USA, das Aller­letz­te vom 10.08.2026

Der heu­ti­ge Tag war geprägt von geo­po­li­ti­schen Span­nun­gen im Nahen Osten, weg­wei­sen­den Debat­ten über die Regu­lie­rung künst­li­cher Intel­li­genz sowie bedeu­ten­den Ver­schie­bun­gen am ETF- und Akti­en­markt.

Geo­po­li­tik und Ener­gie­märk­te: Der Kon­flikt mit dem Iran

Die Situa­ti­on im Nahen Osten bleibt ange­spannt, wobei Prä­si­dent Trump nun eine „Low-Key“-Strategie ver­folgt und auf wirt­schaft­li­chen Druck statt auf unmit­tel­ba­re mili­tä­ri­sche Angrif­fe setzt. Trump behaup­tet, die US-Mari­ne habe die voll­stän­di­ge Kon­trol­le über die Stra­ße von Hor­mus und bezeich­net die dor­ti­ge Blo­cka­de als unüber­wind­ba­re „stäh­ler­ne Wand“. Den­noch bleibt die Schiff­fahrt stark beein­träch­tigt, da vie­le Ree­de­rei­en die Pas­sa­ge wei­ter­hin als unsi­cher ein­stu­fen. Ein neu­er Streit­punkt sind gegen­sei­ti­ge Ent­schä­di­gungs­for­de­run­gen: Wäh­rend der Iran Repa­ra­tio­nen für Kriegs­schä­den ver­langt, for­dert Trump Kom­pen­sa­tio­nen für getö­te­te US-Bür­ger. Infol­ge die­ser anhal­ten­den Unsi­cher­heit stie­gen die Ölprei­se deut­lich um etwa 5 %, wobei Brent über 87 \( und WTI über 81 \) pro Bar­rel notier­ten. Um den Druck auf die Treib­stoff­kos­ten zu mil­dern, ver­län­ger­te Trump zudem eine Aus­nah­me­re­ge­lung für den Jones Act, die es aus­län­di­schen Schif­fen erlaubt, Öl zwi­schen US-Häfen zu trans­por­tie­ren.

Künst­li­che Intel­li­genz: Die Debat­te um Regu­lie­rung und Fort­schritt

Im Bereich der KI hat sich eine tie­fe Kluft zwi­schen Indus­trie und Poli­tik auf­ge­tan:

  • Mark Zucker­berg ver­öf­fent­lich­te ein 6.500 Wör­ter umfas­sen­des Mani­fest, in dem er sich lei­den­schaft­lich für Open-Source-KI aus­spricht und vor einer zen­tra­li­sier­ten staat­li­chen Auf­sicht warnt, die den Fort­schritt behin­dern könn­te.
  • Im Gegen­satz dazu for­dern Ber­nie San­ders und wei­te­re Demo­kra­ten im Kon­gress eine Pau­se in der KI-Ent­wick­lung, um zu ver­hin­dern, dass Maschi­nen ent­ste­hen, die der Mensch nicht mehr kon­trol­lie­ren kann. Sie ver­lan­gen, dass füh­ren­de KI-CEOs vor dem Kon­gress aus­sa­gen.
  • Par­al­lel dazu mobi­li­siert NVIDIA gemein­sam mit Schwer­ge­wich­ten der Wall Street (dar­un­ter Black­Rock und Gold­man Sachs) über 500 Mil­li­ar­den Dol­lar, um die KI-Infra­struk­tur mas­siv aus­zu­bau­en.

Finanz­märk­te und Unter­neh­men: Intel, SpaceX und die Fed

An den Akti­en­märk­ten herrsch­te eine eher ver­hal­te­ne, fast „schläf­ri­ge“ Stim­mung, trotz eini­ger mar­kan­ter Ein­zel­be­we­gun­gen.

  • Intel kün­dig­te einen Akti­en­ver­kauf im Wert von 15 Mil­li­ar­den Dol­lar an, um sei­ne Posi­ti­on im KI-Wett­be­werb zu stär­ken – dies wäre der ers­te öffent­li­che Akti­en­ver­kauf des Unter­neh­mens seit 1971.
  • SpaceX ver­zeich­ne­te Kurs­ge­win­ne und notier­te mit rund 139 $ wie­der über sei­nem IPO-Preis von 135 $.
  • Bezüg­lich der Geld­po­li­tik wird über das Ende der soge­nann­ten „For­ward Gui­dance“ dis­ku­tiert. Der desi­gnier­te Fed-Vor­sit­zen­de Kevin Warsh und ande­re Exper­ten plä­die­ren dafür, dass die Zen­tral­bank den Märk­ten weni­ger expli­zi­te Zukunfts­pro­gno­sen geben soll­te, um ihre Glaub­wür­dig­keit zu wah­ren. Trump stell­te zudem klar, ent­ge­gen anders­lau­ten­der Berich­te nur ein­mal kurz mit Warsh gespro­chen zu haben.

ETF-Trends und Kryp­to-Sicher­heit

Die ETF-Bran­che erreicht neue Mei­len­stei­ne, wobei akti­ve ETFs erst­mals die Mar­ke von 2 Bil­lio­nen Dol­lar an ver­wal­te­tem Ver­mö­gen über­schrit­ten haben.

  • Bit­co­in-Sicher­heit: Ein Hacker­an­griff auf „Cold Wal­lets“ (Coin­Card), bei dem etwa 130 Mil­lio­nen Dol­lar gestoh­len wur­den, hat die Kryp­to-Bran­che erschüt­tert. Exper­ten sehen dar­in einen Vor­teil für insti­tu­tio­nel­le Bit­co­in-ETFs, da Anle­ger ver­stärkt nach regu­lier­ten und siche­ren Ver­wah­rungs­mög­lich­kei­ten durch eta­blier­te Akteu­re wie Black­Rock suchen.
  • Small Caps: Der Fokus im ETF-Markt ver­schiebt sich teil­wei­se auf Small-Cap-Value-Fonds wie jene von Avan­tis, die durch eine sys­te­ma­ti­sche Aus­wahl pro­fi­ta­bler klei­ner Unter­neh­men erheb­li­che Out­per­for­man­ces gegen­über klas­si­schen Indi­zes erzie­len konn­ten.

Unter­neh­mens­füh­rung und Arbeits­welt

Die Aus­wir­kun­gen von KI auf den Arbeits­markt wer­den kon­kret: Der CEO von Grin­dr berich­te­te, dass KI-Tools die Pro­duk­ti­vi­tät in der Soft­ware­ent­wick­lung um das 2,5‑fache gestei­gert haben, was dazu führt, dass das Unter­neh­men das Jahr mit deut­lich weni­ger Mit­ar­bei­tern abschlie­ßen wird als ursprüng­lich geplant, da weni­ger Neu­ein­stel­lun­gen nötig sind.

Akti­ve ETFs wer­den heu­te als Main­stream-Anla­ge betrach­tet, da sie in den letz­ten Jah­ren ein explo­si­ves Wachs­tum ver­zeich­net haben und zuneh­mend die tra­di­tio­nel­le Invest­ment­land­schaft domi­nie­ren. Die­ser Wan­del lässt sich an meh­re­ren ent­schei­den­den Fak­to­ren fest­ma­chen:

His­to­ri­sche Mei­len­stei­ne und Mit­tel­zu­flüs­se

Ein zen­tra­ler Beleg für den Main­stream-Sta­tus ist das Errei­chen bedeu­ten­der finan­zi­el­ler Schwel­len­wer­te. Im Juli 2026 über­schrit­ten akti­ve ETFs erst­mals die Mar­ke von 2 Bil­lio­nen US-Dol­lar an ver­wal­te­tem Ver­mö­gen. Allein in die­sem Monat ver­zeich­ne­ten sie Zuflüs­se in Höhe von 58 Mil­li­ar­den US-Dol­lar. Auf das gesam­te Jahr hoch­ge­rech­net steu­ern akti­ve ETFs auf einen Rekord­wert von etwa 800 Mil­li­ar­den US-Dol­lar an jähr­li­chen Zuflüs­sen zu.

Domi­nanz bei Neu­erschei­nun­gen

Ein wei­te­rer Indi­ka­tor ist die Markt­dy­na­mik bei Pro­dukt­neu­vor­stel­lun­gen. Laut John May­er, dem Chef-Stra­te­gen für ETFs bei JPMor­gan Asset Manage­ment, ent­fal­len mitt­ler­wei­le 86 % aller neu auf­ge­leg­ten ETFs auf den akti­ven Bereich. Gro­ße Ver­mö­gens­ver­wal­ter wie JPMor­gan und deren Wett­be­wer­ber drän­gen mas­siv in die­sen Bereich, um die stei­gen­de Nach­fra­ge zu bedie­nen.

Inte­gra­ti­on in Modell­port­fo­li­os

Ein wesent­li­cher Trei­ber für das Wachs­tum ist die Ver­wen­dung von akti­ven ETFs in soge­nann­ten Modell­port­fo­li­os. Die­se Model­le steu­ern einen gro­ßen Teil der Ver­mö­gens­al­lo­ka­ti­on bei Finanz­be­ra­tern und füh­ren zu mas­si­ven, „kleb­ri­gen“ (sti­cki­gen) Mit­tel­zu­flüs­sen. ETFs machen inzwi­schen etwa 55 % der Allo­ka­tio­nen in Modell­port­fo­li­os aus. Finanz­be­ra­ter nut­zen die­se ska­lier­ba­ren Lösun­gen, um ihren Kun­den eine insti­tu­tio­nel­le Anla­ge­qua­li­tät zugäng­lich zu machen.

Struk­tu­rel­le Vor­tei­le gegen­über ande­ren Anla­ge­for­men

Akti­ve ETFs kom­bi­nie­ren die Vor­tei­le der ETF-Struk­tur (Han­del­bar­keit, Steu­er­ef­fi­zi­enz, oft nied­ri­ge­re Kos­ten) mit der Exper­ti­se akti­ver Mana­ger.

  • Fixe Ein­kom­men: Akti­ve Ren­ten-ETFs (Fixed Inco­me) wach­sen etwa dop­pelt so schnell wie ihre pas­si­ven Gegen­stü­cke und fan­gen rund 40 % der ent­spre­chen­den Mit­tel­flüs­se ein. Der Vor­teil liegt hier dar­in, dass akti­ve Mana­ger die Dura­ti­on (Zins­bin­dungs­dau­er) steu­ern kön­nen, was in einem pas­si­ven Index nicht mög­lich ist.
  • Out­per­for­mance-Poten­zi­al: Die Quel­len füh­ren Bei­spie­le an, bei denen akti­ve Stra­te­gien ihre pas­si­ven Bench­marks deut­lich geschla­gen haben. So erziel­te bei­spiels­wei­se ein akti­ver Small-Cap-Value-ETF von Avan­tis eine Ren­di­te von 88 % über fünf Jah­re, wäh­rend der ver­gleich­ba­re pas­si­ve Van­guard-Index nur 55 % erreich­te.

Wan­del des Anle­ger­ver­hal­tens

Der Markt bewegt sich weg von tra­di­tio­nel­len Invest­ment­fonds (Mutu­al Funds) hin zur effi­zi­en­te­ren ETF-Struk­tur. Wäh­rend aus aktiv ver­wal­te­ten klas­si­schen Invest­ment­fonds im Akti­en­be­reich kon­ti­nu­ier­lich Mit­tel abflie­ßen, flie­ßen die­se Gel­der ver­stärkt in die akti­ve ETF-Struk­tur, da die­se oft kos­ten­güns­ti­ger ist und höhe­re Chan­cen bie­tet, den Markt (wie den S&P 500 oder den AGG-Bond-Index) zu schla­gen.

Zusam­men­fas­send gel­ten akti­ve ETFs nicht mehr als Nischen­pro­dukt, son­dern als Kern­be­stand­teil moder­ner Port­fo­li­os, weil sie die Fle­xi­bi­li­tät akti­ver Ver­wal­tung mit der Kos­ten­ef­fi­zi­enz und Trans­pa­renz der ETF-Hül­le ver­ei­nen und durch die brei­te Akzep­tanz bei Finanz­be­ra­tern mas­siv an Volu­men gewin­nen.

Der Jones Act, offi­zi­ell als Mer­chant Mari­ne Act von 1920 bekannt, ist ein weg­wei­sen­des US-Bun­des­ge­setz, das den See­han­del zwi­schen US-Häfen regelt. Er gilt als ein zen­tra­les Instru­ment der natio­na­len Sicher­heit und Wirt­schafts­po­li­tik, ist jedoch auf­grund sei­ner Aus­wir­kun­gen auf die Trans­port­kos­ten auch hoch­um­strit­ten.

Was genau ist der Jones Act?

Das Gesetz legt vier strik­te Anfor­de­run­gen für jedes Schiff fest, das Güter auf dem See­weg von einem US-Punkt zu einem ande­ren US-Punkt trans­por­tie­ren möch­te. Die­se Schif­fe müs­sen:

  • In den Ver­ei­nig­ten Staa­ten gebaut sein.
  • Sich im Besitz von US-Bür­gern befin­den.
  • Unter der Flag­ge der USA fah­ren.
  • Von einer ame­ri­ka­ni­schen Besat­zung (US-Bür­ger) bemannt sein.

War­um ist der Jones Act so wich­tig und umstrit­ten?

1. Wirt­schaft­li­che Aus­wir­kun­gen und Kos­ten Die stren­gen Kri­te­ri­en des Jones Act füh­ren dazu, dass die Trans­port­kos­ten inner­halb der USA erheb­lich stei­gen. Da Schif­fe, die alle Bedin­gun­gen erfül­len, wesent­lich teu­rer im Bau und im Betrieb sind, gibt es nur eine sehr begrenz­te Anzahl an Schif­fen, die für die­sen Han­del qua­li­fi­ziert sind. Infol­ge­des­sen regis­trie­ren vie­le Schiffs­eig­ner ihre Tan­ker in ande­ren Län­dern (soge­nann­te Bil­lig­flag­gen), was den inner­ame­ri­ka­ni­schen See­trans­port ver­teu­ert.

2. Stra­te­gi­sche Bedeu­tung in Kri­sen­zei­ten In Zei­ten geo­po­li­ti­scher Span­nun­gen, wie dem aktu­el­len Kon­flikt mit dem Iran, wird der Jones Act zu einem wich­ti­gen poli­ti­schen Hebel. Da der Krieg die glo­ba­len Roh­öl­strö­me stört und die Treib­stoff­prei­se in die Höhe treibt, hat Prä­si­dent Trump eine befris­te­te Aus­nah­me­re­ge­lung (Wai­ver) ver­län­gert. Die­se erlaubt es aus­län­di­schen Schif­fen für wei­te­re 90 Tage, Öl und ande­re Roh­stof­fe zwi­schen US-Häfen zu trans­por­tie­ren. Das Ziel die­ser Maß­nah­me ist es, die Ver­sand­kos­ten für raf­fi­nier­te Pro­duk­te wie Ben­zin und Kero­sin zu sen­ken und so den Infla­ti­ons­druck an den Zapf­säu­len zu mil­dern.

3. Debat­te über die Wirk­sam­keit Trotz sei­ner lan­gen Geschich­te wird das Gesetz oft als „schreck­li­ches Stück Gesetz­ge­bung“ kri­ti­siert, das reform­be­dürf­tig sei. Der ehe­ma­li­ge US-Ener­gie­mi­nis­ter Dan Brouil­let­te argu­men­tiert in den Quel­len, dass der Jones Act sein ursprüng­li­ches Ziel – die Stär­kung der US-Schiff­bau­in­dus­trie – ver­fehlt habe. Er weist dar­auf hin, dass in den USA bei wei­tem nicht so vie­le Schif­fe gebaut wer­den, wie man sich erhofft hat­te. Brouil­let­te plä­diert dafür, dass der Kon­gress das Gesetz über­prüft, um einen wett­be­werbs­fä­hi­ge­ren Markt zu schaf­fen, was letzt­lich den Ver­brau­chern durch nied­ri­ge­re Prei­se zugu­te­kom­men wür­de.

Zusam­men­fas­send lässt sich sagen, dass der Jones Act eine pro­tek­tio­nis­ti­sche Maß­nah­me ist, die zwar die natio­na­le Schiff­fahrts­in­dus­trie schüt­zen soll, in der Pra­xis jedoch oft zu höhe­ren Ener­gie­kos­ten führt und in Not­zei­ten durch prä­si­dia­le Dekre­te umgan­gen wer­den muss, um die wirt­schaft­li­che Sta­bi­li­tät zu wah­ren.


Man beschäf­tigt sich mit ame­ri­ka­ni­scher Poli­tik nicht aus Ame­ri­ka-Fas­zi­na­ti­on, son­dern aus deut­schem Eigen­in­ter­es­se.

Wie hilf­reich war die­ser Bei­trag?

Kli­cke auf die Ster­ne um zu bewer­ten!

Durch­schnitt­li­che Bewer­tung 0 / 5. Anzahl Bewer­tun­gen: 0

Bis­her kei­ne Bewer­tun­gen! Sei der Ers­te, der die­sen Bei­trag bewer­tet.

Es tut uns leid, dass der Bei­trag für dich nicht hilf­reich war!

Las­se uns die­sen Bei­trag ver­bes­sern!

Wie kön­nen wir die­sen Bei­trag ver­bes­sern?

Disclaimer: Dieser Beitrag dient lediglich zu allgemeinen Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Bitte konsultieren Sie vor jeder Anlageentscheidung einen unabhängigen Finanzberater