1. Wirtschaftswachstum (BIP)
- Im 4. Quartal 2025 stieg das saisonbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP):
- Eurozone: +0,2 % gegenüber dem Vorquartal
- EU: +0,2 % gegenüber dem Vorquartal
- Im 3. Quartal 2025 war das Wachstum noch etwas stärker:
- Eurozone: +0,3 %
- EU: +0,4 %
Jahreswachstum 2025:
- Eurozone: +1,4 %
- EU: +1,5 %
(Damit beschleunigte sich das Wachstum gegenüber 2024.)
Vergleich zum Vorjahresquartal (Q4 2025 vs. Q4 2024):
- Eurozone: +1,2 %
- EU: +1,4 %
2. Vergleich mit den USA
- USA (Q4 2025):
- +0,4 % Wachstum gegenüber dem Vorquartal
- +2,2 % gegenüber dem Vorjahresquartal
→ Die US-Wirtschaft wuchs damit deutlich schneller als die EU bzw. Eurozone.
3. Unterschiede zwischen Mitgliedstaaten
Stärkstes BIP-Wachstum (Q4 2025 gegenüber Vorquartal):
- Malta: +2,1 %
- Litauen: +1,7 %
- Kroatien: +1,4 %
- Zypern: +1,4 %
Rückgänge:
- Irland: −3,8 %
- Rumänien: −1,9 %
- Estland: −0,1 %
- Luxemburg: −0,1 %
→ Die Entwicklung ist sehr heterogen zwischen den Mitgliedstaaten.

4. Komponenten des BIP-Wachstums
Die wichtigsten Veränderungen im 4. Quartal 2025:
Positive Beiträge
- Privater Konsum
- Eurozone: +0,4 %
- EU: +0,5 %
- Staatliche Konsumausgaben
- Eurozone: +0,5 %
- EU: +0,7 %
- Investitionen (Bruttoanlageinvestitionen)
- +0,6 % in beiden Regionen
Negative Beiträge
- Exporte
- Eurozone: −0,4 %
- EU: −0,3 %
- Importe
- Eurozone: −0,2 %
- EU: stabil
- Lagerbestandsänderungen wirkten ebenfalls negativ auf das Wachstum.
→ Das Wachstum wurde also hauptsächlich von Binnenkonsum und staatlichen Ausgaben getragen, während der Außenhandel dämpfend wirkte.
5. Entwicklung der Beschäftigung
Im 4. Quartal 2025:
- Beschäftigung stieg um +0,2 % sowohl in:
- der Eurozone
- der EU
Jahreswachstum der Beschäftigung 2025:
- Eurozone: +0,7 %
- EU: +0,5 %
Beschäftigte insgesamt:
- EU: 221,1 Mio. Menschen
- Eurozone: 172,6 Mio.
6. Beschäftigungsentwicklung nach Ländern
Stärkster Beschäftigungsanstieg (Q4 2025):
- Irland: +1,3 %
- Malta: +1,3 %
- Spanien: +0,8 %
- Zypern: +0,8 %
Rückgänge:
- Litauen: −2,3 %
- Estland: −1,8 %
- Deutschland: −0,1 %
7. Arbeitsstunden und Produktivität
Arbeitsstunden:
- Eurozone: +0,6 %
- EU: +0,5 %
Arbeitsproduktivität (gegenüber Vorjahr):
- pro Person:
- Eurozone: +0,6 %
- EU: +0,8 %
- pro Arbeitsstunde:
- Eurozone: +0,5 %
- EU: +0,7 %
8. Gesamtbewertung
Der Bericht zeichnet folgendes Bild der europäischen Wirtschaft:
Moderates Wachstum
- BIP wächst weiterhin, aber nur schwach (+0,2 % pro Quartal).
Binnenwirtschaft trägt das Wachstum
- Konsum und staatliche Ausgaben treiben die Konjunktur.
Außenhandel schwächer
- Rückgang der Exporte wirkt bremsend.
Arbeitsmarkt stabil
- Beschäftigung steigt leicht.
Produktivität verbessert sich moderat
Kritische Einordnung
Mehrere strukturelle Probleme lassen sich aus den Daten erkennen:
- Sehr schwaches Quartalswachstum
- +0,2 % deutet auf eine nahezu stagnierende Wirtschaft hin.
- Abhängigkeit vom Binnenkonsum
- Wachstum wird primär durch Konsum und Staat getragen.
- Schwacher Außenhandel
- sinkende Exporte könnten auf globale Nachfrageschwäche oder Wettbewerbsprobleme hinweisen.
- Große Unterschiede zwischen Mitgliedstaaten
- starke Divergenzen (z. B. Malta vs. Irland).
- USA wachsen deutlich schneller
- Hinweis auf strukturelle Unterschiede in Produktivität, Investitionen und Innovationsdynamik.