1. Stimmung der US-Verbraucher (Januar 2026)
Die Stimmung der US-Verbraucher hat sich im Januar überraschend deutlich aufgehellt.
- Indexwerte: Der an der Universität Michigan berechnete Index für die Verbraucherstimmung stieg in der ersten Schätzung auf 54,0 Punkte (nach 52,9 im Dezember). Dies übertraf die Erwartungen der Experten, die lediglich mit einem Stand zwischen 53,4 und 53,5 gerechnet hatten. Es ist der höchste Stand seit September 2025.
- Teilindikatoren: Sowohl die Einschätzung der aktuellen Lage (Anstieg auf 52,4 von 50,4) als auch die Erwartungskomponente (Anstieg auf 55,0 von 54,6) verbesserten sich.
- Einkommensgruppen: Interessanterweise trieben vor allem Verbraucher mit geringerem Einkommen den Index nach oben, während sich die Stimmung bei Beziehern höherer Einkommen verschlechterte.
- Inflationserwartungen: Diese bleiben ein Unsicherheitsfaktor. Während die kurzfristige Erwartung (12 Monate) bei 4,2 % stagnierte, stiegen die längerfristigen Erwartungen (5 Jahre) leicht von 3,2 % auf 3,4 % an.
- Besonderheit: Die Umfrage wurde größtenteils vor der jüngsten US-Intervention in Venezuela durchgeführt, sodass dieses politische Ereignis noch kaum in den Daten reflektiert ist.
2. US-Arbeitsmarkt (Daten für Dezember 2025)
Der Arbeitsmarkt zeigt ein gemischtes, eher zur Abkühlung neigendes Bild:
- Stellenaufbau: Im Dezember wurden außerhalb der Landwirtschaft nur 50.000 neue Stellen geschaffen. Dies lag deutlich unter den Prognosen der Volkswirte, die mit einem Zuwachs von 70.000 bis 73.000 gerechnet hatten.
- Abwärtsrevisionen: Die Zahlen der Vormonate wurden massiv nach unten korrigiert. Der November-Wert wurde von 64.000 auf 56.000 gesenkt, und der Beschäftigungsrückgang im Oktober wurde von -105.000 auf -173.000 korrigiert. Insgesamt gab es in den beiden Vormonaten 76.000 Stellen weniger als bisher angenommen.
- Arbeitslosenquote: Trotz des schwachen Stellenaufbaus sank die Arbeitslosenquote leicht auf 4,4 % (nach revidiert 4,5 % im November). Erwartet worden war eine Quote von 4,5 %.
- Erwerbsquote: Die Erwerbsquote (Anteil der Menschen, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen) sank leicht von 62,6 % auf 62,5 %.
3. Löhne und Inflation
Obwohl der Stellenaufbau schwächelt, bleibt der Lohndruck bestehen:
- Stundenlöhne: Die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen im Monatsvergleich wie erwartet um 0,3 %.
- Jahresvergleich: Im Vergleich zum Vorjahr kletterten die Löhne um 3,8 %. Dies war stärker als der von Experten erwartete Anstieg von 3,6 %. Damit beschleunigte sich das Lohnwachstum zum Jahresende hin leicht.
4. Wirtschaftlicher Kontext und Ausblick
- Privatkonsum: Die Bedeutung der Verbraucherstimmung wird dadurch unterstrichen, dass rund 70 % des US-Bruttoinlandsprodukts vom Privatkonsum abhängen. Trotz der leichten Verbesserung liegt die Stimmung immer noch fast 25 % unter dem Niveau des Vorjahres (Januar 2025).
- Börsenumfeld: Ein begleitender Marktbericht erwähnt, dass der DAX das Jahr 2025 mit einem Plus von über 21 % beendet hat und damit den US-Markt übertraf. Für 2026 wird an der Börse mit „Wendepunkten“ gerechnet, wobei Themen wie KI-Sektor-Entwicklungen und Ölwerte im Fokus stehen.
Fazit: Die US-Wirtschaft zeigt Anfang 2026 ein paradoxes Bild: Die Verbraucher schöpfen zwar langsam wieder Hoffnung (besonders in unteren Einkommensgruppen), doch der Arbeitsmarkt verliert merklich an Schwung bei gleichzeitig weiterhin hartnäckigem Lohnwachstum. Die Konsumenten sorgen sich laut der Ökonomin Joanne Hsu weiterhin primär um hohe Preise und den sich abschwächenden Arbeitsmarkt.
