1. Entwicklung der Unternehmensinsolvenzen
- 24.064 Unternehmensinsolvenzen wurden 2025 von deutschen Amtsgerichten registriert.
- Das entspricht einem Anstieg von 10,3 % gegenüber 2024.
- Bereits zuvor gab es starke Zuwächse:
- 2024: +22,4 %
- 2023: +22,1 %
Ein ähnlich hoher Wert wurde zuletzt 2014 erreicht (24.085 Fälle). Während der Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 lag die Zahl deutlich höher bei 32.687 Insolvenzen.

2. Forderungen der Gläubiger
- Die Gesamtsumme der Forderungen aus Unternehmensinsolvenzen lag 2025 bei 47,9 Mrd. €.
- 2024 lag sie noch bei 58,1 Mrd. €.
Erklärung:
Der Rückgang der Forderungssumme trotz steigender Insolvenzfälle ist darauf zurückzuführen, dass weniger große Unternehmen insolvent wurden.
- Zahl der Großinsolvenzen (≥ 25 Mio. € Forderungen) sank um 15,6 % (−49 Fälle).
3. Branchen mit den meisten Insolvenzen
Gemessen an Insolvenzen pro 10.000 Unternehmen:
- Verkehr und Lagerei: 133 Fälle
- Gastgewerbe: 108 Fälle
- Baugewerbe: 104 Fälle
- Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen (z. B. Zeitarbeit): 100 Fälle
Insgesamt gab es 69 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen.
4. Entwicklung im Dezember 2025
- 2.037 Unternehmensinsolvenzen im Dezember 2025
- +13,7 % gegenüber Dezember 2024
Forderungen:
- 3,6 Mrd. € (2025)
- 5,8 Mrd. € (2024)
5. Verbraucherinsolvenzen
- 77.219 Verbraucherinsolvenzen im Jahr 2025
- +8,4 % gegenüber 2024
Im Dezember 2025:
- 6.278 Verbraucherinsolvenzen
- +12,3 % gegenüber Dezember 2024
6. Methodische Hinweise
- In der Statistik erscheinen Insolvenzen erst nach der ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts.
- Der tatsächliche Insolvenzantrag liegt daher oft etwa drei Monate früher.
- Außerdem erfasst die Statistik nur Geschäftsaufgaben im Rahmen eines Insolvenzverfahrens, nicht alle Unternehmensschließungen.
Kritische Einordnung
Die Daten zeigen einen deutlichen strukturellen Anstieg der Insolvenzen seit 2023. Gleichzeitig fällt auf:
- Mehr Insolvenzen, aber geringere Schadenssummen
→ deutet darauf hin, dass eher kleine und mittlere Unternehmen betroffen sind. - Branchenkonzentration
→ Logistik, Gastronomie und Bau sind besonders anfällig, vermutlich wegen:- hoher Energie- und Personalkosten
- konjunktureller Schwäche
- gestiegener Finanzierungskosten.
- Zeitverzögerung in der Statistik
→ Die tatsächliche wirtschaftliche Lage kann noch schlechter sein, da Insolvenzen erst mit Verzögerung in den Daten erscheinen.