Wochen­rück­blick: US-Bör­sen 31. KW 2026

Wochen­zu­sam­men­fas­sung für den Zeit­raum 27. Juli bis 31. Juli 2026:

Markt­über­blick

Die Woche war geprägt von der Fed-Zins­ent­schei­dung, extre­men Bewe­gun­gen im KI-Sek­tor und dem US-Iran-Kon­flikt. Nach einer schwie­ri­gen Vor­wo­che erhol­ten sich die US-Indi­zes dank star­ker Tech-Ear­nings, schlos­sen aber den Monat Juli unein­heit­lich ab.

Wochen­per­for­mance (31.07.):

  • Dow Jones: +1,0 % (Schluss: 52.485 Punk­te)
  • S&P 500: +1,0 %
  • Nasdaq 100: +1,6 %

Monats­per­for­mance Juli:

  • Dow: +0,3 % (vier­ter Monats­ge­winn in Fol­ge)
  • S&P 500: −0,1 %
  • Nasdaq: −3,2 %

Zen­tra­le Ereig­nis­se

1. Fede­ral Reser­ve: Zin­sen auf Hold, aber FOMC gespal­ten

Die Fed beließ den Leit­zins am Mitt­woch bei 3,50 %–3,75 % – das fünf­te Mee­ting in Fol­ge ohne Ände­rung. Aller­dings dis­ten­tier­ten drei FOMC-Mit­glie­der (Kash­ka­ri, Hammack, Logan) zuguns­ten einer 25-Basis-Punk­te-Erhö­hung. Fed-Chair Kevin Warsh ver­mie­de kla­re For­ward Gui­dance, beton­te aber die Ver­pflich­tung zur Preis­sta­bi­li­tät. Die Märk­te senk­ten die Ein­prei­sung für einen Sep­tem­ber-Hike dar­auf­hin von fast 80 % auf zunächst ~63 %, spä­ter ~55 %.

2. Geo­po­li­tik: US-Iran-Kon­flikt befeu­ert Öl- und Infla­ti­ons­ängs­te

Der Wochen­start begann mit einer Ent­span­nung: Die USA setz­ten Luft­schlä­ge gegen den Iran aus, Ölprei­se fie­len, Ren­di­ten gaben nach. Ab Mitt­woch eska­lier­te die Lage jedoch erneut mit fri­schen Schlä­gen und ira­ni­schen Angrif­fen auf US-Streit­kräf­te. Tehe­ran bestand auf der Kon­trol­le der Stra­ße von Hor­mus. Die Unsi­cher­heit trieb Ölprei­se und lang­fris­ti­ge Infla­ti­ons­er­war­tun­gen nach oben.

3. Tech-Ear­nings: Cloud- und KI-Gewin­ner vs. Ent­täu­schun­gen

Die Quar­tals­be­rich­te der Tech-Schwer­ge­wich­te domi­nier­ten das Han­dels­ge­sche­hen:

  • Micro­soft (+15,5 % am Don­ners­tag): EPS über Erwar­tun­gen, Cloud-Umsatz +43 % (stärks­tes Wachs­tum seit 2022).
  • Ama­zon (+15,6 % am Frei­tag): EPS 5,75 $ (deut­lich über Erwar­tung von 1,82 $), Cloud-Wachs­tum beschleu­nigt.
  • Meta (−7,9 %): EPS 6,18 $ unter Erwar­tun­gen (7,18 $), Gui­dance ver­fehlt, Skep­sis zur Mone­ta­ri­sie­rung von KI-Inves­ti­tio­nen.
  • Apple (−7,1 %): EPS zwar über Erwar­tun­gen, aber Ser­vices-Umsatz ver­fehl­te die Erwar­tun­gen. Chip-Eng­päs­se erhöh­ten Kos­ten und senk­ten die Pro­duk­ti­on im Juni-Quar­tal deut­lich.

4. KI-Chip-Vola­ti­li­tät

Halb­lei­ter­ak­ti­en erleb­ten eine Ach­ter­bahn­fahrt. Zunächst setz­te sich der Ver­kauf fort (Sor­gen über über­trie­be­ne KI-Infra­struk­tur-Inves­ti­tio­nen und zir­ku­lä­re Finan­zie­rungs­mo­del­le). Nach den star­ken Cloud-Ergeb­nis­sen von Micro­soft und Ama­zon folg­te jedoch eine hef­ti­ge Ral­lye: Micron +18,4 %, AMD +13 %, Intel +11,3 %, San­disk +26 % (jeweils Don­ners­tag).

Asset-Klas­sen im Detail

Akti­en

  • Gewin­ner: Micro­soft, Ama­zon, Alpha­bet, Chip­ma­ker (zum Wochen­en­de), Coca-Cola (fast 50-Jah­res-Hoch), Merck (54-Jah­res-Hoch).
  • Ver­lie­rer: Apple (4‑Wo­chen-Tief auf 301,86 $), Meta (17-Wochen-Tief), Tes­la (51-Wochen-Tief), Cater­pil­lar (14-Wochen-Tief), Ora­cle (25-Monats-Tief), Qual­comm (13-Wochen-Tief).

Anlei­hen & Zin­sen

Die lang­fris­ti­gen Ren­di­ten stie­gen mas­siv:

  • 10-Jah­res-Tre­asu­ry: Von ~4,59 % auf 4,73 % (Höchst­stand seit Janu­ar 2025).
  • 30-Jah­res-Tre­asu­ry: Sprang auf über 5,2 % (19-Jah­res-Hoch).
    Die Steil­heit wur­de durch die Furcht befeu­ert, dass die Fed zu zöger­lich gegen die Infla­ti­on vor­geht.

Wäh­run­gen

Der Dol­lar-Index (DXY) fiel auf 100,3 und erleb­te mit −1,5 % den schlech­tes­ten Wochen­ver­lust seit drei Mona­ten. Die monat­li­che Abwer­tung betrug −1,3 %. Ursa­chen: Fed-Zögern, ver­mu­te­te japa­ni­sche Inter­ven­ti­on zuguns­ten des Yen und ent­täusch­te Haw­ki­sh-Erwar­tun­gen.

Roh­stof­fe

  • Öl: Vola­til durch den US-Iran-Kon­flikt. Wochen­be­ginn sin­kend, dann stei­gend.
  • Natur­gas: Lager­be­stän­de stie­gen um 28 bcf (unter Erwar­tun­gen von 35 bcf).

Wirt­schafts­da­ten-High­lights

Indi­ka­torWertBewer­tung
US BIP Q2 (annua­li­siert)+1,5 %Unter Erwar­tun­gen (2,1 %), aber Con­su­mer Spen­ding beschleu­nigt auf +3,2 %
PCE Preis­in­dex (Juni)−0,1 % M/MWie erwar­tet; ers­te Monats­de­fla­ti­on seit 2020
Core PCE+0,1 % M/MUnter Erwar­tun­gen; Jah­res­tief bei 3,3 %
Initi­al Jobless Claims197.000Unter Erwar­tun­gen (200.000); Arbeits­markt robust
Employ­ment Cost Index Q2+0,9 %Leicht über Erwar­tun­gen (+0,8 %)
Chi­ca­go Busi­ness Baro­me­ter (Juli)57,6Über Erwar­tun­gen; drit­ter Expan­si­ons­mo­nat in Fol­ge
Con­su­mer Sen­ti­ment (Michi­gan, Juli)55,2Fünf-Monats-Hoch, aber immer noch 11 % unter Vor­jahr
1‑Jah­res-Infla­ti­ons­er­war­tun­gen4,2 %Vom Juni-Hoch (4,6 %) gefal­len, aber wei­ter­hin hoch
30-Jah­res-Hypo­the­ken­zins6,66–6,76 %Vier-Wochen-Hoch, belas­tet Housing Demand

Fazit

Die Woche ende­te mit einem tech­no­lo­gie­ge­trie­be­nen Erho­lungs­ral­ly, das die vor­he­ri­gen Ver­lus­te mehr als aus­glich. Die Märk­te schlos­sen die Woche im Plus. Aller­dings bleibt das Stim­mungs­bild zwie­späl­tig: Wäh­rend Cloud- und KI-Gewin­ne (Micro­soft, Ama­zon) eupho­risch auf­ge­nom­men wur­den, ent­täusch­ten Meta und Apple. Die Fed-Zer­split­te­rung (drei Dis­sen­ter) und die Zurück­hal­tung von Chair Warsh sorg­ten dafür, dass lang­fris­ti­ge Zin­sen auf 19-Jah­res-Hochs stie­gen – ein Warn­si­gnal für das Infla­ti­ons­re­gime. Der schwa­che Dol­lar und die stei­gen­den Lang­frist­ren­di­ten deu­ten auf eine zuneh­men­de Ver­un­si­che­rung über die geld­po­li­ti­sche Per­spek­ti­ve hin.

Aus­blick

Die kom­men­de Woche (ab 3. August) steht unter dem Zei­chen fol­gen­der Risi­ken und Daten:

  • Geo­po­li­tik: Der US-Iran-Kon­flikt bleibt die domi­nan­te Unsi­cher­heits­quel­le für Ener­gie­prei­se und die glo­ba­le Infla­ti­ons­la­ge.
  • Zin­sen: Die Märk­te prei­sen eine ~63%ige Wahr­schein­lich­keit für eine Fed-Erhö­hung im Sep­tem­ber ein. Die Reden der FOMC-Mit­glie­der wer­den genau beob­ach­tet.
  • Arbeits­markt: Der US Jobs Report, JOLTS und ADP-Report ste­hen an – ent­schei­dend für die Sep­tem­ber-Pro­gno­se.
  • Indus­trie­da­ten: ISM PMIs, Fac­to­ry Orders und Trade Balan­ce geben Auf­schluss über die kon­junk­tu­rel­le Lage.
  • Inter­na­tio­nal: Indus­trie­pro­duk­ti­on in der Euro­zo­ne (Ener­gie­kos­ten), deut­sche Han­dels­bi­lanz, chi­ne­si­sche PMIs, japa­ni­sche Lohn­da­ten.
  • Zins­ent­schei­dun­gen: Bra­si­li­en und Indi­en.
  • OPEC+: Tref­fen zur Dis­kus­si­on der Öl-För­der­quo­ten.
  • Tech: Wei­te­re KI-Trade-Vola­ti­li­tät erwar­tet, mit Updates von SpaceX und AMD.

Kern­bot­schaft: Die Märk­te haben sich tech­nisch erholt, die fun­da­men­ta­le Unsi­cher­heit bleibt jedoch hoch. Die Kom­bi­na­ti­on aus geo­po­li­ti­schen Span­nun­gen, unkla­rer Fed-Poli­tik und der Fra­ge nach der Nach­hal­tig­keit der KI-Inves­ti­tio­nen dürf­te die Vola­ti­li­tät in den kom­men­den Wochen auf­recht­erhal­ten.

Info­box Markt­brei­te — Woche bis Frei­tag, 31. Juli 2026

Markt­ent­wick­lung im Über­blick

Die rei­ne Gewin­ner-Ver­lie­rer-Sta­tis­tik ist zunächst kon­struk­tiv: Über alle vier Han­dels­plät­ze lagen die Gewin­ner mit 5.863 zu 4.978 vorn. Der Net­to­über­hang betrug +885 Titel. Rund 52,5 % aller gehan­del­ten Wer­te stie­gen, etwa 44,6 % fie­len.

Die­ses posi­ti­ve Bild wird jedoch durch die Hoch-/Tief-Daten abge­schwächt. Markt­weit stan­den 1.157 neue Hochs ins­ge­samt 1.187 neu­en Tiefs gegen­über. Trotz einer Mehr­zahl stei­gen­der Akti­en ent­stan­den somit noch gering­fü­gig mehr neue Tiefs als neue Hochs. Das spricht gegen einen breit bestä­tig­ten, struk­tu­rell star­ken Auf­wärts­trend.

NYSE

Die NYSE zeigt das aus­ge­wo­gens­te Bild:

  • Gewin­ner­über­hang von +251 Titeln
  • deut­lich mehr neue Hochs als Tiefs
  • TRIN von 1,05

Damit ist die Markt­brei­te posi­tiv, die Volu­men­be­stä­ti­gung aber nur neu­tral. Die stei­gen­den Akti­en waren zahl­rei­cher, erhiel­ten jedoch nicht über­pro­por­tio­nal mehr Han­dels­vo­lu­men.

Nasdaq

Die Nasdaq ist der wich­tigs­te Schwach­punkt:

  • Gewin­ner ledig­lich knapp vor Ver­lie­rern
  • 468 neue Hochs gegen­über 692 neu­en Tiefs
  • Hoch-/Tief-Ver­hält­nis von nur 0,68

Damit besteht eine deut­li­che Diver­genz: Die Mehr­heit der Akti­en hielt sich zwar noch leicht im Plus, gleich­zei­tig erreich­ten aber sehr vie­le Titel neue Tief­stän­de. Dies deu­tet auf Schwä­che unter­halb der Indexober­flä­che hin, etwa durch eine Kon­zen­tra­ti­on der Kurs­stär­ke auf grö­ße­re oder beson­ders gewich­te­te Wer­te.

NYSE Ame­ri­can

Die Markt­brei­te war klar nega­tiv:

  • nur 115 Gewin­ner gegen­über 175 Ver­lie­rern
  • vier­mal so vie­le neue Tiefs wie neue Hochs
  • TRIN den­noch bei 0,55

Das nied­ri­ge TRIN zeigt, dass das Volu­men der weni­gen Gewin­ner rela­tiv stark war. Die Auf­wärts­be­we­gung war somit volu­men­ge­tra­gen, aber auf eine klei­ne Zahl von Titeln kon­zen­triert. Das ist kein Zei­chen einer gesun­den, brei­ten Ral­ly.

NYSE Arca

NYSE Arca zeigt die auf­fäl­ligs­te Volu­men­di­ver­genz:

  • sehr star­kes Gewin­ner-Ver­lie­rer-Ver­hält­nis von 1,53
  • deut­lich mehr neue Hochs als Tiefs
  • gleich­zei­tig TRIN von 1,46

Obwohl vie­le Titel stie­gen, floss rela­tiv viel Volu­men in die fal­len­den Wer­te. Das kann auf Ver­käu­fe in grö­ße­ren, liqui­de­ren ETFs oder Index­pro­duk­ten hin­deu­ten. Die Brei­te ist posi­tiv, aber die Kapi­tal­strö­me bestä­ti­gen sie nicht voll­stän­dig.

Fazit und Bewer­tung

Gesamt­ur­teil: leicht posi­tiv, aber intern fra­gil.

Die Woche weist nomi­nell eine posi­ti­ve Markt­brei­te auf. Mehr Akti­en stie­gen als fie­len, und beson­ders NYSE Arca sowie die NYSE ver­zeich­ne­ten einen deut­li­chen Gewin­ner­über­hang. Eine über­zeu­gen­de bul­li­sche Bestä­ti­gung fehlt jedoch aus drei Grün­den:

  1. Markt­weit lagen die neu­en Tiefs leicht über den neu­en Hochs.
  2. Die Nasdaq zeig­te eine aus­ge­präg­te Schwä­che bei den Hoch-/Tief-Daten.
  3. Der agg­re­gier­te TRIN von etwa 1,16 signa­li­siert, dass das Abwärts­vo­lu­men rela­tiv stär­ker war, als es die rei­ne Gewinn­er­zahl ver­mu­ten lässt.

Bewer­tungs­ska­la

BereichBewer­tung
Gewinner/Verliererposi­tiv
Neue Hochs/Tiefsneu­tral bis leicht nega­tiv
Volumenbreite/TRINleicht nega­tiv
Nach­hal­tig­keit des Auf­wärts­trendsnoch nicht bestä­tigt
Gesamt­bildvor­sich­tig kon­struk­tiv, mit erhöh­ter Diver­genz­ge­fahr

Die Daten spre­chen daher eher für eine selek­ti­ve Auf­wärts­be­we­gung als für einen robus­ten, markt­wei­ten Risk-on-Schub. Für eine kla­re Ver­bes­se­rung wären vor allem ein Rück­gang der Nasdaq-New-Lows, ein markt­wei­tes Hoch-/Tief-Ver­hält­nis deut­lich über 1 und ein TRIN unter 1 erfor­der­lich.

Sek­to­ren­ro­ta­ti­on – 5‑Ta­ge-Aus­wer­tung

Der S&P 500 stieg im betrach­te­ten Zeit­raum um 1,05 % auf 7.489,72 Punk­te. Die Ent­wick­lung war jedoch stark ungleich ver­teilt: Zwei Wachs­tums­sek­to­ren tru­gen den Groß­teil der Stär­ke, wäh­rend defen­si­ve und zins­sen­si­ti­ve Berei­che deut­lich zurück­blie­ben.

Info­box

RangSek­tor5 TageRela­tiv zum S&P 500Posi­ti­on in der 5‑Ta­ge-Span­neBewer­tung
1Con­su­mer Dis­cre­tio­na­ry+8,30 %+7,25 %-Pkt.95 %Sehr star­ke Füh­rung
2Com­mu­ni­ca­ti­on Ser­vices+5,37 %+4,32 %-Pkt.94 %Kla­re rela­ti­ve Stär­ke
3Con­su­mer Stap­les+1,15 %+0,10 %-Pkt.17 %For­mal posi­tiv, intern schwach
4Finan­cials+1,05 %0,00 %-Pkt.52 %Markt­neu­tral
5Health Care−0,01 %−1,06 %-Pkt.22 %Defen­si­ve Schwä­che
6Infor­ma­ti­on Tech­no­lo­gy−0,12 %−1,17 %-Pkt.79 %Kon­so­li­die­rung auf hohem Niveau
7Ener­gy−0,19 %−1,24 %-Pkt.94 %Nahe Wochen­hoch trotz leich­tem Minus
8Indus­tri­als−1,59 %−2,64 %-Pkt.44 %Zykli­sche Schwä­che
9Mate­ri­als−1,72 %−2,77 %-Pkt.11 %Deut­li­che Abwärts­ro­ta­ti­on
10Real Estate−2,22 %−3,27 %-Pkt.13 %Schwach und zins­sen­si­tiv
11Uti­li­ties−4,24 %−5,29 %-Pkt.0 %Kla­rer Ver­lie­rer

Die Span­nen­po­si­ti­on zeigt, wo der Schluss­stand zwi­schen dem 5‑Ta­ge-Tief und ‑Hoch liegt. Ein Wert nahe 100 % bedeu­tet Schluss nahe Wochen­hoch.

Rota­ti­ons­bild

1. Offen­si­ve Wachs­tums­ro­ta­ti­on

Die stärks­te Kapi­tal­ro­ta­ti­on erfolg­te in:

  • zykli­schen Kon­sum
  • Kom­mu­ni­ka­ti­ons­diens­ten

Bei­de Sek­to­ren schlos­sen nahe ihren Wochen­hochs und über­tra­fen den Gesamt­markt erheb­lich. Das ist grund­sätz­lich ein Risk-on-Signal: Anle­ger bevor­zug­ten Berei­che mit höhe­rer Kon­junk­tur- und Wachs­tums­ab­hän­gig­keit.

Beson­ders Con­su­mer Dis­cre­tio­na­ry mit +8,30 % zeigt eine außer­ge­wöhn­lich kon­zen­trier­te Auf­wärts­be­we­gung. Eine der­art star­ke Wochen­per­for­mance spricht häu­fig für Moment­um­käu­fe, kann kurz­fris­tig aber auch eine über­dehn­te Lage erzeu­gen.

2. Tech­no­lo­gie bestä­tigt die Ral­ly nicht

Infor­ma­ti­on Tech­no­lo­gy ver­lor 0,12 %, wäh­rend der S&P 500 um 1,05 % stieg. Den­noch lag der Sek­tor bei rund 79 % sei­ner Wochen­span­ne, also wei­ter­hin rela­tiv nah am Wochen­hoch.

Das spricht eher für:

  • Kon­so­li­die­rung nach vor­he­ri­ger Stär­ke,
  • Gewinn­mit­nah­men,
  • oder eine Rota­ti­on aus Tech­no­lo­gie in ande­re Wachs­tums­seg­men­te,

nicht zwin­gend für einen tech­ni­schen Ein­bruch.

Für eine wirk­lich breit ange­leg­te Wachs­tums­ral­ly wäre aller­dings eine erneu­te Füh­rungs­rol­le der Tech­no­lo­gie wün­schens­wert.

3. Defen­si­ve Sek­to­ren wer­den ver­kauft

Uti­li­ties, Real Estate und Health Care blie­ben klar zurück. Auch Con­su­mer Stap­les schloss trotz eines klei­nen Wochen­ge­winns nur knapp ober­halb sei­nes Wochen­tiefs.

Das Mus­ter ist ein­deu­tig:

  • Uti­li­ties: Schluss exakt am 5‑Ta­ge-Tief
  • Real Estate: nahe dem Tief
  • Health Care: unte­res Vier­tel der Han­dels­span­ne
  • Con­su­mer Stap­les: eben­falls nahe dem Tief

Dies deu­tet auf Kapi­tal­ab­flüs­se aus defen­si­ven bezie­hungs­wei­se zins­sen­si­ti­ven Anla­gen hin. Anle­ger such­ten offen­bar weni­ger Schutz und akzep­tier­ten mehr Risi­ko.

4. Schwä­che bei klas­si­schen Kon­junk­tur­sek­to­ren

Indus­tri­als und Mate­ri­als ver­lo­ren deut­lich. Das rela­ti­viert das posi­ti­ve Risk-on-Signal.

Eine gesun­de, kon­junk­tu­rell breit abge­stütz­te Rota­ti­on wür­de gewöhn­lich auch fol­gen­de Berei­che erfas­sen:

  • Indus­trie,
  • Grund­stof­fe,
  • Ban­ken,
  • Ener­gie.

Hier war das Bild nur teil­wei­se kon­struk­tiv:

  • Finan­cials lie­fen exakt mit dem Markt.
  • Ener­gy lag trotz leicht nega­ti­ver Wochen­per­for­mance nahe dem Wochen­hoch.
  • Indus­tri­als und Mate­ri­als waren klar schwach.

Die Bewe­gung ist daher eher eine selek­ti­ve Wachs­tums­ro­ta­ti­on als eine umfas­sen­de Kon­junk­tur­ral­ly.

Ver­bin­dung zur Markt­brei­te

Die Sek­tor­struk­tur bestä­tigt das zuvor fest­ge­stell­te gemisch­te Breadth-Bild:

  • Der Gesamt­in­dex steigt.
  • Nur zwei Sek­to­ren zei­gen star­ke Out­per­for­mance.
  • Meh­re­re defen­si­ve und zykli­sche Grup­pen fal­len zurück.
  • Die Nasdaq wies gleich­zei­tig mehr neue Tiefs als neue Hochs auf.

Damit dürf­te ein erheb­li­cher Teil der Index­stär­ke aus einer begrenz­ten Grup­pe gro­ßer bezie­hungs­wei­se stark gewich­te­ter Wer­te stam­men. Die Ral­ly ist nicht voll­stän­dig markt­breit abge­si­chert.

Fazit

Gesamt­be­wer­tung: mode­rat bul­lisch, aber stark kon­zen­triert.

Fak­torBewer­tung
Risi­ko­ap­pe­titPosi­tiv
Wachs­tums­sek­to­renSehr posi­tiv
Defen­si­ve Sek­to­renKlar nega­tiv
Tech­no­lo­gie-Bestä­ti­gungNeu­tral bis leicht nega­tiv
Klas­si­sche Zykli­kerSchwach
Brei­te der Rota­ti­onBegrenzt
Nach­hal­tig­keitNoch nicht voll­stän­dig bestä­tigt

Die Rota­ti­on signa­li­siert kurz­fris­tig stei­gen­den Risi­ko­ap­pe­tit. Posi­tiv sind die kla­re Füh­rung von Con­su­mer Dis­cre­tio­na­ry und Com­mu­ni­ca­ti­on Ser­vices sowie die rela­ti­ve Nähe von Ener­gy und Tech­no­lo­gy zu ihren Wochen­hochs.

Pro­ble­ma­tisch bleibt die gerin­ge Brei­te: Indus­tri­als und Mate­ri­als bestä­ti­gen kei­nen kräf­ti­gen Kon­junk­tur­im­puls, wäh­rend die Index­per­for­mance stark von weni­gen Sek­to­ren abhängt.

Inter­pre­ta­ti­on: bul­lish für das kurz­fris­ti­ge Momen­tum, aber anfäl­lig für Rück­schlä­ge, falls die bei­den Füh­rungs­sek­to­ren nach­las­sen. Eine robus­te­re Fort­set­zung wür­de erfor­dern, dass Tech­no­lo­gie wie­der posi­tiv dreht und Finan­cials, Indus­tri­als sowie Mate­ri­als die Füh­rung ver­brei­tern.

Dow Jones Indi­zes

IndexSchluss­kurs5‑Tage Δ abso­lut5‑Tage Δ %
Dow Jones Indus­tri­al Avera­ge52.485,03+537,78+1,04
Trans­por­ta­ti­on Avera­ge21.039,30−1.436,86−6,39
Uti­li­ty Avera­ge1.121,64−51,04−4,35
65 Com­po­si­te16.651,51−247,61−1,47

S&P Indi­zes

IndexSchluss­kurs5‑Tage Δ abso­lut5‑Tage Δ %
Total Stock Mar­ket74.106,83+682,19+0,93
Barron’s 4001.618,90+18,06+1,13
S&P 500 Index7.489,72+77,74+1,05
S&P 100 Index3.690,98+54,45+1,50
Mid­Cap 4003.758,64−25,22−0,67
Small­Cap 6001.768,56+7,09+0,40
Super­Comp 15001.682,68+15,72+0,94

Nasdaq Indi­zes

IndexSchluss­kurs5‑Tage Δ abso­lut5‑Tage Δ %
Nasdaq Stock Mar­ket Com­po­si­te25.373,85+398,03+1,59
Nasdaq 10028.274,20+145,86+0,52
Nasdaq Bio­tech6.452,85−41,54−0,64

Wei­te­re U.S. Indi­zes

IndexSchluss­kurs5‑Tage Δ abso­lut5‑Tage Δ %
NYSE Com­po­si­te24.107,54+116,66+0,49
Rus­sell 10004.076,38+40,67+1,01
Rus­sell 20002.931,34+1,34+0,05
Rus­sell 30004.256,18+40,77+0,97
PHLX Gold/Silver307,90−4,99−1,60
PHLX Oil Ser­vice94,68−1,68−1,74
PHLX Semi­con­duc­tor11.311,08−507,81−4,30
CBOE Vola­ti­li­ty (VIX)15,99−2,59−13,94
KBW Bank187,03−1,25−0,66

Zusam­men­fas­sung: Über die letz­ten fünf Han­dels­ta­ge zeig­ten die gro­ßen US-Bench­marks (Dow Jones, S&P 500, Nasdaq Com­po­si­te) eine posi­ti­ve Ent­wick­lung. Beson­ders stark fiel der Trans­por­ta­ti­on Avera­ge (−6,39 %) und der PHLX Semi­con­duc­tor (−4,30 %) ab. Die größ­te pro­zen­tua­le 5‑Ta­ge-Stei­ge­rung ver­zeich­ne­te der S&P 100 Index mit +1,50 %.


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