Ergeb­nis- und Mar­gen­pro­gno­se, erwar­tet aber nun einen Jah­res­um­satz leicht unter dem Vor­jah­res­ni­veau. Wegen des schwie­ri­gen Chi­na-Geschäfts wur­de eine Wert­min­de­rung von 704 Mio. € auf chi­ne­si­sche Gemein­schafts­un­ter­neh­men vor­ge­nom­men. Gleich­zei­tig ver­schärft der Kon­zern sein Spar­pro­gramm und will Kos­ten sowie Pro­duk­ti­vi­tät wei­ter ver­bes­sern.

Kern­aus­sa­ge: Das Quar­tals­er­geb­nis wirkt auf Kon­zern­ebe­ne bes­ser als die ope­ra­ti­ve Lage im Kern­ge­schäft. Die Pkw-Spar­te bleibt wegen Chi­na, Preis­druck und schwa­cher Mar­ge das zen­tra­le Pro­blem; Vans, Finanz­dienst­leis­tun­gen und der stei­gen­de E‑Au­to-Absatz sor­gen für Gegen­sta­bi­li­sie­rung.


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