Nachhaltigkeit mit Munition? – Allianz Global Investors verwässert ethische Standards zugunsten sicherheitspolitischer Pragmatik

Allianz Global Investors (AGI), eine Fondsgesellschaft des Allianz-Konzerns, hat angekündigt, Rüstungsaktien künftig nicht mehr grundsätzlich aus sogenannten nachhaltigen Geldanlagen auszuschließen. Diese Entscheidung markiert eine Abkehr von einer lange etablierten Praxis im Bereich des ethischen Investierens, insbesondere im angelsächsischen Raum, wo Investitionen in Rüstung traditionell als unvereinbar mit nachhaltigen Kriterien galten.

Im Zentrum steht die Frage, was unter „nachhaltigem“ oder ESG-konformem Investieren (Environmental, Social, Governance) tatsächlich verstanden werden soll – eine Debatte, die seit Jahren kontrovers geführt wird. Der klassische Ausschluss von Rüstung hatte ethisch-moralische Wurzeln, wurde aber zunehmend als nicht mehr zeitgemäß betrachtet.

Der Kurswechsel bei AGI ist eingebettet in einen veränderten sicherheitspolitischen Kontext: Vor dem Hintergrund aktueller geopolitischer Spannungen und einer wachsenden Notwendigkeit militärischer Verteidigungsfähigkeit wird die bisherige kategorische Ablehnung von Rüstungsinvestments zunehmend infrage gestellt. Die neue Linie reflektiert damit auch eine pragmatischere Sichtweise auf nachhaltige Geldanlagen, bei der Sicherheit und Verteidigung als legitime Bestandteile gesellschaftlicher Verantwortung angesehen werden.


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