Kernaussagen
- Die Gesamtkriminalität ist 2025 rückläufig (−5,6 % bzw. −4,7 % bereinigt).
- Auch die Zahl der Tatverdächtigen sinkt (−5,9 %).
- Die Aufklärungsquote bleibt stabil bei rund 57,9 %.
Differenzierte Entwicklungen
Rückgänge
- Gewaltkriminalität leicht gesunken (−2,3 %), erstmals seit 2021.
- Diebstahlsdelikte insgesamt rückläufig (−6,5 %).
- Jugendliche Tatverdächtige deutlich weniger.
Anstiege / problematische Trends
- Sexualdelikte steigen weiter (+2,8 %), besonders schwere Fälle deutlich.
- Wohnungseinbruch nimmt zu (+5,7 %).
- Messerkriminalität bleibt auf hohem Niveau (ca. 29.000 Fälle).
- Bedrohungen mit Messer steigen deutlich (+9,5 %).
Strukturveränderungen der Kriminalität
- Verlagerung ins Digitale und Ausland:
- Inlands-Betrug/Cybercrime sinkt
- Auslandstaten steigen (Betrug +7 %, Cybercrime +3 %)
- Schäden aus dem Ausland nehmen stark zu (+65 %).
Täter- und Risikogruppen
- Nichtdeutsche Tatverdächtige: höhere Belastungsquote (ca. 2,6–4×), aber insgesamt rückläufige Zahlen.
- Höchste Belastung bei jungen männlichen Tatverdächtigen.
- Kinderanteil steigt langfristig, trotz kurzfristigem Rückgang bei Jugendlichen.
Spezifische Beobachtungen
- Gewalt findet häufig im öffentlichen Raum (≈29 %) und in Wohnungen (≈23 %) statt (Diagramm S. 7).
- Sexualdelikte:
- Täter meist aus dem sozialen Nahfeld
- Anstieg teilweise durch Gesetzesänderungen, Digitalisierung und höhere Anzeigebereitschaft erklärbar
Methodische Einschränkung
- Die PKS bildet nur das „Hellfeld“ ab:
- Erfasst nur angezeigte und polizeilich bearbeitete Straftaten
- Dunkelfeld (nicht angezeigte Taten) bleibt unberücksichtigt
Gesamtbewertung
- Kurzfristig: leichte Entspannung bei Gesamt- und Gewaltkriminalität
- Gleichzeitig: Verschiebung der Problemlagen hin zu
- Sexualdelikten
- digitaler/organisierter Kriminalität
- bestimmten Risikogruppen
Die Statistik zeigt damit weniger einen generellen Rückgang von Kriminalität, sondern eher eine strukturelle Transformation.
Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 2025 für die Bundesrepublik Deutschland.
Sie bietet einen Überblick über die polizeilich registrierten Straftaten, Tatverdächtigen und Opfer im Jahr 2025.
Hier ist eine Zusammenfassung der wichtigsten Entwicklungen und Kernzahlen:
1. Kriminalitätsentwicklung insgesamt
- Gesamtzahl der Straftaten: Im Jahr 2025 wurden bundesweit 5.508.559 Straftaten erfasst. Das entspricht einem Rückgang von 5,6 % im Vergleich zum Vorjahr (2024).
- Aufklärungsquote: Diese lag bei 57,9 % und ist damit im Vergleich zum Vorjahr (58,0 %) fast konstant geblieben.
- Sondereffekt Cannabis-Legalisierung: Ein wesentlicher Teil des allgemeinen Rückgangs resultiert aus der Teilligalisierung von Cannabis (seit April 2024), was zu einem massiven Einbruch der registrierten Rauschgiftdelikte führte.
- Bereinigte Zahlen: Betrachtet man die Straftaten ohne ausländerrechtliche Verstöße (Verstöße gegen das Asyl- und Aufenthaltsrecht), liegt der Rückgang bei 4,4 %.
2. Auffällige Rückgänge (Auswahl)
- Ausländerrechtliche Verstöße: ‑28,6 % (auf 205.211 Fälle).
- Rauschgiftdelikte: ‑27,7 % (stark beeinflusst durch das Konsumcannabisgesetz).
- Straßenkriminalität: ‑7,3 % (auf knapp 1,02 Millionen Fälle).
- Diebstahl insgesamt: ‑6,5 % (auf ca. 1,81 Millionen Fälle).
- Gewaltkriminalität: ‑2,3 % (auf 212.335 Fälle), darunter fielen auch Raubdelikte und gefährliche Körperverletzungen.
3. Auffällige Anstiege (Auswahl)
- Neue Psychoaktive Substanzen (NPS): +25,5 %.
- Verbreitung, Erwerb, Besitz und Herstellung jugendpornografischer Inhalte: +19,9 %.
- Leistungsbetrug: +16,4 %.
- Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung: Unter anderem stiegen Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und sexueller Übergriff (inkl. mit Todesfolge) um +8,5 %.
- Wohnungseinbruchdiebstahl: +5,7 % (auf 82.920 Fälle).
- Straftaten gegen das Waffengesetz: +5,5 %.
4. Tatverdächtige
- Insgesamt wurden 2.054.855 Tatverdächtige ermittelt (-5,9 % zum Vorjahr).
- Davon waren 1.231.246 deutsche Staatsangehörige (-3,2 %) und 823.609 nichtdeutsche Staatsangehörige (-9,8 %).
- Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger an allen Tatverdächtigen (bei Straftaten insgesamt ohne ausländerrechtliche Verstöße) lag bei 35,5 %.
- Bei Kindern und Jugendlichen gab es bei der Gewaltkriminalität gegenläufige Trends: Während die Zahl tatverdächtiger Kinder um 3,3 % stieg, ging sie bei den Jugendlichen um 7,4 % zurück.
5. Opfer
- Die Zahl der Opfer von Straftaten stieg minimal um 0,1 % auf 1.328.567 Personen.
- Rund 58 % der Opfer waren männlich, 42 % weiblich.
- Polizeivollzugsbeamte (PVB) als Opfer: 114.439 Polizistinnen und Polizisten wurden Opfer von Straftaten (+2,6 %), zumeist durch Widerstand gegen die Staatsgewalt oder tätliche Angriffe.
Fazit:
Das Jahr 2025 zeigt statistisch einen spürbaren Rückgang der Gesamtkriminalität, der jedoch stark durch Gesetzesänderungen (insbesondere beim Cannabis-Konsum) und einen Rückgang bei asylrechtlichen Verstößen geprägt ist. Gleichzeitig verzeichnet die Polizei besorgniserregende Anstiege bei bestimmten Betrugsarten, Einbrüchen sowie bei Sexual- und Cyberdelikten.
Quelle: BKA