Produktionseinbruch bei Tesla in Grünheide: Werk rutscht unter 40 Prozent Auslastung

Ein Artikel im Handelsblatt berichtet über einen deutlichen Produktionseinbruch im Tesla-Werk Grünheide und stellt die offiziellen Aussagen des Managements infrage.

1. Deutlicher Rückgang der Produktion

Laut exklusiven Zahlen des Datendienstleisters Inovev wurden 2025 in Grünheide nur noch 149.040 Fahrzeuge produziert – rund 30 Prozent weniger als 2024 . Bereits 2024 war kein starkes Jahr: Das Werk war laut Jahresabschluss nur zu 56,3 Prozent ausgelastet und erzielte eine sehr geringe Gewinnmarge von 0,74 Prozent .

Für 2025 würde die rechnerische Auslastung auf lediglich 39,7 Prozent fallen, bei einer ausgelegten Kapazität von etwa 375.000 Fahrzeugen pro Jahr . Damit arbeitet das Werk deutlich unter wirtschaftlich sinnvollen Größenordnungen.

2. Widerspruch zu öffentlichen Aussagen

Die Zahlen stehen im klaren Gegensatz zu den Aussagen von Werksleiter André Thierig, der wiederholt betont hatte, die Produktion werde hoch- und nicht heruntergefahren. Öffentlich wurde zudem suggeriert, der Standort entwickle sich entgegen dem Branchentrend positiv .

In einem internen Video warnt Elon Musk vor einer stärkeren Rolle der IG Metall. Eine Werksschließung schließt er zwar aus, eine Erweiterung jedoch ebenfalls . Angesichts der geringen Auslastung erscheinen Expansionspläne tatsächlich wenig plausibel.

3. Nachfrageprobleme beim Model Y

In Grünheide wird ausschließlich das Model Y gefertigt. Zwar konnte Tesla die Zulassungen in einigen kleineren Märkten steigern (z. B. Südkorea und Türkei), doch in den drei wichtigsten Märkten – China, USA und Europa – brach die Nachfrage deutlich ein .

Insgesamt sank der weltweite Absatz des Model Y um 7,5 Prozent . Besonders in Europa fiel der Rückgang mit minus 28,7 Prozent stark aus . Der Versuch, Rückgänge in Kernmärkten durch kleinere Absatzmärkte zu kompensieren, gelingt somit nicht.

4. Mögliche Ursachen

Als Gründe werden genannt:

  • Musks politisch polarisierende und teils rassistische Äußerungen sowie seine Unterstützung rechtspopulistischer Positionen, die dem Image in Europa schaden könnten .
  • Zunehmende Konkurrenz durch etablierte Hersteller, die neue Elektroplattformen mit höherer Effizienz und besserer Ladeleistung anbieten.
  • Technologischer Aufholprozess traditioneller Autobauer, insbesondere bei Software und Fahrzeugarchitektur .

5. Ausblick

Der Jahresauftakt 2026 verschärft die Lage zusätzlich: Im Januar verkaufte Tesla europaweit nur etwa 5.700 Fahrzeuge – mehr als 40 Prozent weniger als im Vorjahr .

Der Artikel kommt zu dem Schluss, dass sich bei anhaltender Entwicklung die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Standorts zuspitzen könnte. Während das Management öffentlich Optimismus verbreitet, deuten Produktions- und Absatzzahlen auf strukturelle Probleme hin.

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